Rakefet Zalashik

Rakefet Zalashik

Rakefet Zalashik ist Inaugural Mirowski Fellow für Israeli Studies an der Temple University in Philadelphia. 2009 und 2010 war sie die erste Ben-Gurion- Gastprofessorin für Israel- und Nahoststudien an der Universität und an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg.

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Wissenschaft

Das unselige Erbe

Die Geschichte der Psychiatrie in Palästina und Israel

von Rakefet Zalashik.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich, aufgebaut von jüdischen Einwanderern, eine eigene psychiatrische Tradition in Palästina. Deren Geschichte, die Rakefet Zalashik hier erzählt, steckt voller Paradoxien. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging es um die psychischen Folgen des Lebens in der Diaspora und um die Charakterisierung des "Neuen Juden". Später, in den 1930er-Jahren, brachten jüdische Psychiater aus Deutschland und Österreich - obwohl selbst Opfer der NS-Rassenideologie - den Diskurs über Eugenik und Rasse nach Palästina. Er wirkte sich aus, etwa in der Auseinandersetzung mit der "primitiven" arabischen Bevölkerung. Seit den 1940er-Jahren schließlich sahen sich die israelischen Psychiater immer öfter mit der Behandlung von Holocaust-Überlebenden konfrontiert. Wie unter einem Brennglas führt Rakefet Zalashik am Beispiel der Psychiatrie die Dilemmata der israelischen Gesellschaft vor Augen: ethnische Spannungen, das Trauma der Entwurzelung, die Integration der Holocaust-Überlebenden und das Ringen um eine jüdisch-israelische Identität.

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