Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts

Herausgegeben vom Fritz Bauer Institut, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Frankfurt am Main

In der Wissenschaftlichen Reihe des Fritz Bauer Instituts werden Sammelbände und Monografien von herausragender wissenschaftlicher Qualität zu unterschiedlichen Aspekten der Geschichte und Wirkungsgeschichte des Holocaust veröffentlicht.

Produkte in dieser Reihe

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Wissenschaft

NS-»Euthanasie« vor Gericht

Fritz Bauer und die Grenzen juristischer Bewältigung

von Hanno Loewy (Hg.), Bettina Winter (Hg.).

Im April 1941 fand in Berlin eine Konferenz statt, zu der sämtliche Generalstaatsanwälte und Oberlandesgerichtspräsidenten eingeladen waren. Diese wurden in den Krankenmord an Tausenden von Menschen eingeweiht und zur Deckung der reibungslosen Durchführung der »Euthanasie« -Aktion aufgefordert. Keiner der Juristen protestierte gegen das Verbrechen, das auch damaligem Recht offenkundig widersprach. 1965 eröffnete Fritz Bauer, hessischer Generalstaatsanwalt und Initiator des Auschwitz-Prozesses, eine Voruntersuchung gegen zwanzig Beschuldigte. Es waren jene Juristen, die sich nach seiner Auffassung der Beihilfe zum Mord in 71 088 Fällen schuldig gemacht hatten. Nach dem plötzlichen Tod Bauers 1968 wurde das Verfahren eingestellt. Der Band rekonstruiert eines der beschämendsten Kapitel deutscher Justizgeschichte.

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Wissenschaft

Das juristische Erbe des »Dritten Reiches«

Beschädigungen der demokratischen Rechtsordnung

von Joachim Perels.

Die juristischen Träger der NS-Diktatur wurden - entgegen der ursprünglichen alliierten Planung für ein anderes Deutschland - in die rechtsstaatlich-demokratische Ordnung der neu gegründeten Bundesrepublik weitgehend übernommen. Perels analysiert die Folgen dieser Hypothek anhand von zentralen Rechtsgebieten, vom Verfassungsrecht über das Arbeitsrecht bis hin zum Strafrecht, und zeigt, inwiefern die demokratische Rechtsordnung in strategisch wichtigen Bereichen ausgehöhlt wurde. Damit liefert er eine Gegenthese zur verbreiteten Ansicht, das Grundgesetz sei die uneingeschränkte Basis des gesellschaftlichen und politischen Systems der Bundesrepublik gewesen. Die zweite Republik in der Ära Adenauer wird vielmehr als ein - die Eliten begünstigender - halbierter Rechtsstaat kenntlich.

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Wissenschaft

Der Eichmann-Prozess in der deutschen Presse

von Peter Krause.

Der Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem sorgte 1961 für weltweites Aufsehen. Eichmann war als Organisator der Judentransporte maßgeblich mitverantwortlich für die Ermordung der europäischen Juden. Peter Krause untersucht die damalige Berichterstattung über den Prozess in der deutschen Presse - vor allem in der Frankfurter Allgemeinen, der Frankfurter Rundschau, der Süddeutschen Zeitung und der Zeit sowie in Spiegel und Stern - und zeigt dabei, wie in der jungen Bundesrepublik die nationalsozialistischen Verbrechen in der Öffentlichkeit reflektiert wurden.

 

 

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Wissenschaft

Deutsche - Juden - Polen

Geschichte einer wechselvollen Beziehung im 20. Jahrhundert

von Andrea Löw (Hg.), Kerstin Robusch (Hg.), Stefanie Walter (Hg.).

Die wechselvollen Beziehungen zwischen Deutschen, Juden und Polen rufen bis heute sehr zwiespältige Emotionen hervor. Dies wurde nicht zuletzt in der intensiven Debatte über ein Zentrum gegen Vertreibungen in Polen und Deutschland deutlich. Junge und etablierte Wissenschaftler stellen sich in diesem Band ganz bewusst dem Spannungsfeld innerhalb der deutsch-jüdisch-polnischen Geschichte von der Gründung der Ersten Polnischen Republik (1918) bis hin zur politischen Gegenwart, die noch immer nach Wegen der Annäherung sucht.

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Wissenschaft

Schule und Nationalsozialismus

Anspruch und Grenzen des Geschichtsunterrichts

von Wolfgang Meseth (Hg.), Matthias Proske (Hg.), Frank-Olaf Radtke (Hg.).

Während die Frage, welche Lehren aus der Geschichte des Nationalsozialismus zu ziehen seien, wissenschaftlich umstritten ist, scheint die Annahme, dass die nachkommende Generation aus dem Geschichtsunterricht lernen könne, selbstverständlich. Dagegen sprechen freilich die Befunde einer Pilotstudie, die den Unterricht zum Thema Nationalsozialismus in zwei Klassen der gymnasialen Oberstufe zum ersten Mal empirisch untersucht. Offenbar vermag der Schulunterricht nicht das zu leisten, was Politik und Pädagogik erwarten. Geschichtsdidaktiker, Historiker, Soziologen und Erziehungswissenschaftler diskutieren in diesem Band die aus diesem Befund zu ziehenden Schlüsse. Sie nehmen die soziohistorischen Bedingungen des Geschichtsunterrichts in den Blick, vom allgemeinen Umgang mit der NS-Vergangenheit in der Gesellschaft bis zu familialen Erinnerungskulturen, und erläutern, warum und in welcher Weise Anspruch und Grenzen historisch-moralischen Lernens in der Schule neu bestimmt werden müssen.

Der Band enthält Beiträge unter anderem von Bodo von Borries, Micha Brumlik, Norbert Frei, Verena Haug, Jochen Kade, Gottfried

Kößler und Harald Welzer.

 

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Wissenschaft

Gedenken und Identität

Der deutsche Erinnerungsdiskurs

von DariusŠ Zifonun.

Dass die Gedenkstätte in ihrer Stadt noch immer an das frühere Konzentrationslager erinnert, empfinden manche Dachauer als Last. Doch Erinnerungsorte und -diskurse können auch eine Chance sein. DariusŠ Zifonun zeigt am Beispiel Dachaus sowie der Gedenkstätte "Topographie des Terrors" in Berlin, dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus auch eine Chance zur Neubestimmung deutscher Identität eröffnet - und darüber hinaus zur Bildung religiöser, "humanistischer" und lokaler Identitäten beitragen kann. Die bewusste Auseinandersetzung wirkt identitätsstiftend, während die Rede vom "Schlussstrich", der Wunsch nach dem Vergessen, das Stigma bestätigt und bestärkt und die darauf bauenden Identitäten brüchig bleiben.

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»Wider die Tabuisierung des Ungehorsams«

Fritz Bauers Widerstandsbegriff und die Aufarbeitung von NS-Verbrechen

von Claudia Fröhlich.

War der Widerstand gegen den NS-Unrechtsstaat »Verrat« oder der »Samen« der westdeutschen Demokratie? 1952 beurteilte das Braunschweiger Landgericht als erstes westdeutsches Gericht den militärischen Widerstand vom 20. Juli 1944 als rechtmäßig. In diesem Prozess begründete Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, als Initiator des von 1963 bis 1965 in Frankfurt am Main geführten Auschwitz-Prozesses bekannt, ein jedem Bürger zustehendes Recht zum Widerstand gegen den Unrechtsstaat. Sein Widerstandsbegriff zielte auf die Überwindung einer in Deutschland tief verankerten »Tabuisierung des Ungehorsams« und die Etablierung eines Widerstandsethos. Claudia Fröhlich rekonstruiert die öffentlichen und juristischen Debatten um Bauers Position und rückt die mit der Abwehr des Widerstandsrechts vollzogenen Beschädigungen der demokratischen Ordnung der Bundesrepublik in den Blick.

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An den Grenzen des Rechts

Gespräche mit Juristen über die Verfolgung von NS-Verbrechen

von Thomas Horstmann, Heike Litzinger.

Die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen stellte die bundesdeutsche Justiz vor schwer wiegende Fragen: Welche Strafe war angemessen für den NS-Schergen, der mit eigener Hand zahlreiche Menschen getötet hatte? Sollte er härter oder sollte er milder bestraft werden als der Schreibtischtäter, der den Befehl zum Mord erteilt hatte? Mit diesen Fragen stieß die Justiz an die Grenzen bestehenden Rechts. Thomas Horstmann und Heike Litzinger führten Gespräche mit einflussreichen Juristen, die sich in den 60er Jahren intensiv mit den Verfahren gegen NS-Täter befasst haben. In den Gesprächen werden die enormen Schwierigkeiten der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen fassbar. Die Juristen ziehen außerdem Parallelen zur juristischen Aufarbeitung anderer Unrechtssysteme, wie beispielsweise der Strafverfolgung der DDR-Mauerschützen. Nicht zuletzt veranschaulicht der Band aber auch die individuellen Lebensgeschichten der Interviewten, deren persönliche Erfahrungen mit dem Nazi- Regime sowie ihre Erlebnisse in der Nachkriegszeit.

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Vor der Vernichtung

Die staatliche Enteignung der Juden im Nationalsozialismus

von Werner Konitzer (Hg.), Katharina Stengel (Hg.).

Die gewaltsame Enteignung der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus war weniger das Werk der »klassischen« Tätergruppen, als vielmehr ein Prozess, an dem zahllose Personen und Institutionen als Ausführende und Profiteure beteiligt waren. Eine zentrale Rolle bei allen staatlich angeordneten Enteignungsmaßnahmen spielte die Reichsfinanzverwaltung. Im Fokus der Beiträge stehen die Funktionsweise dieser »ganz normalen« staatlichen Behörde als Verfolgungsinstanz, das Engagement der beteiligten Beamten sowie die zahlreichen mit der staatlichen Verwaltung kooperierenden und konkurrierenden Nutznießer der Enteignung. Neben der Beraubung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland wird die Ausplünderung der Juden in den »angegliederten« und von der Wehrmacht besetzten Ländern Europas thematisiert.

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Wissenschaft

Das "Großdeutsche Reich" und die Juden

Nationalsozialistische Verfolgung in den "angegliederten" Gebieten

von Wolf Gruner (Hg.), Jörg Osterloh (Hg.).

Der Band beleuchtet erstmals systematisch die antijüdische Politik in den vom NS-Staat zwischen 1935 und 1940 "angegliederten" Gebieten. Dazu zählten unter anderen die Saar, Österreich und das Memelgebiet wie auch Danzig-Westpreußen oder Luxemburg. Die Autoren untersuchen die Verfolgung in diesen Gebieten und ihre Auswirkungen auf die jüdische Bevölkerung: Welche Institutionen waren zu welchem Zeitpunkt für welche Maßnahmen verantwortlich? Wie verhielt sich die einheimische deutsche und nichtdeutsche Bevölkerung? Wie beeinflusste nicht zuletzt die Verfolgungspolitik die Bildung der von den Nationalsozialisten propagierten "Volksgemeinschaft"? Anstelle gleicher, von Berlin angeordneter Maßnahmen zeigen die Beiträge eigenständige Entwicklungen in den "angegliederten" Gebieten, die oftmals auf die antijüdische Politik im Reich zurückwirkten.

 

"Die klare Struktur, von den Herausgebern vorgegeben (…), macht die profunden Kapitel zusammen mit Bibliografie, Forschungsüberblick und nicht zuletzt den Karten aller behandelten Gebiete zum Handbuch im besten Sinne des Wortes."

Bohemia, 51 (2011), 1

 

"Dieser Band aus dem Fritz Bauer Institut setzt Maßstäbe und wird künftig grundlegende Literatur zum Thema sein."

Das Historisch-Politische Buch, 59 (2011), 1

 

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