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Wissenschaft

The Art of the Multitude

Jochen Gerz - Participation and the European Experience

von Jonathan Vickery (Hg.), Mechtild Manus (Hg.).

Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und Serbien diskutieren in diesem Buch das Lebenswerk eines der wichtigsten Künstler in Europa, Jochen Gerz: Seine Arbeiten im öffentlichen Raum kreisen um die Entstehung individueller und kollektiver Erinnerung, die Vergangenheit und Zukunft Europas. Durch ihre partizipative Methode bringen sie das demokratische Potenzial von Kunst in besonderer Weise zur Wirkung. Oft lädt Gerz mit seinen Kunstwerken Menschen ganz unabhängig von Nationalität, Sprache, Klasse oder Religion zur Teilnahme ein. Daher im Titel die »Multitude«, die hier im ursprünglich vorpolitischen Sinn als die »gemischte Multitude« der hebräischen Bibel gebraucht wird.

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Wissenschaft

Übergangsriten

(Les rites de passage)

von Arnold van Gennep.

Arnold van Genneps Hauptwerk Les rites de passage, zuerst 1909 erschienen, ist ein »Klassiker« der Ethnologie, wenn es um die Wahrnehmung und Erforschung rituellen und symbolischen Verhaltens geht. Van Gennep beschreibt, wie bei unterschiedlichen Völkern das Problem der Grenzüberschreitung, das die Dynamik des sozialen Lebens begleitet, durch die Herausbildung von Ritualen bewältigt worden ist: so etwa Orts-, Status- und Berufswechsel, Erwachsenwerden und Altern, Geburt und Tod. Die damit verbundenen Rituale bezeichnet er als »Übergangsriten «. Sein Buch bietet ein bis heute aktuelles Modell zur Einordnung und Erklärung ritueller Praktiken und eröffnet einen neuen Blick auch auf unsere modernen Alltagsrituale.

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Wissenschaft

Projekt Körper

Wie der Kult um die Schönheit unser Leben prägt

von Waltraud Posch.

Der moderne Mensch gestaltet nicht nur sein Leben, er gestaltet auch seinen Körper. Noch nie hatte die Perfektion des äußeren Erscheinungsbildes einen derartigen Stellenwert wie in der Gegenwart. Der Körper ist zu einem Projekt geworden und zu einer Baustelle der Selbstoptimierung. In diesem Wunsch nach Optimierung spielt die Suche nach Individualität und Freiheit eine große Rolle. Es geht um die Abgrenzung von anderen, gleichzeitig aber auch darum, nicht zu sehr aus dem Rahmen zu fallen.

Für die Arbeit am eigenen Körper stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Der moderne Mensch kann seinen Körper selbst gestalten. Das heißt aber auch: Er ist selbst dafür verantwortlich und wird dafür verantwortlich gemacht, wie er aussieht. So steht der Einzelne unter dem Druck zur Schönheit, dem er sich nur scheinbar freiwillig unterwirft.

Schönheit fungiert als Mittel zum Zweck, um sich sozial zu positionieren und die eigene Identität zu sichern und zu schaffen. Der Kult um die Schönheit ist in Wirklichkeit ein Ringen um die persönliche und soziale Positionierung in einer unsicher erscheinenden Welt. Es geht um Selbstverwirklichung zwischen Anpassung und Eigenständigkeit, zwischen Normalisierung und Extravaganz, zwischen Konsum und Authentizität.

 

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Buddhismus

von Peter Gäng.

Der Buddhismus ist nicht nur Religion, er ist auch Psychologie und Philosophie. Achtsamkeit, präzises Beobachten, Nachdenken und Erkennen spielen eine große Rolle auf dem Weg des Menschen zum Erwachen. Der buddhistischen Lehre zufolge ist die Wirklichkeit "leer". Erst im Bewusstsein entsteht die Konstruktion einer in Ich und Andere gespaltenen Welt. Peter Gäng gibt hier einen gut verständlichen Einblick in die philosophische und praktische Weisheit des Buddhismus.

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Neosexualitäten

Über den kulturellen Wandel von Liebe und Perversion

von Volkmar Sigusch.

Von Cybersex bis zur Steigerung der Potenz mit Viagra - heute gibt es eine Fülle neuer sexueller Praktiken und Lebensweisen, kurz: Neosexualitäten. Volkmar Sigusch, einer der weltweit bekanntesten Sexualwissenschaftler, gibt in seinem neuesten Buch einen einmaligen Einblick in diese sexuellen Welten der Gegenwart.

 

Volkmar Sigusch analysiert neue und alte Phänomene sexueller Aktivität, von der Love Parade und der Liebe zu Tieren über Viagra und Cybersex bis hin zur Homo-, Trans- oder Zissexualität. Er zeigt, wie sich unser Geschlechts- und Sexualleben in den letzten Jahrzehnten

verändert hat: Selbstbewusster, freier und buntscheckiger, wird es zugleich zunehmend kommerzialisiert und banalisiert. Aber es geht Sigusch nicht nur um diese zum Teil ungewöhnlichen Neosexualitäten. Ebenso zentral ist in seinem Buch die Liebe, wie sie im Alltag gelebt und erfahren wird. Und noch etwas bezieht Sigusch unweigerlich in seine Analyse der sexuellen Welten der Gegenwart ein: die sexuellen

Perversionen, mit denen die neuen Sexualformen nicht unbedingt deckungsgleich sind und die enger mit der Liebe verbunden sind, als allgemein vermutet wird. Siguschs Betrachtungen zu Neosexualitäten, Liebe und Perversion lassen Aspekte unserer heutigen Kultur und Gesellschaft hervortreten, die selten im Scheinwerferlicht stehen und doch prägender sind, als viele glauben möchten.

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Wissenschaft

Das System der Dinge

Über unser Verhältnis zu den alltäglichen Gegenständen

von Jean Baudrillard.

»In der städtischen Zivilisation sieht man, wie Generationen von Gegenständen, Apparaten und Gadgets einander in immer schnellerem Tempo ablösen …« – so beginnt Jean Baudrillards Erstlingswerk von 1968, in dem er die uns umgebenden, hergestellten Dinge als ein geschlossenes Zeichensystem deutet: als eine Scheinwelt des Konsums, in der Wunsch und Ware untrennbar miteinander verknüpft sind. Als das Werk entstand, gab es noch keine PCs, geschweige denn das Internet. Angesichts globalisierter Märkte und einer inflationären Apparatewelt lohnt es sich, dieses faszinierende Dokument postmodernen Denkens heute wieder zu lesen.

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Wissenschaft

Das Ritual

Struktur und Anti-Struktur

von Victor Turner.

Victor Turner deutet Rituale nicht als Ausdruck von Mythologien, sondern analysiert sie in ihrem unmittelbaren Bedeutungsgehalt für die Mitglieder einer Kultur. Anstatt sich auf die Erforschung "primitiver" Rituale zu beschränken, stellt er in diesem Buch ein Instrumentarium für die Analyse der Rituale "komplexer" Industriegesellschaften bereit. Anhand von zwei Ritualen einer zentralafrikanischen Stammesgesellschaft entwickelt er seine Kategorien des Schwellenzustandes (liminality) und der sozialen Gemeinschaft (communitas), welche für die Anthropologie ebenso wie für die allgemeine Gesellschaftstheorie wesentlich wurden.

 

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Leben jenseits des Todes?

Transmortalität unter besonderer Berücksichtigung der Organspende

von Dominik Groß (Hg.), Stephanie Kaiser (Hg.), Brigitte Tag (Hg.).

Todesbilder – Studien zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Tod
Herausgegeben von Dominik Groß, Andrea Esser, Hubert Knoblauch und Brigitte Tag

Handelt es sich bei einer Herztransplantation um einen medizinischen Eingriff oder um ein »partielles Weiterleben« eines Spenders im Körper des Empfängers? Die Beiträger beschäftigen sich mit der Organspende und den ihr zugrundeliegenden Motiven und Deutungsmustern. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Organspende als prototypisches Beispiel für Transmortalität gelten kann – also für das Bestreben, den eigenen toten Körper in seiner Absolutheit zu relativieren und über den Tod hinaus fortzuleben.
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Wissenschaft

Jenseits des Eurozentrismus

Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften 2., erweiterte Auflage

von Sebastian Conrad (Hg.), Shalini Randeria (Hg.), Regina Römhild (Hg.).

Dieses Standardwerk enthält zentrale Texte zu postkolonialen Ansätzen in den Geschichts- und Kulturwissenschaften. Es lädt dazu ein, die europäische Geschichte im Kontext von Kolonialismus und Imperialismus neu zu denken und den Blick zu öffnen für die Verflechtungen zwischen der europäischen und der außereuropäischen Welt. Die 2., erweiterte Auflage wurde um aktuelle Texte ergänzt, die das postkoloniale Europa der Gegenwart beleuchten. Die Einleitung zur Neuauflage erörtert, warum eine postkoloniale Perspektive unerlässlich ist – ebenso für die gegenwärtige Wissensproduktion wie für ein kritisches Verständnis heutiger europäischer Gesellschaften und Politik.

Mit Beiträgen von Manuela Boatca, Dipesh Chakrabarty, Jean Comaroff, John L. Comaroff, Sebastian Conrad, Fernando Coronil, Prasenjit Duara, Andreas Eckert, Steven Feierman, Stuart Hall, Wolf Lepenies, Achille Mbembe, Timothy Mitchell, Anthony Pagden, Sheldon Pollock, Shalini Randeria, Regina Römhild, Ann Laura Stoler, Michel-Rolph Trouillot und Albert Wirz.

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Die Contraden von Siena

Lokale Traditionen und globaler Wandel

von Anna-Kathrin Warner.

Das Zentrum der italienischen Stadt Siena ist in 17 Stadtteilgemeinschaften, die so genannten Contraden, eingeteilt. Die auf das Mittelalter zurückgehenden Gemeinschaften stehen bis heute in einem Wettbewerb miteinander, dessen traditioneller Höhepunkt das zweimal jährlich stattfindende Pferderennen, das Palio, ist. Anna-Kathrin Warner zeigt am Beispiel des Alltags und der Feste dieser Contraden Prozesse der Gruppenbildung und Abgrenzung innerhalb einer Gesellschaft. Gestützt auf Beobachtungen und zahlreiche Interviews vor Ort, entfaltet sie ein lebendiges Bild der Stadt und ihrer Bewohner und schildert, wie die alten Traditionen im modernen Leben trotz aller Veränderungen fortgeführt werden.

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