Autoreninformation zu wissenschaftlichen Publikationen

Programmprofil

Der Campus Verlag verlegt seit 1975 in seinem Wissenschaftsprogramm wissenschaftliche Sachbücher, Monographien (darunter Dissertationen und Habilitationsschriften), Sammelbände, Lehr- und Studienbücher sowie Studienratgeber. Zu den Kernbereichen des Verlagsprogramms gehören Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichte, Kulturwissenschaften und Philosophie (Sozialphilosophie und Ethik). Die Arbeit des Wissenschaftslektorats zielt bei allen genannten Buchtypen und Disziplinen auf ein qualitativ hochwertiges, innovatives, auch kritisches, vielfältiges und gesellschaftlich relevantes Programm. Mit unserer Arbeit möchten wir gewährleisten, dass Ihr Buch in einem klar gegliederten Programm von hohem Anspruch und eigenem Profil erscheint.

Englischsprachige Publikationen

Bei englischsprachigen Publikationen arbeiten wir mit unserem Kooperationspartner The University of Chicago Press zusammen. The University of Chicago Press übernimmt den weltweiten Vertrieb sowie Werbung und Pressearbeit außerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Die Bücher werden in den USA gedruckt. Parallel lässt Campus die Bücher für den deutschsprachigen Markt in Deutschland drucken und übernimmt hier Vertrieb, Werbung und Pressearbeit. Vor der Drucklegung werden die Texte in Absprache mit den Autoren bzw. Herausgebern von einem muttersprachlichen Gutachter auf ihre sprachliche Qualität hin geprüft.

Begutachtung und Lektorat

Neben zahlreichen anderen Tätigkeiten prüft das Lektorat Exposees und Manuskripte. Publikationsentscheidungen werden in Absprache mit Reihenherausgebern und Peers getroffen sowie mithilfe von akademischen Gutachten und teilweise aufgrund von gezielt beauftragten Fachgutachten. Das Lektorat verhandelt die Konditionen und etwaige  redaktionelle Überarbeitungen mit Autoren oder Herausgebern. Nach Vereinbarung der Konditionen und des Erscheinungstermins wird ein formeller Verlagsvertrag geschlossen. Buchprojekte mit einer überdurchschnittlichen Verkaufserwartung – insbesondere wissenschaftliche Sachbücher, Lehr- und Studienbücher sowie Studienratgeber – werden im Lektorat oder von freien Redakteuren redigiert und korrekturgelesen. Bei Titeln mit Verkaufserwartung unter 300 Exemplaren kann das Lektorat diese Leistung ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung in der Regel nicht erbringen. Hier umfassen die Leistungen des das Buch jeweils betreuenden Lektors: etwaige Empfehlungen zur Überarbeitung und  gegebenenfalls Bildauswahl, Unterstützung bei Anträgen von Zuschüssen, Diskussion des Buchtitels, Redaktion von Werbetexten zum Buch, Qualitätsprüfung der Druckvorlage oder der Fahnen sowie bei Bedarf die Vermittlung von qualifizierten Dienstleistungen (Redaktion, Korrektur, Satz) rund um den Text.

Finanzierung

Ein etablierter wissenschaftlicher Verlag wie Campus ermöglicht durch seinen Werbe- und Vertriebsapparat die maximale Verbreitung spezialisierter wissenschaftlicher Bücher für einen begrenzten Interessentenkreis. In vielen Fällen – insbesondere bei Dissertationen und Sammelbänden – handelt es sich um Kleinauflagen zwischen 250 und 600 Exemplaren. Für diese Bücher ist in der Regel ein Publikationszuschuss erforderlich. Alternativ kann auch eine Mengenabnahme vereinbart werden. Die Höhe des Publikationszuschusses richtet sich jeweils nach dem geschätzten Absatz, dem Umfang und dem Ladenpreis. Er wird zwischen betreuendem Lektor und Autor bzw. Herausgeber verhandelt. Bei höheren Auflagen ist in der Regel kein Zuschuss erforderlich und es kann je nach Verkaufserwartung ein Honorar vereinbart werden. Der Autor erhält 15–20 Freiexemplare und kann – ebenso wie Herausgeber und Beiträger in Sammelbänden – weitere Exemplare wie auch andere Titel des Verlags zum Autorenrabatt (bis zu 40% des Ladenpreises) beziehen. Der Verlag bemüht sich, beim Erwerb von Publikationszuschüssen behilflich zu sein und übernimmt die Bearbeitung von Kostenvoranschlägen und Abrechnungen sowie den Versand der Belegexemplare an Förderinstitutionen. In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auf die Bibliothekstantieme hinweisen, auf die Autoren und Herausgeber Anspruch haben und die Sie bei der VG Wort, München, für alle Ihre Publikationen anfordern können.

Herstellung

Unsere Bücher werden mit modernen Druckverfahren hergestellt. Je nach Auflage, Ausstattung und Buchtyp kommen entweder Offset-Druck, Digitaldruck oder Digitaldruck in Verbindung mit Publishing on Demand zum Zuge. Wir legen großen Wert auf die herstellerische Qualität unserer Bücher, auf attraktive Buchumschläge sowie auf ein möglichst lesefreundliches, schönes und einheitliches Druckbild. Die heute gegebene Möglichkeit, auch sehr kleine Mengen relativ günstig nachzudrucken, kommt unserem Bemühen entgegen, Ihr Buch zeitlich unbegrenzt lieferbar zu halten. Layout und Satz erfolgen bei höherauflagigen Büchern meist im Verlag. Auch bei Kleinauflagen übernehmen wir gerne diese Arbeit gegen eine Gebühr pro Druckseite. Zur Verringerung des eventuell nötigen Publikationszuschusses besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Satz nach Verlagsvorgaben selbst zu erstellen und als Datei mit textidentischem Umbruch bzw. wenn möglich als pdf-Datei abzuliefern. Unsere Herstellungsabteilung stellt zu diesem Zweck eine Formatierungsanleitung sowie eine Word-Dokumentvorlage auf CD zur Verfügung. Auf Wunsch können Sie alternativ auch eine InDesign-Dokumentvorlage erhalten. Auf dieser Grundlage würden Sie zunächst Musterseiten und dann die komplette Druckvorlage erstellen. Bei allen formalen und technischen Fragen berät Sie unsere Herstellungsabteilung. Für den Abdruck von Abbildungen (Fotos, Strichzeichnungen, Grafiken, Tabellen etc.) benötigen wir entweder Originalfotos bzw. -vorlagen zur Reproduktion oder druckfähige Scans (mindestens 300 dpi). Diese werden in der Herstellung auf ihre Druckqualität hin überprüft. Für Scan, Prüfung und Bearbeitung Ihrer Abbildungen entstehen bei kleinauflagigen Publikationen für Sie in der Regel Kosten pro Abbildung. Herstellung und Lektorat prüfen die Druckvorlage stichprobenhaft auf orthographische und formale Fehler und fordern etwaige Nachbesserungen durch den Autor/Herausgeber. Wenn Sie den Satz durch den Verlag erstellen lassen, erhalten Sie einen Korrekturabzug zur Durchsicht und Freigabe. Die Fehlerrevision und -korrektur erfolgt im Verlag. Der Verlag erstellt in jedem Fall die Titelei, also die ersten vier Buchseiten. Auch Zusätzlich bieten wir unseren Lesern redaktionelle Inhalte: Artikel, Interviews, Reportagen. Das eröffnet auch Ihnen neue Möglichkeiten. Wenn Sie Ideen für Texte haben, die Sie exklusiv für campus.de schreiben möchten, oder wenn Sie bestehende Texte oder Interviews zur Verfügung stellen möchten, sprechen wir gern mit Ihnen über Ihre Ideen. So kommen sie Ihren Lesern näher, bringen Ihre Bücher und Themen ins Gespräch und regen damit parallel den Verkauf der Auflage an.

Presse

Wir informieren alle großen Wochen- und Tageszeitungen, Hörfunk- und Fernsehredaktionen sowie alle einschlägigen Fachzeitschriften regelmäßig über unsere Neuerscheinungen. Halbjährlich versenden wir unsere Programmvorschau, gefolgt von persönlichen Besuchen, und laden die Redaktionen ein, Publikationen, die ihr Interesse finden, sofort und unkompliziert zu bestellen. Daneben informieren wir bei Erscheinen der einzelnen Titel die relevanten Fachzeitschriften. Verfügen Autoren oder Herausgeber über persönliche Kontakte zu Redaktionen, dann übernimmt der Verlag auf Wunsch auch hier den Versand von Rezensionsexemplaren. Auf unserer Homepage bieten wir den Kollegen aus der Presse umfangreiche Serviceangebote zu den einzelnen Büchern. Im Verlag eingehende Rezensionen werden an Autoren und Herausgeber weitergeleitet.

Lizenzen

Die Abteilung Rechte und Lizenzen ist im Rahmen des Urheberrechts für die Mehrfachverwertung der Inhalte zuständig. Bereits vor Erscheinen des neuen Programms beginnen in internen Konferenzen die Überlegungen zum Verkauf der Bücher. So beurteilt man die verschiedenen Titel nach ihren Verwertungsmöglichkeiten und nimmt eine inhaltliche Einordnung für ausländische Lizenzpartner vor. Zweimal jährlich erscheint unser englischsprachiger Foreign Rights Catalogue, in dem wir vielversprechende Titel Lizenzpartnern in aller Welt anbieten und bei Interesse an sie verschicken. In vielen Ländern arbeitet Campus mit Agenturen zusammen, die geeignete Bücher aus unserem Programm den Verlegern im jeweiligen Land vorstellen und gegebenenfalls Angebote einholen. Weitere Instrumente neben dem Foreign Rights Catalogue sind die Homepage www.campus.de/rights und der vierteljährlich erscheinende Newsletter. Sofern Autoren englisches Material bereitstellen können, ist dies besonders hilfreich für unsere Arbeit. In Form eines Mailings senden wir die englischen Informationen direkt an adäquate Verlagshäuser.

Digitales Publizieren

Um eine größtmögliche Verbreitung der Bücher zu erreichen, sieht Campus es als seine verlegerische Aufgabe an, neuen Publikationsmedien wie auch Absatzwegen Rechnung zu tragen. Dazu gehört zunehmend der Absatz auf elektronischem Weg und in elektronischer Form.

E-Books

Seit 2005 bietet Campus Bücher auch als elektronische Version an. Voraussetzung ist, dass der Rechteinhaber uns vertraglich die elektronischen Rechte an seinem Werk übertragen hat. Inzwischen bieten wir rund 650 Titel aus dem Bereich Wissenschaft an und bauen dieses Angebot kontinuierlich aus. Der Nutzer hat die Möglichkeit, gegen Gebühr E-Books entweder a) als geschützte Datei auf seinen Rechner herunterzuladen und bei Bedarf auszudrucken oder b) an einem beliebigen Rechner online bzw. auf einem E-Book-Reader oder Tablet zu lesen. Campus bietet die E-Books im pdf-Format und teilweise zusätzlich im E-Pub-Format an. Wir arbeiten im Endkundenbereich auch mit allen gängigen Download-Portalen zusammen (Amazon, iBookstore, thalia.de, ebook.de, ciando.com, etc.). Alle E-Books sind zudem auch über unsere eigene Website www.campus.de verfügbar. Bibliotheken können Campus-E-Books als digitale Bibliotheksausgaben erwerben und in ihren Katalog aufnehmen. Die Bereitstellung der Titel erfolgt über die Campus Digitale Bibliothek.

Volltextsuche

Auffindbarkeit im Internet ist heute entscheidend. Für Bücher ist hier die Volltextsuche sinnvoll, da sie Informationssuchenden höchst qualifizierte Suchtreffer ermöglicht. Auch an Volltextsuche nehmen nur diejenigen Titel teil, über deren elektronische Rechte der Verlag verfügt. Google Buchsuche und Search-Insidethe- Book von Amazon sind Angebote, bei denen Bücher nach Schlagworten durchsucht werden können. Maximal 20 Prozent des Buches werden sichtbar gemacht. Die Seiten können weder gespeichert noch ausgedruckt werden, sondern sind ausschließlich online zugänglich. Ebenso funktioniert Libreka. Diese Branchenplattform des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bietet zurzeit rund 10.000 Titel an. Auch hier wird der im Netz sichtbare Anteil des Textes vom Verlag gesteuert.

Open Access

Die Open-Access-Bewegung nahm ihren Ausgang in den Naturwissenschaften, unter anderem als Reaktion auf große Preissteigerungen bei Fachzeitschriften-Abonnements. Die Forderung nach freiem Zugang zu wissenschaftlicher Forschung wird heute auch zunehmend in den Geisteswissenschaften erhoben. So unterstützen die meisten großen Forschungseinrichtungen sowie Stiftungen die Verbreitung von Open-Access-Angeboten materiell und ideell, flankiert vom aktuellen Forschungs- und Innovationsförderprogramm der EU sowie den nationalen Gesetzgebungen. Als Wissenschaftsverlag versteht Campus sich als Partner seiner Autoren und des Wissenschaftssystems und ist bestrebt, dem Wunsch nach größtmöglicher Verfügbarmachung der Publikationen auch auf elektronischem Weg zu entsprechen. Für Autoren, die eine parallele oder zeitlich versetzte Publikation ihres Werkes als Buch sowie Open Access anstreben, entwickeln wir zurzeit ein Publikationsmodell, das beides ermöglicht. Dabei gilt es, die wirtschaftlichen Realitäten und die Interessen der Wissenschaftler in Übereinstimmung zu bringen. Unser Bemühen richtet sich auf eine größtmögliche Verbreitung der Werke durch Verlinkung, bei aufrecht erhaltenem Schutz des Urheberrechts durch eine grundlegende Lizensierung.

Stand: Dezember 2013