Christian Püttjer, Uwe Schnierda

Erfolgreich in der Probezeit

Die ersten Wochen und Monate im neuen Job sind entscheidend für die berufliche Zukunft. Püttjer & Schnierda wissen ganz genau, worauf es ankommt, und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Komplett überarbeitet und erweitert: jetzt mit konkretem Leitfaden für die ersten 100 Tage im neuen Job.
»F ür alle, die in ihrer Probezeit nichts dem Zufall überlassen wollen« Emotion

Christian Püttjer
Christian Püttjer arbeitet gemeinsam mit Uwe Schnierda seit 1992 als Trainer und Berater in den Bereichen Karriere, Bewerbung und Rhetorik. Ihre Erfahrungen aus Bewerbungsmappen-Checks, Einzelberatungen und Seminaren haben sie, angereichert durch viele Tipps und Übungen, in zahlreichen Ratgebern veröffentlicht.
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Uwe Schnierda
Uwe Schnierda arbeitet gemeinsam mit Christian Püttjer seit 1992 als Trainer und Berater in den Bereichen Karriere, Bewerbung und Rhetorik. Ihre Erfahrungen aus Bewerbungsmappen-Checks, Einzelberatungen und Seminaren haben sie, angereichert durch viele Tipps und Übungen, in zahlreichen Ratgebern veröffentlicht.
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Einleitung: Eine gegen alle?
"Wann habe ich die Verkaufsmuster hier zur Wareneingangskontrolle?" Aus diesem einzigen Satz bestand die hausinterne E-Mail von Lara, 28 Jahre, seit einigen Wochen neue Mitarbeiterin im Qualitätswesen und Wareneinkauf eines mittelständischen Unternehmens. Es gab keine persönliche Anrede in der viel zu knappen Mail an den Kollegen Tom aus dem zentralen Bestellwesen, es gab keine Grußformel am Ende. Das klang weniger wie eine sachlich berechtigte Nachfrage, sondern eher wie ein Befehl.
Und wie reagierte der angemailte Kollege? Tom, Jahre alt und schon einige Jahre länger in der Firma, fühlte bereits beim Lesen der E-Mail, wie in ihm die kalte Wut hochstieg. Nachdem er seinem Kollegen Sebastian, mit dem er das Büro teilte, die E-Mail von Lara noch einmal laut vorgelesen hatte, schimpfte er wütend: "So eine Ziege, die Neue, was glaubt die eigentlich, wen sie vor sich hat? Darauf antworte ich erst gar nicht, die lasse ich erst einmal richtig auflaufen."
Ein paar Tage später erreichte ihn eine zweite Mail der neuen Kollegin Lara. Der Ton klang jetzt fast wie eine Kriegserklärung, sie schrieb, erneut ohne Anrede und Abschlussformel: "Bereits in meiner Mail vom dritten dieses Monats hatte ich die Verkaufsmuster zur Wareneingangskontrolle angefordert. Ich halte hier fest, dass nichts von deiner Seite geschehen ist und fordere dich nunmehr auf, mir binnen Stunden endlich die Verkaufsmuster zukommen zu lassen."
Diesmal beschloss Tom, ihr zu antworten. Allerdings im väterlich-ermahnenden Stil: "Sehr geehrte neue Kollegin! Hallo Lara! In dieser Firma gibt es bewährte Regeln im Umgang miteinander. Daher wäre ich dir zum einen sehr verbunden, wenn du E-Mails an mich mit einer persönlichen Anrede beginnen würdest. Zum anderen hast du dich ja bisher bei mir noch nicht einmal persönlich vorgestellt, obwohl wir teilweise gleiche Projekte bearbeiten. Bei anderen Kollegen, mit denen du nichts direkt zu tun hast, warst du da ja schneller, wie ich gehört habe. Obwohl du hier offensichtlich einen Fehler begangen hast, strecke ich dir dennoch die Hand entgegen: Also, ich heiße Tom. Weiter ist es so, dass du Verkaufsmuster dann von mir bekommen wirst, wenn du erstens vernünftig, also höflich danach fragst, und zweitens, wenn die Muster überhaupt eingetroffen sind. Drittens erwarte ich von dir sowohl am Anfang als auch am Ende einer E-Mail die üblichen Höflichkeitsformeln, in diesem Sinne: Gib dir mal ein bisschen mehr Mühe, wenn du etwas von mir willst. Gruß Tom."
Die Eigendynamik von Konflikten
Diese - wahre - E-Mail-Episode zwischen der neuen Mitarbeiterin Lara und dem langjährigen Mitarbeiter Tom zeigt beispielhaft, wie schnell in der Probezeit Fronten am Arbeitsplatz aufgebaut werden können. Mit ein bisschen Fantasie und aus eigener beruflicher Erfahrung heraus können Sie, liebe Leserin und lieber Leser, die Geschichte, genauer den Konflikt, gedanklich sicherlich fortspinnen. Es liegt dabei auf der Hand, dass das für einen gelungenen Arbeitsalltag wichtige produktive Miteinander dabei wohl eher nicht im Vordergrund stehen wird. Im Gegenteil, ist die emotionale Ebene, die Psychologen und Coaches nicht umsonst "Beziehungsebene" nennen, erst einmal nachhaltig beeinträchtigt, steht es um die "Arbeitsbeziehung" der direkt am Konflikt Beteiligten schlecht.
Hinzu kommt noch, dass sich Konflikte wie dieser schnell ausweiten können. Bereits im dargestellten Fall hatte Tom die E-Mail von Lara seinem Kollegen Sebastian ja gleich laut vorgelesen. Dass Sebastian hier auf die eine oder andere Weise Partei für Tom ergreifen wird, ist vorhersehbar. Selbstverständlich werden die betriebsinterne Gerüchteküche und der gleichermaßen beliebte und gefürchtete Büroklatsch und -tratsch dafür sorgen, dass der Vorfall die Runde machen wird, und zwar schneller, als es Lara lieb ist. Dann kann es dazu kommen, dass die gesamte Stammbelegschaft gegenüber der neuen Mitarbeiterin erst einmal skeptisch eingestellt ist. Manche Kollegen werden sogar offene Ablehnung zeigen. Ein denkbar schlechter Start am neuen Arbeitsplatz, im ungünstigsten Fall wird sich Lara am Ende fühlen wie "eine gegen alle".

Pressetext (PDF)

Cover, reprofähig

Autorenfoto, reprofähig

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2. überarbeitete Auflage

Erscheinungstermin:
12.09.2011

kartoniert

138 Seiten

Reihe: Bewerbung compact

EAN 9783593395593

€ 9,99

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