Mario Neumann
Projekt-Safari
Das Handbuch für souveränes Projektmanagement
Was haben Kolumbus, Lindbergh und ein Projektmanager gemeinsam? - Ihre Abenteuer sind Projekte, überall lauern Gefahren, doch bei Erfolg winken Ruhm und Ehre! Gehen Sie deshalb mit Mario Neumann auf Projekt-Safari: Sein Guide zeigt, wie Sie die abenteuerliche Reise durchs Projekt vorbereiten, Hürden überwinden und nie das Ziel aus dem Blick verlieren. Tipps für den Ernstfall, Erlebnisse erfahrener Projektleiter und theoretische Hintergründe fügen sich zu einem völlig neuartigen Handbuch für Projektmanager. So wird jedes Projekt aufregend und inspirierend wie eine Safari!
Überblick ist alles: Dass Sie auch in Zukunft immer alles im Blick haben, garantiert die große Projekt-Abenteuerkarte: zum Schauen, Staunen und an die Wand hängen!
Mario Neumann
Mario Neumann ist Projekt-Abenteurer: 15 Jahre leitete er internationale Projekte bei Hewlett-Packard. Aus seinem fundierten Know-how entstand das »Abenteuer Projekte«, ein Trainingskonzept für »situatives Projektmanagement«, mit dem er Projektleiter für alle Phasen ihrer Projekte fit macht. Für seine Arbeit wurde er mehrfach mit dem Internationalen Deutschen Trainingspreis ausgezeichnet.
mehr zum Autor
01.06.2013, ManagerSeminare
Testgelesen: Neue Bücher zum Thema Projektmanagement
"Ein fabelhaftes Buch ... In dieser konzentrierten Form und wunderbaren Aufmachung ist diese fachlich fundierte Sammlung relevanter Aspekte rund um das Thema wirklich neu, eingängig und unterhaltsam."
15.03.2013, Hamburger Abendblatt
Buch der Woche
"Ein herrliches Buch ... inspirierende Pflichtlektüre für alle Projektmanager."
09.02.2013, Frankfurter Rundschau
Projektplanung als Safari
"Die Lektüre dieses Leitfadens ist für jeden Projektmanager angeraten."
01.12.2012, Personalführung
Survival-Guide für Projektleiter
"Dank der verwobenen Perspektiven, der konsequent
durchgehaltenen Metapher der Entdeckungsreise und nicht
zuletzt der ansprechenden optischen Aufmachung des Buches spürt der Leser die Lust am spielerischen, dabei aber seriösen und informierten Umgang mit dem Thema."
Vorwort 11
Etappe 1
Lust auf ein Abenteuer? 15
Von der Idee zum Projektauftrag
1.1Ein Abenteuer geschickt einfädeln
Wie aus einer Idee ein Projekt wird 17
Der Projektleiter als Aufklärer 19
Eine erste Landkarte: Die Projektskizze 19
Schritt 1: Zielsetzung klären 19
Schritt 2: Eckdaten festlegen 20
Schritt 3: Prioritäten setzen 22
Schritt 4: Projektkern formulieren 24
Schritt 5: Projektskizze verfassen 24
Aus Toms Tagebuch 25
1.2Das Abenteuer solide beginnen
Klarheit schaffen über die Projektanforderungen 27
Die Tücken der Anforderungsanalyse 28
Der Projektleiter holt sich einen Architekten 29
Das Fundament: Geschäftstreiber und Geschäftsziele 30
Die Architekturskizze 32
Die vier Bausteine der Lösungsarchitektur 33
Baustein 1: Die geschäftliche Sicht 33
Baustein 2: Die funktionale Sicht 34
Baustein 3: Die technische Sicht 35
Baustein 4: Die organisatorische Sicht 36
Aus Toms Tagebuch 37
1.3Den Schiffbruch vermeiden
Frühwarnsignale richtig deuten 40
Warnsignal 1: Euphorie und Optimismus 40
Warnsignal 2: Ohne Legitimation 43
Warnsignal 3: Halbwissen statt Expertise 45
Warnsignal 4: Unklare und divergierende Ziele 47
Aus Toms Tagebuch 51
Etappe 2
Der Abenteuer-Plan 55
Das Geheimnis erfolgreicher Projektplanung
2.1Die Etappen werden geplant
Projektplanung mit einfachen Werkzeugen 57
Regeln, was geregelt werden muss 58
Werkzeug 1: Der Meilenstein - alle Etappen im Überblick 59
Werkzeug 2: Der Strukturplan - der Plan der Pläne 60
Werkzeug 3: Der Terminplan - die hohe Kunst der Schätzung 65
Werkzeug 4: Der Netzplan - alle Arbeiten in der Reihenfolge 69
Werkzeug 5: Der Balkenplan - die grafische Darstellung 70
"Der Plan ist nichts, die Planung ist alles" 70
Aus Toms Tagebuch 72
2.2Die Reisepläne werden optimiert
Zeiten kürzen und Kosten einsparen 74
Pufferzeiten intelligent einsetzen 76
Den Projektplan optimieren 76
Aus Toms Tagebuch 78
2.3Die Risiken werden gemanagt
Böse Überraschungen vermeiden 80
Eine Hitliste übersehener Risiken 82
Risiken im Projektteam 82
Risiken im Projektumfeld 83
Risiken bei der Projektplanung 83
Risiken bei der Durchführung 83
Technologische Risiken 84
Risikomanagement in vier Schritten 84
Schritt 1: Risiken erkennen 84
Schritt 2: Risiken bewerten 86
Schritt 3: Vorkehrungen treffen 88
Schritt 4: Risiken überwachen 91
Aus Toms Tagebuch 92
2.4Der Rucksack wird gepackt
Einfache Tools erleichtern die Projektarbeit 94
Mit einfachen Mitteln das Projekt auf Kurs halten 96
Werkzeug 1: Die Meilenstein-Trendanalyse 96
Werkzeug 2: Die Aufgabenliste 98
Werkzeug 3: Der Änderungsantrag 100
Werkzeug 4: Das Risiko-Logbuch 102
Werkzeug 5: Das Projekttagebuch 102
Konsequenz und Disziplin gehören dazu 103
Aus Toms Tagebuch 104
Etappe 3
Das Abenteuer beginnt 107
Einen Fehlstart vermeiden
3.1Wer hat das Zeug für ein Abenteuer?
Die richtigen Projektmitarbeiter auswählen 109
Der Mythos des perfekten Teams 111
Die Teamrollen des Professor Belbin 111
Nicht einfach alles hinnehmen 115
Aus Toms Tagebuch 116
3.2Von null auf hundert
Das Team zur Höchstleistung entwickeln 119
In vier Stufen zum High-Performance-Team 120
Forming: Das Team lernt sich kennen 121
Storming: Das Team probt den Aufstand 122
Norming: Die Spielregeln werden gesetzt 123
Performing: Das Team entfaltet Höchstleistung 124
Auf alle vier Stufen kommt es an 125
Aus Toms Tagebuch 125
3.3Erfolgreich starten
Das gelungene Kick-off-Meeting 127
Das Projekt nimmt Fahrt auf 129
Kick-off - gleich zweimal? 129
Ranghohe Unterstützung 130
Das Kick-off-Meeting vorbereiten 130
Entwicklungsphase 1: Kennenlernen und Vertrauen gewinnen 131
Entwicklungsphase 2: Konflikte und Machtspiele 131
Entwicklungsphase 3: Die Spielregeln finden 133
Ablauf eines Projekt-Kick-offs 133
Aus Toms Tagebuch 135
3.4Schlagkräftig aufgestellt
Eine effektive Projektorganisation schaffen 138
Die Projektadministration reduzieren 139
Die Projektabläufe einfach halten 140
Verbindliche Spielregeln vereinbaren 141
Tägliche Einsatzbesprechung abhalten 143
Fester Termin, fester Zeitrahmen 143
Einsatzplanung am Task Board 143
Regeln für Projektbesprechungen festlegen 144
Der Jour fixe: eine Diskussionsrunde zum Stand der Dinge 144
Die Teamsitzung: Zusammenkunft für Ergebnisse
und Entscheidungen 145
Ein Projektbüro einrichten 145
Aus Toms Tagebuch 146
Etappe 4
Das Umfeld gewinnen 149
Widerstände managen
4.1Macht - der unsichtbare Helfer
Wie der Projektleiter sich Einfluss verschafft 151
Macht lässt sich organisieren 152
Variante 1: Belohnungsmacht 152
Variante 2: Zwangsmacht 153
Variante 3: Legitime Macht 154
Variante 4: Identifikationsmacht 155
Variante 5: Expertenmacht 155
Variante 6: Informationsvorsprung 156
Einflussreich ohne formale Macht 157
Aus Toms Tagebuch 157
4.2Freund oder Feind?
Stakeholder erkennen und managen 159
Der Mensch im Fokus: Die Stakeholderanalyse 160
Schritt 1: Die Spieler identifizieren 161
Schritt 2: Die Spieler einschätzen 161
Schritt 3: Die Situation darstellen 163
Schritt 4: Maßnahmen ergreifen 165
Aus Toms Tagebuch 166
4.3Erfolgsfaktor Kommunikation
Das Umfeld in das Projekt einbinden 169
Kommunikationskonzept aus vier Bausteinen 170
Baustein 1: Der Kommunikationsplan 170
Baustein 2: Der Lenkungsausschuss 171
Baustein 3: Der Statusbericht 173
Baustein 4: Die Eskalationsregeln 178
Aus Toms Tagebuch 180
Etappe 5
Alles hört auf mein Kommando 183
Führen, ohne Chef zu sein
5.1Das Team der Abenteurer anführen
Auf der Suche nach dem perfekten Führungsstil 185
Den perfekten Führungsstil gibt es nicht 187
Situative Führung als Herausforderung 188
Bestimmung der Reifegrade 188
Reifegrad 1: Geringe Qualifikation, aber hohe Motivation 188
Reifegrad 2: Geringe Qualifikation, geringe Motivation 189
Reifegrad 3: Hohe Qualifikation, aber geringe Motivation 189
Reifegrad 4: Hohe Qualifikation, hohe Motivation 190
Bestimmung der Führungsstile 190
Die Wahl des richtigen Führungsstils 191
Reifegrad 1: Ein autoritärer Führungsstil leitet an 191
Reifegrad 2: Ein kooperativer Führungsstil coacht 191
Reifegrad 3: Ein karitativer Führungsstil unterstützt 192
Reifegrad 4: Ein Laisser-faire-Führungsstil delegiert 192
Situativ führen im Projekt 193
Aus Toms Tagebuch 194
5.2Motivier mich mal!
Das Team für das Abenteuer gewinnen 195
Den wahren Motiven auf der Spur 196
Sechzehn Lebensmotive bedingen unser Verhalten 198
Den Lebensmotiven auf die Spur kommen 199
Fragen an den Mitarbeiter 202
Beobachtung des Mitarbeiters 202
Vom Motiv zur Motivation: Ein Blick auf Toms Team 203
Motivorientiertes Führen 204
Franz, Bettina und die "Macht" 205
Adreas, Karin und die "Neugier" 205
Wie tickt Ihr Team? 206
Aus Toms Tagebuch 208
5.3 Delegieren, aber richtig!
Wege aus dem Monkey Business 211
Delegieren im Projekt - die Grundlagen 212
Monkey Business - Wer macht für wen die Arbeit? 214
Strategien gegen die Affenfalle 215
Aus Toms Tagebuch 217
5.4Bei Sturm steht der Kapitän mit an Deck
Die Abenteurer wollen einen starken Projektleiter 219
Die Führungsrollen des Projektleiters 220
Die Leadership-Formel 222
Komponente 1: Leadership braucht eine Vision 222
Komponente 2: Leadership braucht Leidenschaft 223
Komponente 3: Leadership braucht Disziplin 224
Komponente 4: Leadership braucht Vertrauen 225
Aus Toms Tagebuch 227
Etappe 6
Kurs halten in gefährlichen Gewässern 229
Konflikte und Krisen meistern
6.1Rosenkriege und Grabenkämpfe
In Konflikte eingreifen, bevor alles zu spät ist 232
Wie Konflikte eskalieren: Schritt für Schritt in den
Rosenkrieg 234
Vom Disput zum Konflikt 234
Das Modell der Eskalationsstufen 234
Eskalation: Level 1 - Es fängt ganz harmlos an 235
Die Eskalationsstufen 1 bis 3 235
Das Konfliktgespräch einfädeln 237
Das Konfliktgespräch führen 238
Eskalation: Level 2 - Es kommt zu Auseinandersetzungen 239
Die Eskalationsstufen 4 bis 6 240
Rechtzeitig Hilfe holen: Konfliktcoach oder Mediator 241
Eskalation: Level 3 - Der totale Krieg 242
Aus Toms Tagebuch 243
6.2Der Feind in meinem Projekt
Gefährliche Projektgegner rechtzeitig entmachten 245
Verzögern, blockieren, sabotieren: Wie kommt es dazu? 247
Jedes Projekt stößt auf Widerstände 247
Motive: Warum Projektgegner zu Saboteuren werden 247
Symptome und Warnzeichen:
Die drohende Sabotage erkennen 248
Strategien gegen die häufigsten Saboteure 249
Der sabotierende Linienmanager 250
Der sabotierende Spezialist 251
Der sabotierende Anwender 252
Der sabotierende Auftraggeber 254
Der sabotierende Betriebsrat 255
6.3Houston, wir haben ein Problem!
Wenn der Projektplan plötzlich versagt 257
Pläne scheitern - nicht immer, aber immer wieder 258
Das Projekt gerät außer Kontrolle 259
Die Begegnung mit dem schwarzen Schwan 259
Die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns 260
Kurs halten ohne Plan 261
Bewahren Sie einen kühlen Kopf 261
Setzen Sie auf die Kunst der Improvisation 262
Aus Toms Tagebuch 263
6.4Wenn das Abenteuer aus dem Ruder läuft
Projektkrisen souverän meistern 265
Einen Ausweg finden: Blicken Sie nach vorn! 268
Weg 1: Der Projektleiter führt das Projekt aus
der Krise 269
Weg 2: Ein Sanierungs-Krisenstab wird eingerichtet 271
Weg 3: Ein Krisenmanager übernimmt das Zepter 273
Aus Toms Tagebuch 275
Etappe 7
Zum Endspurt ansetzen 277
Das Projekt erfolgreich abschließen
7.1Einen Knopf dranmachen
Die Abnahme erfolgreich managen 279
Die Abnahme sichern 280
Rechtliche Klippen umschiffen 281
Aus Toms Tagebuch 282
7.2Ende gut, alles gut?
Jedes Projekt braucht ein klares Ende 284
Das Projektende vorbereiten: Was gehört dazu? 285
Die Nachkalkulation 285
Der Projektabschlussbericht 286
Archivierung der Projektdokumente 287
Freigabe der Projektmitarbeiter 287
Der Schlusspunkt: Die Abschlussfeier 288
Aus Toms Tagebuch 288
7.3 Aus Erfahrung klug
Damit das nächste Projekt besser wird 290
Der Projektreview: Mitarbeiter zu Wissensträgern machen 292
Schritt 1: Zielerreichung im Projekt 292
Schritt 2: Strukturierung des Projekts 293
Schritt 3: Zusammenarbeit im Projekt 293
Der Review-Workshop: Maßgeschneiderte Routenführung 294
Das Projektpanorama: Den Überblick gewinnen 294
Fortschritte und Rückschritte: Die Erkenntnisse formulieren 295
Unter der Lupe: Stärken und Schwächen analysieren 295
Die Fünf-Meilen-Stiefel: Maßnahmen festlegen 296
Vor dem nächsten Abenteuer: So schärfen Sie Ihre Axt 297
Aus Toms Tagebuch 297
Toms Tagebuch: die Akteure 300
Literatur 305
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Vorwort
Der Helikopter landet auf einer freien Fläche mitten im Urwald. Eine Gruppe von Menschen wird herausgestoßen; geblendet vom grellen Sonnenlicht blicken sie sich unsicher um, ohne zu wissen, was sie erwartet. Erst vor wenigen Minuten haben sie das Ziel ihrer Expedition erfahren - und schon hebt der Helikopter wieder ab und lässt sie im Dschungel zurück. Ihr Abenteuer beginnt.
Genau so starten auch viele Projekte: ein schnelles Briefing, eine grobe Auswahl von Teammitgliedern, und schon geht das Abenteuer los. Manches ist klar, das meiste unklar. Große Überraschungen warten auf den Projektverantwortlichen, mitunter auch Katastrophen. Dieses Buch möchte ein Survival-Guide für Projektleiter sein. Anhand von Situationen aus dem Unternehmensalltag zeigt es, wie das Überleben im Projektdschungel gelingen kann.
Wenn wir an Abenteuer denken, fallen uns große Helden ein. Etwa Indiana Jones, der in halsbrecherische Situationen gerät und immer einen Ausweg findet. Keine Gefahr, die er nicht meistert! Doch als Projektleiter brauchen Sie nicht der große Held zu sein, der sich blindlings ins Abenteuer stürzt. Wichtig sind nur eine sorgfältige Vorbereitung und eine wildnistaugliche Ausrüstung.
Das weiß auch der Leiter jener Gruppe, die sich nun plötzlich im Urwald wiederfindet. Anstatt gleich in den Dschungel einzudringen, lässt er seine Leute am Landungsplatz die Zelte aufschlagen. So kann sich das Team erst einmal kennenlernen. Dann sucht der Expeditionsleiter den Funkkontakt zu seinem Auftraggeber, um noch einige wichtige Punkte zu klären. Wer steht eigentlich hinter dem Auftrag? Was genau ist das Ziel? Worauf kommt es an? Diese und einige andere Fragen sind wegen des überhasteten Abflugs deutlich zu kurz gekommen.
Nun informiert der Expeditionsleiter seine Leute über das Gespräch. Gemeinsam mit ihnen erarbeitet er einen Plan, sondiert die größten Risiken, bespricht Notfallpläne und vereinbart Regeln, die für die Zeit der Expedition gelten. Erst dann bricht die Gruppe auf. Trotz all dieser Vorbereitungen bleibt es eine Reise ins Ungewisse. Auf Schritt und Tritt lauern Gefahren, denen das Projektteam nicht immer ausweichen kann. Immer wieder ist eine pragmatische Lösung, manchmal auch geschicktes Improvisieren notwendig. Ein bisschen Indiana Jones hilft da schon …
Dieses Buch lädt Sie ein, an einer Projektsafari in sieben Etappen teilzunehmen. Es möchte Ihnen das Rüstzeug geben, um die zahlreichen Abenteuer, die einem Projektleiter begegnen, erfolgreich zu bestehen. Das Buch enthält zahlreiche Tipps, berichtet von den Erlebnissen anderer Projektleiter und gibt Ihnen einfache Modelle und wirksame Werkzeuge an die Hand, mit denen Sie Ihr eigenes Projektabenteuer erfolgreich managen können.
Die erste Etappe leitet uns von der Idee zum konkreten Projektauftrag. Es geht darum, das vom Auftraggeber oft leichthin vergebene Projekt zu konkretisieren und erste absehbare Klippen zu umschiffen.
Trotz Termindruck nehmen wir uns in der zweiten Etappe die Zeit, das Vorhaben solide vorzubereiten: Wir beginnen mit der Projektplanung, optimieren diese Planung, denken über Risiken nach - und entscheiden darüber, welche Werkzeuge wir mit auf die Reise nehmen.
Bei der dritten Etappe stehen wir unmittelbar vor dem Aufbruch: Der Projektleiter befasst sich intensiv mit seinem Team, bereitet das Kick-off-Meeting vor und sorgt für eine funktionsfähige Projektorganisation.
In der vierten Etappe widmen wir uns dem Projektumfeld: Wer steht wie zum Projekt? Wir identifizieren Skeptiker und Quertreiber, um Widerstände gegen das Projekt rechtzeitig zu erkennen. In dieser Etappe geht es um die Akzeptanz, aber auch darum, uns als Projektleiter ausreichend Macht und Einfluss zu sichern, um die Projektinteressen durchsetzen zu können.
Die fünfte Etappe ist die Frühphase der Umsetzung: Das Team ist aufgebrochen und soll nun Höchstleistungen erbringen. Damit das gelingt, kommt es vor allem auf das Führungsgeschick des Projektleiters an.
Unerwartete Ereignisse stürzen das Projekt in die Krise. In der sechsten Etappe sehen wir uns mit eskalierenden Konflikten, Saboteuren und insolventen Lieferanten konfrontiert. Jetzt kommt es darauf an, das Projekt in der Ausnahmesituation der Krise zu managen und wieder auf Kurs zu bringen.
Mit der siebten Etappe befinden wir uns auf der Zielgeraden. Hier gilt es, die Abnahme zu sichern und das Projekt angemessen abzuschließen. Noch einmal trifft sich das Projektteam, um die gemeinsamen Erfolge und Misserfolge Revue passieren und das Projekt würdig ausklingen zu lassen. Künftige Projekte sollen von diesen Erfahrungen profitieren, aus Fehlern lernen und Erfolge wiederholen.
Durch alle sieben Etappen der Projektsafari wird uns Tom begleiten. Wir lernen ihn gleich in der ersten Etappe kennen. Der 35-jährige Diplom-Ingenieur sammelte schon während seines Informatikstudiums an einer Dualen Hochschule Praxiserfahrung im IT-Bereich eines namhaften Elektrogeräteherstellers.
Als junger Mitarbeiter verantwortete er dann maßgeblich die Einführung einer innovativen Produktionssteuerung und verschaffte sich damit großes Ansehen in der Firma. Seither übernimmt er regelmäßig die operative Leitung von ITProjekten.
Nun wurde Tom ein besonders anspruchsvolles Projekt übertragen: die Einführung einer Vertriebssoftware. Der Auftrag kommt von der Geschäftsführung selbst. Für das Familienunternehmen mit weltweit rund 6 000 Mitarbeitern hat das Projekt eine große strategische Bedeutung.
In einem Tagebuch, das uns durch alle Etappen begleiten wird, notiert Tom einen Teil seiner Erlebnisse und lässt uns an seinen Schlussfolgerungen teilhaben.
Etappe 1 Lust auf ein Abenteuer? Von der Idee zum Projektauftrag
Christoph Kolumbus war ein Abenteurer. Und doch wusste er ganz genau: Die faszinierende Idee, Indien auf dem Weg nach Westen anzusteuern, war das eine; dieses Ziel wirklich zu erreichen etwas ganz anderes. Hierzu benötigte er eine sorgfältige Vorbereitung und einen klaren Auftrag.
Im 15. Jahrhundert waren Indien und China wichtige Handelspartner für Europa, denn von dort kamen wertvolle Güter wie Seide und Gewürze. Doch es gab Probleme auf den Landwegen zwischen Europa und dem Osten, weil das Osmanische Reich die Gebiete beherrschte. Während Vasco da Gama eine Seeroute nach Indien südostwärts um Afrika herum erkundete, verfolgte Kolumbus die Idee, Indien auf einer Westroute zu erreichen. Er stützte sich auf Indizien, die für das Vorhandensein einer Landmasse westlich von Europa sprachen. Außerdem kannte Kolumbus die Aufzeichnungen portugiesischer Seefahrer, wonach man sich die Passatwinde für eine schnelle Fahrt nach Westen zunutze machen konnte, indem man zunächst südlich steuerte. Die Kugelform der Erde, Voraussetzung für ein Gelingen des Plans, war Ende des 15. Jahrhunderts unter den Gelehrten allgemein akzeptiert, auch von der katholischen Kirche.
Und doch war es ein waghalsiges Unterfangen, für das Kolumbus die Unterstützung eines Staates oder Staatsoberhauptes benötigte. Zunächst stellte er dem portugiesischen König Johann II. detailliert ausgearbeitete Pläne einer Expeditionsfahrt vor. Der Ratgeber des Königs lehnte jedoch ab. Die Pläne seien undurchführbar.
Etwa ein Jahr später, nach dem Tod seiner Frau, verließ Kolumbus 1485 Lissabon in Richtung Spanien. Er hoffte, das Königspaar Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien für seine Pläne gewinnen zu können. Und es begann verheißungsvoll: 1486 kam er auf Aufforderung von Königin Isabella erstmals zum Hof nach Córdoba - und der Verwalter der Krongüter und Schatzmeister der Santa Hermandad erwärmte sich für die Idee des Christoph Kolumbus. Ein Komitee, das zur Prüfung der Pläne eingesetzt wurde, lehnte das Vorhaben dann jedoch als unpraktikabel ab.
Kolumbus ließ nicht locker. Er folgte dem spanischen Hof von Ort zu Ort. Endlich, fünf Jahre später, erhielt er 1491 vom Königspaar die Zusage, dass man sich nach dem Krieg gegen Granada, dem letzten maurischen Fürstentum auf der iberischen Halbinsel, erneut seinen Plänen widmen werde. Kolumbus verzweifelte fast, doch am 2. Januar 1492 kapitulierten die Mauren tatsächlich, und er konnte die Verhandlungen fortsetzen.
Ein hartes Pokern begann. Als die Spanier seine Bedingungen ablehnten, machte Kolumbus sich auf den Weg nach Frankreich, das ihm, so behauptete er, ein besseres Angebot gemacht habe. Auf Drängen verschiedener Personen am Hof, unter anderem des Schatzmeisters Luis de Santángel, entschied sich die Königin nun doch, die Forderungen zu akzeptieren. Ein Eilbote holte Kolumbus zurück.
Am 17. April 1492 unterzeichneten Christoph Kolumbus und das spanische Königspaar die legendäre "Kapitulation von Santa Fe". In diesem Vertrag setzte Kolumbus alle seine Forderungen durch, von denen er das Projekt einer Indienfahrt abhängig gemacht hatte. Die eigenen Vorstellungen durchsetzen und einen klaren Auftrag erhalten: Was Christoph Kolumbus mit unglaublicher Beharrlichkeit fertigbrachte, ist auch für den Projektleiter unserer Tage oft ein hartes Stück Arbeit. Ein neues Projekt kann von heute auf morgen auftauchen - ein Beschluss des Vorstands, eine kurz dahingeworfene Idee des Geschäftsführers. Der Druck ist groß, dann sofort loszulegen. Doch wie einst der Seefahrer Kolumbus sollte der Projektleiter vor dem Aufbruch noch einige wichtige Dinge regeln und mit seinem Auftraggeber einen Vertrag abschließen. Die Vorbereitungen können darüber entscheiden, ob das Vorhaben scheitert oder gelingt - und ob es Lust auf weitere Abenteuer macht.
Damit sind wir bei Etappe 1 unserer Expedition in die Welt der Projekte, der Phase von der Idee bis zum Projektauftrag. In Abschnitt 1.1 beginnen wir mit den Reisevorbereitungen. Es geht darum, die noch unausgegorene Idee konstruktiv aufzugreifen und mit dem Auftraggeber die Hintergründe zu klären: Was ist das Ziel des Projektes? Worin liegt der Kern des Auftrags?
Auf Grundlage einer Projektskizze geht der designierte Projektleiter dann auf die Beteiligten zu, um die unterschiedlichen Anforderungen an das Projekt zu erfahren (Abschnitt 1.2): Was ist dem Fachbereich wichtig? Worauf besteht die IT-Abteilung? Alle Beteiligten bringen ihre Wünsche ein. Schon jetzt, bevor überhaupt die Reise richtig losgeht, droht Chaos. Wir lernen eine Vorgehensweise kennen, um in dieser kritischen Situation den Prozess sauber zu strukturieren. Nun hält der Projektleiter kurz inne und fragt sich: Welche schwierigen Konstellationen können auftreten? Was lässt sich schon jetzt beachten, damit das Projekt nicht scheitert? Es geht darum, die absehbaren Klippen frühzeitig zu erkennen, um einen Schiffbruch von vornherein zu vermeiden (Abschnitt 1.3).
1.1 Ein Abenteuer geschickt einfädeln Wie aus einer Idee ein Projekt wird
"So einfach wie möglich. " Aber nicht einfacher." (Albert Einstein)
Nach acht Wochen ist es so weit, das Projektteam präsentiert die ersten Ergebnisse. Der Geschäftsführer, zugleich Auftraggeber des Projekts, hört wie versteinert zu. Sichtlich verärgert meint er dann: "Das habe ich mir aber anders vorgestellt." Alle Lust auf Abenteuer ist verflogen. Enttäuschung, Ratlosigkeit und Frust verbreiten sich im Projektteam. Der Einwurf, dass der Chef seine Vorstellungen doch schon früher hätte darlegen können, macht die Sache auch nicht besser. Fakt bleibt: Das Projektteam ist wochenlang in die falsche Richtung gelaufen. Diese Szene spielte sich in einem mittelständischen Systemhaus für die Kfz-Branche ab. Die Geschäftsleitung hatte sich ein neues Werkstatt-Informationssystem ausgedacht: Die Mechaniker sollten bei der Wartung von Fahrzeugen künftig nicht mehr mit einer Vielzahl an Systemen konfrontiert werden, sondern alle Informationen auf einen Blick erhalten. Die Geschäftsleitung setzte große Hoffnungen in das Vorhaben und stellte auch erhebliche Ressourcen zur Verfügung. Letztlich war die Projektidee noch recht vage. Dennoch machte sich der Projektleiter ans Werk, präzisierte die Idee nach seinen eigenen Vorstellungen - und das Unheil nahm seinen Lauf. Statt die Informationen direkt am Fahrzeug verfügbar zu machen, hatte er einen Leitstand entwickelt. Das entsprach ganz und gar nicht den Vorstellungen der Geschäftsleitung.
In eine ähnlich prekäre Lage brachte sich der Projektleiter eines Anlagenbauers für die Brau- und Getränkeindustrie. Von seinem Abteilungsleiter erhielt er den Auftrag, beim Bau einer neuen Mälzerei auf regenerative Energien zu setzen. Das klang kühn. Im Grunde seines Herzens hielt der Projektleiter die Idee für ein ökologisches Hirngespinst und zweifelte an ihrer Umsetzbarkeit. Zudem lag eine machbare, ökologisch verträgliche Alternative eigentlich auf der Hand. Doch redete er sich ein, dass sein Chef schon wisse, was er da sage. Den Mut, sich mit seinem Chef ernsthaft auseinanderzusetzen und ihn zum Überdenken seines Auftrags zu bewegen, brachte er nicht auf.
Nach einigen Wochen geriet der Projektleiter mit seinem Team in eine Sackgasse. Damit war die Arbeit der letzten Wochen umsonst. Schließlich wurde das Projekt so umgesetzt, wie der Projektleiter es sich von Anfang an vorgestellt hatte. Warum nicht gleich so?
Die beiden Fälle zeigen: Es ist höchst riskant, davon auszugehen, dass der Auftraggeber eine Projektidee durchdacht hat. Wer versucht, einen solchen "Auftrag" direkt in die Tat umzusetzen, begibt sich in Gefahr. Fast immer scheitert ein so voreilig begonnenes Projekt. Das kostet nicht nur das Unternehmen viel Geld, sondern auch der Ruf des Projektleiters leidet darunter. Sein Name wird künftig mit dem missglückten Projekt verbunden sein.
Führen wir uns vor Augen, wie ein Projekt entsteht. Meist ist es doch so, dass ein Mitglied der Geschäftsführung oder der Abteilungsleiter eines Fachbereichs eine Idee hat. Diese ist ziemlich vage, manchmal nicht viel mehr als ein Schlagwort. Der Auftraggeber reißt das Thema lediglich an, statt es als Projekt zu präzisieren. Wesentliche Eckpunkte wie Zeitrahmen, Kosten und Umfang sind entweder gar nicht oder nur bruchstückhaft definiert.
Legt der Projektleiter nun los, begibt er sich in ein fragwürdiges Abenteuer. Überraschungen und Kehrtwendungen sind unvermeidlich, ein Zickzackkurs ist vorprogrammiert und gefährdet den Projekterfolg. Doch wäre es falsch, die Verantwortung hierfür nun dem Auftraggeber zuzuschieben und ihm vorzuwerfen, dass er offenbar nicht weiß, was er will. Vielmehr obliegt es dem Projektleiter, vor dem Projektstart für die notwendige Präzisierung des Auftrags zu sorgen.
Der Projektleiter als Aufklärer
Als designierter Projektleiter stecken Sie bereits mitten im ersten Abenteuer. Es gab ein kurzes Gespräch zwischen Ihnen und dem Auftraggeber, und schon wurde das Projekt gestartet. Wie üblich drängt die Zeit, Taten werden erwartet. Doch was möchte der Auftraggeber wirklich? Irgendwie haben Sie das Gefühl, dass er es selbst nicht so genau weiß. Auch die Rahmenbedingungen liegen im Dunkeln, ebenso wie die weiteren Interessen, die das Projekt im Unternehmen berührt.
Um den Auftrag zu präzisieren, müssen Sie sich selbst als Aufklärer betätigen. Nur so können Sie das Projekt im Sinne des Auftraggebers, aber auch im eigenen Interesse mit einem möglichst geringen persönlichen Risiko durchführen. Auch wenn das Projekt in den Augen des Auftraggebers bereits begonnen hat, sollten Sie vorab die grundlegenden Dinge klarstellen.
Projektbegleitende Auftragsklärung - ist das nicht ein Widerspruch in sich? Jeder angehende Projektleiter lernt, dass ein Projekt erst dann startet, wenn es ein konkretes Ziel, ein Anfangs- und Enddatum, ein fixes Budget und festgelegte Randbedingungen gibt. Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich trifft man diese lehrbuchhaft geordnete Ausgangssituation nur selten an. In den meisten Fällen kommt es deshalb darauf an, pragmatisch vorzugehen und die Klärung in Form einer "Projektskizze" nachzuholen.
Eine erste Landkarte: Die Projektskizze
Die Projektskizze ist vergleichbar mit einer Landkarte, deren Maßstab sehr grob ist, die den Beteiligten jedoch eine erste Orientierung gibt. Das Ziel ist darauf eingezeichnet. Damit steht auch die Richtung fest, in die das Projektteam gehen muss. So lässt sich verhindern, dass eine Mannschaft wochenlang marschiert und von ihrem Auftraggeber dann ein "Das habe ich mir aber anders vorgestellt" zu hören bekommt. In Umrissen sind auf dieser Landkarte auch schon die großen Hindernisse eingezeichnet, für Wege und andere Details ist der Maßstab jedoch noch viel zu klein.
Aufgabe des Projektleiters ist es, eine solche Projektskizze zu erstellen. Sie lässt sich in fünf Schritten erarbeiten. In den ersten vier Schritten klären wir die Zielsetzung, legen die Eckdaten fest, setzen Prioritäten und formulieren in wenigen Worten den Projektkern. Im fünften Schritt fassen wir dann die vier Bausteine zur Projektskizze zusammen.
Schritt 1: Zielsetzung klären
Das erste, meist überraschend angesetzte Gespräch mit dem Auftraggeber vermittelt ein ungefähres Bild vom Ziel des Projekts. Vieles bleibt jedoch unklar. Was genau möchte der Auftraggeber, was möchte das Unternehmen mit dem Projekt erreichen? Im ersten Schritt geht es darum, zur eigentlichen Zielsetzung des Projekts vorzustoßen. Es hat sich bewährt, in verschiedenen Varianten nach dem Ziel zu fragen, um so das Projektziel aus allen Richtungen zu beleuchten. Folgende Leitfragen eigenen sich hierfür:
Leitfrage 1: Wozu dient das Projektergebnis? - Was ist Sinn und Zweck des Projekts? - Gibt es einen Anlass? - Vor welchem Hintergrund erfolgte der Projektauftrag?
Leitfrage 2: Für wen führen wir das Projekt durch? - Wer ist der Auftraggeber? - Wer ist vom Projekt betroffen? - Wer hat etwas davon? Und was?
Leitfrage 3: Was soll mit dem Projektergebnis erreicht werden? - Was soll am Ende des Projekts anders sein als vorher? - Wie soll das Endergebnis aussehen?
Leitfrage 4: Woran erkennen wir, dass das Projekt erfolgreich war? - Wann gilt das Projekt als erfolgreich? - Woran wird der Erfolg gemessen? - Gibt es Erfolgskriterien?
Manche Antwort wird im ersten Anlauf unbefriedigend ausfallen. Dann gilt es, beharrlich zu sein und so lange nachzuhaken, bis das Ziel deutlich geworden ist. Die Antworten ergeben den ersten wesentlichen Baustein der Projektskizze: den Zielkatalog. Auch unser Tagebuchschreiber Tom, der als Projektleiter bei einem mittelständischen Elektrogerätehersteller eine neue Vertriebssoftware einführen soll, skizzierte zuerst anhand der Leitfragen einen Zielkatalog (siehe S. 21).
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