Dietmar Pfaff
Kunden verstehen, gewinnen und begeistern
Ihr Praxiswissen für ein erfolgreiches Marketing
Kleine und mittelständische Betriebe haben in der Regel weder die Möglichkeiten noch Ressourcen, die Konzernen für ihre Marketingstrategien zur Verfügung stehen.
Dennoch können sie ebenso erfolgreich im Marketing sein. Dietmar Pfaff zeigt, was für ein erfolgreiches Marketing im Mittelstand notwendig ist, zum Beispiel: · wie man ohne große Werbebudgets Service und Marktforschung gezielt einsetzen kann, · wie man den Kundennutzen misst, · wie man sein Angebot individuell gestaltet, oder · wie man den Kunden nachhaltig begeistert.
Dietmar Pfaff
Professor Dietmar Pfaff lehrt an der RFH (Rheinische Fachhochschule Köln) Medienwirtschaft. Er ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung infomarketing GmbH in Frankfurt am Main und Anbieter diverser Managementseminare. Bei Campus hat er bereits das "Praxishandbuch Marketing" (2004) sowie "Competitive Intelligence" (2005) publiziert.
mehr zum Autor
25.06.2007, Absatzwirtschaft
Kunden verstehen
"Der Autor zeigt, wie kundenindividuelle Lösungen auch für kleine und mittelgroße Unternehmen umgesetzt werden können."
Inhalt
Vorwort 9
Mit dem Kunden zum Erfolg 11
Was sind Kunden? 12
Interne Kunden begeistern externe Kunden 13
Kunden verlangen Problemlösungen 18
Kundenorientierung braucht Marketing 20
Kundenerfolg leicht gemacht 25
Lernen Sie Ihre Kunden kennen 27
Wie erhalten Sie relevante Kundendaten? 29
Dann ist ein Kunde ein Kunde 39
Personen, Bedürfnisse und Anwendungssituationen 40
Analysieren Sie Ihre Kunden richtig 43
ABC-Analyse 44
Kundenlebenszyklus 46
Customer-Lifetime-Value 47
Kundenportfolio 50
Customer-Intelligence 54
Zusammenfassung und Fazit 63
Wählen Sie Ihre Kunden sinnvoll aus 64
Welche Zielsetzungen dienen der Beurteilung? 64
Zielgruppenbildung und geeignete Auswahltechniken 65
Gute Kunden, schlechte Kunden 68
Zusammenfassung und Fazit 76
Bedienen Sie Ihre Kunden zielgerichtet 78
Welchen Wert hat der Kunde für das Unternehmen? 78
Zielsetzungen und deren Erfolgswirksamkeit 80
Kundennutzen und Kundenvorteil 83
Zusammenfassung und Fazit 84
Finden Sie den richtigen Weg zur Kundengewinnung 85
Preis als Argument: "Geiz ist geil" 85
Qualität als Argument: "Leistung aus Leidenschaft" 87
Service als Argument: "Heute gebracht, morgen gemacht" 88
Vertriebsweg als Argument: "3 ... 2 ... 1 ... meins!" 89
Zusammenfassung und Fazit 90
Kreieren Sie ein ganzheitliches Marketing 93
Welche Werkzeuge bietet das Marketing? 94
Marketingbudget und dessen Bestimmung 97
Customer-Relationship-Management (CRM) 99
Zusammenfassung und Fazit 101
Gestalten Sie Ihr Angebot kundenindividuell 105
Wie bilden Sie ein optimales Produkt-/Dienstleistungsprogramm? 105
Die Entwicklung neuer Angebote 110
Innovation, Differenzierung und Weiterentwicklung 112
Kundenindividuelle Massenfertigung 113
Zusammenfassung und Fazit 115
Profilieren Sie sich durch Kundenservice 116
Welche Möglichkeiten bietet Kundenservice? 117
Service - vor, während und nach dem Kauf 118
Zusammenfassung und Fazit 122
Beteiligen Sie den Kunden an der Preisbestimmung 123
Was kann mit kundenindividueller Preisfindung erreicht werden? 124
Der Preis als Ausgangspunkt 125
Preisspielräume ausnutzen 126
Wertorientierte Preise bieten Erfolgspotenzial 127
Der Preis als Kundenbindungsinstrument 128
Zusammenfassung und Fazit 130
Vermitteln Sie Ihren Kunden ein Erlebnis 131
Wie wird erfolgreich mit der Zielgruppe kommuniziert? 132
Klassische Werbemaßnahmen 135
Verkaufsförderung zur Absatzsteigerung 138
Public-Relations für Unternehmen und Produkte 139
Zusammenfassung und Fazit 141
Vernetzen Sie sich und Ihre Kunden 143
Wie können Vertriebsgruppen zielorientiert gestaltet werden? 143
Der Vertrieb Hand in Hand mit dem Kunden 145
Alternativen der Vertriebswegegestaltung 145
Neuere Vertriebsformen 152
Online-Vertrieb 154
Zusammenfassung und Fazit 154
Steuern Sie Ihren Markterfolg 156
Wie funktioniert die Ergebniskontrolle? 159
Kundengewinnung messbar machen 160
Der Kunde in der Balanced Scorecard 161
Kundenbindung - nur so gut wie die Integration der Kennzahlen 165
Begeistern Sie Ihre Kunden nachhaltig 172
Der Kunde als Botschafter für das Unternehmen 175
Der Kunde als Freund und Partner 176
Der Kunde als Innovator 176
Der Kunde als Existenzsicherer 177
Planen Sie auch das Recht mit ein 178
Rechtliche Grenzen 178
Lassen Sie sich helfen 181
Werfen Sie einen Blick zurück 183
Danksagung 186
Literatur 188
Register 191
Dieses Buch erläutert die Auswirkungen und Bedeutung von aktiver Kundenorientierung und soll dem Leser einen hinreichenden Überblick über die Materie verschaffen. Im vorderen Teil werden systematisch pragmatische Instrumente und Methoden dargestellt, im hinteren Teil findet sich der explizite Anwendungsbezug mit Umsetzungsbeispielen. In beiden Teilen werden jedoch fortlaufend praxisnahe Beispiele verwendet. Hier ein erstes:
Die Marketingabteilung eines mittelständischen Software-Unternehmens möchte im Zuge der Vorbereitung auf die Computer-Messe CEBIT ihre Kunden miteinbeziehen. Es entsteht die Idee, diese zu einem Tagesausflug auf die CEBIT einzuladen, damit sie sich vor Ort ein Bild von den neuesten Entwicklungen und Technologien machen können. Hierzu würde das Unternehmen den Kunden einen gemieteten Bus zur Verfügung stellen. Die Mitarbeiter der Marketingabteilung beginnen etwa drei Wochen vor Beginn der Messe bei ihren Kunden anzufragen, ob Interesse am Besuch der Veranstaltung besteht. Die meisten reagieren mit Zustimmung auf den Vorschlag, viele sehen sich jedoch aus terminlichen oder logistischen Gründen außerstande, an dem Ausflug teilzunehmen. Ein Kunde schlägt deswegen vor, im Anschluss an die Messe einen Informationsabend im eigenen Hause zu veranstalten, an dem die Kunden über alle Neuheiten informiert werden. Die Verantwortlichen des Software-Unternehmens sind von dieser Idee begeistert, da bei einer solchen Veranstaltung noch individueller auf die eigenen Kunden eingegangen werden kann. Eine kundenorientierte Sichtweise kann durchaus Vorteile für beide Seiten haben. Das Unternehmen kann, ohne der Konkurrenz der Wettbewerber ausgesetzt zu sein, die Kunden gezielt informieren und beraten, und diese müssen nicht einen ganzen Tag ihrer Zeit opfern, sondern bekommen auf bequeme Weise einen komprimierten Überblick über die Geschehnisse auf der CEBIT geboten.
Was sind Kunden?
Aufbauend auf dem CEBIT-Beispiel, stellt sich die erste entscheidende Frage, was überhaupt Kunden sind. Denn das Systemhaus hat Kontakte zur ortsansässigen Wirtschaft, es gibt Interessenten, die noch keinen Auftrag erteilt haben, und Bestandskunden, denen schon eine Rechnung gestellt werden konnte. Das Marketing darf nicht alle vorhandenen oder potenziellen Kunden auf die gleiche Art und Weise bewerben, sondern muss sie zusätzlich noch in verschiedene Cluster segmentieren, wie aus Abbildung 1 zu ersehen ist.
Grundsätzlich kann zwischen Kunden und Nichtkunden unterschieden werden. Ein Kunde unterhält derzeit eine aktive Geschäftsbeziehung mit dem Unternehmen. Kunden lassen sich in Erst- und Mehrfachverwender einteilen. Nichtkunden unterscheiden sich in Altkunden und Wunschkunden. Als Altkunden werden ehemalige Kunden bezeichnet, deren Nachfrage nach Weiterbildung gesättigt ist, da sie bereits alle angebotenen Seminare besucht haben. Wunschkunden sind Nichtkunden, die aufgrund ihres Profils ideale Teilnehmer eines bestimmten Seminars wären. Aus berufs-, zeit- oder budgetbedingten Gründen konnten sie bisher noch an keinem Seminar teilnehmen. Nichtkunden können auch nach der Markenbekanntheit eingeteilt werden. Im Fall von infomarketing bedeutet dies, dass beim potenziellen Kunden die Marke noch unbekannt ist. Andererseits gibt es Nichtkunden, denen die Marke infomarketing bekannt ist, aber der Seminarinhalt, -zeitpunkt oder der Veranstaltungsort nicht zusagt.
Ziel ist es, sich gleichermaßen mit der Neukundengewinnung sowie der Bestands- beziehungsweise Stammkundenpflege zu beschäftigen. Denn eine erste Regel besagt: Wer aufhört, Neukunden - ganz gleich, ob Altkunden oder Wunschkunden - zu akquirieren, hat schon verloren.
Oft wird vergessen, dass der Kunde der Existenzsicherer ist. Er ist es, der den Bedarf hat, der nachfragt und der entscheidet, ob er Ihr Produkt kauft oder nicht. Somit ist er nicht nur ein Marktteilnehmer, sondern auch der Marktbestimmer und derjenige, welcher entscheidet, ob ihm der Preis, die Qualität, der Service oder sonstige Angebote gefallen oder nicht.
Nur das Unternehmen, welches den Kunden auch als Problemlöser, Partner, Kritiker, Mitgestalter und großen Innovator sieht und sich auf den Kunden einstellt, wird vorne liegen. Wenn Sie sich also fragen, was der Kunde will, und für die Strategie Ihres Unternehmens diese Wünsche mit einfließen lassen wollen, dann sollten Sie sich immer darüber im Klaren sein, welche Rollen die Kunden innehaben und wer Ihre Kunden sind.
Cover, reprofähig
Autorenfoto, reprofähig
