Christian Püttjer, Uwe Schnierda
Die erfolgreiche Gehaltsverhandlung
Strategien für mehr Geld
Die Gehaltsverhandlung ist eines der kniffligsten Gespräche im Arbeitsleben. Aber wer gut vorbereitet in diese Situation hinein geht, hat die besten Chancen, mehr für sich herauszuholen.
Christian Püttjer
Christian Püttjer arbeitet gemeinsam mit Uwe Schnierda seit 1992 als Trainer und Berater in den Bereichen Karriere, Bewerbung und Rhetorik. Ihre Erfahrungen aus Bewerbungsmappen-Checks, Einzelberatungen und Seminaren haben sie, angereichert durch viele Tipps und Übungen, in zahlreichen Ratgebern veröffentlicht.
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Uwe Schnierda
Uwe Schnierda arbeitet gemeinsam mit Christian Püttjer seit 1992 als Trainer und Berater in den Bereichen Karriere, Bewerbung und Rhetorik. Ihre Erfahrungen aus Bewerbungsmappen-Checks, Einzelberatungen und Seminaren haben sie, angereichert durch viele Tipps und Übungen, in zahlreichen Ratgebern veröffentlicht.
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17.06.2002, Neue Zürcher Zeitung
Neue Bücher aus der Arbeitswelt
"Die sinnvoll strukturierte Lektüre bietet nicht nur den in Lohnverhandlungen steckenden Arbeitnehmern viel Neues, sondern auch jenen, die schon immer wissen wollten, warum sie nicht mehr verdienen."
Einleitung
1. Geld - ein heikles Thema
Über das Gehalt spricht man nicht
Geld oder Glück?
Bleiben Sie sympathisch im Gehaltsgespräch
2. Was haben Sie zu bieten? - Ihre Trümpfe im Gehaltspoker
Erfolg aus Sicht des Unternehmens
Die Erfolgsbilanz für Beurteilungsgespräche
Die Erfolgsbilanz für Vorstellungsgespräche
3. So vermitteln Sie Ihre Erfolge
Vermittlungsfehler im Gehaltsgespräch
Erfolgreiche Kommunikationstechniken
Trainieren Sie Ihren Auftritt
4. Geld, Freizeit, Sonderleistungen - bewährte und neue Elemente im Gehaltspoker
Vergütungssysteme in unterschiedlichen Unternehmensformen
Gehaltsbestandteile, Zusatz- und Sonderleistungen
5. Wie hoch ist Ihr derzeitiges Gehalt? - Die Ausgangsposition
Was verdienen Sie wirklich?
Geld ist nicht alles
6. Was wollen Sie im Gehaltsgespräch erreichen? - Ihre Gehaltsziele
Wie hoch ist Ihr Marktwert?
Gehaltsziele abwägen
7. Taktisch verhandeln in Gehaltsgesprächen - mit diesen Gegenreaktionen müssen Sie rechnen
Die besondere Atmosphäre in Gehaltsverhandlungen
Die bösen 13: aggressive Argumente und einschüchternde Phrasen
So reagieren Sie souverän
Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte
8. Mehr Gehalt im gleichen Job - Gehaltsverhandlungen an Ihrem Arbeitsplatz
Beurteilungs- und Gehaltsgespräche
Wechseln oder bleiben?
Beispiele für Gehaltsgespräche
9. Mehr Gehalt im neuen Job - Stellenwechsler im Gehaltsgespräch
Die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch
Beispiele für Gehaltsverhandlungen
10. Nur nicht nervös werden! - Wie Sie mit Körpersprache überzeugen
Sympathie-Killer und Sympathie-Verstärker
Mit dem Kopf durch die Wand
Das Prinzip Hoffnung
11. Bleiben Sie am Ball - Strategien für weitere Gehaltsverhandlungen
Ein Sprungbrett für die weitere Karriere
Steter Tropfen höhlt den Stein
12. Fit für die Gehaltsverhandlung
Register
Wir sind für Sie da
Was haben Sie zu bieten? - Ihre Trümpfe im Gehaltspoker
Zur Orientierung
Gehen Sie nicht unvorbereitet in Gehaltsgespräche. Sammeln Sie zuerst Argumente für Ihre Gehaltsforderungen. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre besonderen Leistungen und Ihr überdurchschnittliches Engagement: Erstellen Sie eine Erfolgsbilanz. Mitarbeiter und Unternehmen haben oft unterschiedliche Vorstellungen von erfolgreicher Arbeit. Lernen Sie, aus der Sicht des Unternehmens zu argumentieren.
Ohne das nötige Argumentationsmaterial geraten Sie in Gehaltsverhandlungen schnell ins Schleudern. Wenn Sie keine konkreten Gründe nennen können, die eine Erhöhung des Gehaltes rechtfertigen, sind Sie völlig vom Wohlwollen Ihres Verhandlungspartners abhängig. Bereiten Sie sich gründlich vor, damit Sie Einwände entkräften, konkrete Belege für Ihre Leistung liefern und mit unwiderlegbaren Tatsachen auftrumpfen können.
Erfolg aus Sicht des Unternehmens
Die Argumente, die Sie in Gehaltsverhandlungen vorbringen, müssen für das Unternehmen stichhaltig sein. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Firmenseite Sie bereitwillig besser bezahlen wird. Sie müssen überzeugend und nachvollziehbar argumentieren. Nicht immer ist das, was ein Mitarbeiter als erfolgreiche Arbeit einschätzt, auch aus der Unternehmenssicht ein Gewinn. Die Kunst in Gehaltsgesprächen besteht darin, persönliche Erfolge so zu präsentieren, dass sich eine Deckungsgleichheit mit den Unternehmenszielen ergibt.
Praxis
Aus unserer Beratungspraxis
Falsch vermittelte Leistung
Zur Vorbereitung einer Gehaltsverhandlung suchte uns eine Assistentin der Geschäftsleitung auf. Die letzten 18 Monate litt sie unter besonders hoher Arbeitsbelastung, da Auftragsüberhänge abgebaut werden mussten. Wegen Qualitätsproblemen gab es sehr viele Überstunden für sie. Die bessere Abstimmung zwischen den Abteilungen war zwar letztendlich erfolgreich gewesen, hatte aber viel Schweiß, Nerven und Zeit gekostet. Auf eine Anerkennung von Seiten der Geschäftsleitung hatte die Assistentin bisher vergeblich gewartet. Jetzt war sie fest entschlossen, sich ihr Schmerzensgeld selbst zu erkämpfen.
Da wir davon ausgehen konnten, dass die Geschäftsleitung nicht von sich aus eine Gehaltserhöhung anbieten würde, konfrontierten wir unsere Beratungskundin in einem Rollenspiel mit einem "hartherzigen Chef" und baten sie, ihn zu überzeugen.
Die Assistentin war der Meinung, dass ihr hoher Einsatz in der letzten Zeit ja wohl zu honorieren sei und verhielt sich dementsprechend im Gespräch. Als Begründung für die von ihr gewünschte Gehaltssteigerung gab sie an: "Über ein Jahr habe ich jetzt für die Firma meine Freizeit geopfert und ohne finanziellen Ausgleich viele Überstunden abgeleistet. Die bessere Abstimmung zwischen den Abteilungen war sehr aufreibend, ich musste viele Vorbehalte ausräumen und immer wieder regelnd eingreifen."
Über die Antwort ihres "Chefs" war sie völlig verblüfft: "Wir alle mussten in dieser Zeit auf vieles verzichten, da sind Sie nicht allein. Ein gewisses Maß an Überstunden gehört zu Ihrer Tätigkeit dazu. Dass die Vertreter der einzelnen Abteilungen sich nicht immer grün sind, war Ihnen doch sicherlich schon vorher klar. Als Assistentin der Geschäftsleitung ist eine Ihrer Kernaufgaben, für eine bessere Abstimmung zwischen den Abteilungen zu sorgen. Sie haben Ihre Arbeit gut gemacht. Ich freue mich darüber, dass ich eine Mitarbeiterin wie Sie habe. Die harten Zeiten sind ja nun vorbei, wir können nun alle durchatmen."
Fassungslos sah uns die Kundin an und langsam stieg in ihr die Wut auf, dass sie sich so leicht hatte abbügeln lassen. Wir machten ihr klar, dass die Darstellung ihrer Argumente für eine Gehaltserhöhung aus Sicht des Unternehmens nicht plausibel war. Sie hatte weniger ihre besonderen Leistungen hervorgehoben, sondern eher den üblichen Arbeitsalltag dargestellt. Auf mehr Verständnis von Seiten der Geschäftsleitung konnte sie nur hoffen, wenn sie es schaffen würde, den Nutzen ihrer ganz speziellen Arbeit für das Unternehmen aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass auch in Zukunft ihr Beschäftigungsverhältnis ein überdurchschnittlicher Gewinn für die Firma sein würde.
Nachdem wir die neue Gesprächsstrategie mit der Kundin festgeklopft hatten, konnte sie besser aus der Sicht des Unternehmens her argumentieren: "Zur Bewältigung der Auftragsspitzen habe ich eine abteilungsübergreifende Projektgruppe gebildet. So konnten alle Maßnahmen zur Qualitätssicherung gebündelt werden. Die Ausschussquote sank um 20 Prozent. Ich konnte zusammen mit den Vertretern der Abteilungen Stillstände und Leerlaufzeiten in der Produktion vermeiden. Da die Abteilungsvertreter besonderes Vertrauen zu mir aufgebaut haben, würde ich diese Projektgruppe gerne weiter führen. Ich meine, dass sich diese zusätzliche Verantwortung auch in meinem Gehalt widerspiegeln sollte.[...]
