Geldanlagen mit 10% Rendite für konservative Anleger bis 25% für Risikobewußte
Konservative Aktien und konservative Fonds
Als man Sir John Templeton einmal fragte, wie man am sichersten zu einer Million komme, antwortete er: "Sparen, sparen, sparen." Und tatsächlich ist dies der klügste Rat, den man einem Anleger geben kann. Natürlich meint der Altmeister dabei nicht, monatlich sein Geld in ein Sparschwein zu werfen. Er will vielmehr sagen, daß es sich lohnt, regelmäßig Geld zur Seite zu legen, um es in Aktien zu investieren. Grund genug also, sich in diesem Kapitel ausführlich mit dem Thema Aktien auseinanderzusetzen.
Eine Geldanlage in Aktien ist mehr als nur eine "einfache" Geldanlage. Der Anleger beteiligt sich mit dem Kauf einer Aktie am Kapital eines Unternehmens. Er wird also Miteigentümer und übernimmt damit anteilig das geschäftliche Risiko. Dafür ist er aber auch am Gewinn "seiner" Firma direkt beteiligt.
Gemäß Aktiengesetz ist das Grundkapital einer deutschen Aktiengesellschaft in Aktien mit einem Nennwert (oder Nominalwert) von 50 DM aufgeteilt. Und er kann auch niedriger sein: Seit 1995 können Aktien im Nennwert von 5 DM ausgegeben werden. Der Nennwert bleibt konstant, er verändert sich nicht. Der Kurswert einer Aktie hingegen kann sich jederzeit verändern - nach oben und nach unten, sogar bis unter den Nennwert. Wenn Sie Aktien kaufen und verkaufen, werden Sie das meist zum Kurswert der Aktie tun. Haben Sie eine Aktie zum Kurswert von 87 DM gekauft und veräußern Sie sie später zum Kurswert von 97 DM, haben Sie einen Kursgewinn realisiert.
Daneben gibt es die jährliche Ausschüttung beziehungsweise Dividendenausschüttung des Unternehmens, die sich allerdings auf den Nennwert der Aktie bezieht. Die Hauptversammlung beschließt die Dividende als einen Prozentsatz. 10% Dividende bedeuten dann bei einer Aktie von 50 DM Nennwert 5 DM.
Es gibt unterschiedliche Aktien. Zum einen ist zu unterscheiden zwischen Namens- und Inhaberaktien, zum anderen zwischen Stamm- und Vorzugsaktie.
Die Namensaktie ist die ursprüngliche Form der Aktie. Sie lautet auf den Namen des jeweiligen Inhabers. Der Name des Käufers wird in das Aktienbuch der Gesellschaft eingetragen. Früher wurde der Name auch auf der Rückseite der Aktie vermerkt. Nur der registrierte Inhaber kann die Aktie wieder verkaufen oder ist berechtigt, die Dividendenzahlung entgegenzunehmen. Die Handhabung bei Kauf und Verkauf der Namensaktien ist etwas umständlich. Selten, da in der heutigen schnellebigen Zeit kaum praktikabel, sind vinkulierte Namensaktien, bei denen der Vorstand Kauf und Verkauf genehmigen muß.
Vollkommen unproblematisch ist dagegen die Handhabung der Inhaberaktie. Jeder, der im Besitz dieser Aktie ist, kann sie verkaufen oder die Dividendenzahlung entgegennehmen. Sie ist in Deutschland am weitesten verbreitet und für den Börsenhandel auch am besten geeignet. Zu unterscheiden ist außerdem zwischen der Stammaktie, der üblichen Form einer Aktie, die einem auf der Aktionärshauptversammlung volles Stimmrecht garantiert, und der Vorzugsaktie, bei der das Mitbestimmungsrecht ausgeschlossen ist. Vorzugsaktien werden von Unternehmen ausgeben, die zwar einen Kapitalzufluß benötigen, die aber das alte Stimmrechtsverhältnis nicht verändern wollen. Als Gegenleistung für ihren Verzicht erhalten die Vorzugsaktionäre eine in der Regel höhere Dividende, die Vorzugsdividende. Möglich ist es auch, Vorzugsaktionären eine Garantiedividende anzubieten. Das heißt, die Aktionäre bekommen unabhängig von der Ertragslage des Unternehmens die vereinbarte Dividende. In der Praxis entwickeln sich die Kurse von Stamm- und Vorzugsaktien weitgehend parallel, wobei die Vorzugsaktien wegen des fehlenden Stimmrechts meistens etwas niedriger notieren. Deutlich wird dies am Beispiel Herlitz (Büroartikel). Dieses Unternehmen hat Stammaktien (StA oder ST) und Vorzugsaktien (Vorzüge oder VZ) ausgegeben. Die Dividende betrug bei Vorzugsaktien 0,64% mehr als bei Stammaktien. Der Kurs der Vorzugsaktie notiert dagegen niedriger. Setzt man also auf Dividendenrendite, wird man in erster Linie Vorzugsaktien kaufen. Das Verhältnis Dividende zu Kurs ist bei den Vorzügen attraktiver als bei Stammaktien. Das heißt, die Dividendenrendite ist höher, der Käufer von Vorzugsaktien wird also eine etwas höhere Rendite erwirtschaften. Dafür verzichtet er, wie gesagt, auf sein Stimmrecht. Da die Unterschiede aber nicht so gravierend sind, ist die Überlegung eher akademischer Natur.