Helga Knigge-Illner

Der Weg zum Doktortitel

Strategien für die erfolgreiche Promotion

Immer mehr Hochschulabsolventen beschließen, Jahre ihres Lebens einem Thema zu widmen und eine Doktorarbeit zu schreiben. Der Weg zum Doktortitel ist allerdings steinig. Dieser Ratgeber zeigt Doktoranden, wie sie ihre Dissertation organisieren und Freude am wissenschaftlichen Arbeiten entwickeln können. Helga Knigge-Illner bringt Probleme wie die Suche nach einem Thema oder das häufig isolierte Arbeiten zur Sprache und gibt praktische Tipps für Planung, Schreiben, Präsentation und Publikation der eigenen Arbeit. Die vorliegende Überarbeitung ist um neue Aspekte wie »Promovieren mit Kind« oder auch Informationen zu Graduiertenkollegs erweitert.

Helga Knigge-Illner
Dr. Helga Knigge-Illner ist Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin sowie Autorin verschiedener Studienratgeber. Sie war viele Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Zentraleinrichtung Studienberatung und Psychologische Beratung der Freien Universität Berlin tätig.
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01.07.2009, Hochschulwesen

"Ein für Promotions-Interessierte und für deren Betreuerinnen und Betreuer sehr lesenswertes Buch."

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Vorwort

Die Erfahrungen mit Promovierenden, die ich seit vielen Jahren durch Workshops und Coachings betreue, und ebenso meine eigenen - nun schon lange zurückliegenden Erfahrungen - haben mich in der nach wie vor gültigen Einschätzung bestätigt, dass das Promovieren "ein hartes Geschäft" ist: Es fordert einen ganz, bringt viel Stress mit sich, ist sehr langwierig und führt einen an die Grenzen seines Selbstbewusstseins. Das haben inzwischen auch viele Leser dieses Buches rückgemeldet. Auch wenn manche Probleme durch die institutionellen Bedingungen des Promovierens bedingt sind, lässt sich auch von Seiten der Doktorandinnen und Doktoranden Einiges ändern. Ich würde das Promovieren heute ganz anders angehen, nämlich viel überlegter, mit besseren Strategien und mit viel mehr Lust an der Sache. Diese Motivation versuche ich meinen Workshop-Teilnehmern zu vermitteln. Und erfreulicherweise wenden sie die empfohlenen Herangehensweisen mit Erfolg an. Die gleiche Motivation möchte ich auch Ihnen als Leser meines Buches vermitteln.

Ich halte es aber auch für notwendig aufzuzeigen, mit welchen Problemen Doktoranden zu kämpfen haben, Probleme, die sie manchmal in extreme Verunsicherung und sogar an den Rand der Verzweiflung treiben. Manche irrationalen und nahezu neurotischen Reaktionen - wie zum Beispiel ihre Angst vor dem Schreiben, die bis zu Arbeitsstörungen führt, und der ambivalente Wunsch, die Anerkennung von Doktorvater und Doktormutter zu gewinnen, aber gleichzeitig auch die Gelegenheit zum Feedback von ihrer Seite zu vermeiden - werden dadurch besser verständlich und überwindbar. Fallbeispiele und Aussagen von Dokto randen, die ich befragt habe, sollen helfen, diese Analyse lebendig und nachvollziehbar zu machen.

Belastungen und Probleme werden einerseits durch die institutionell bedingten Anforderungen des Promotionsprozesses hervorgerufen: In den langen Phasen des notwendigerweise "einsamen Arbeitens am Schreibtisch" entsteht ein starkes Bedürfnis nach Kommunikation und intensiver Betreuung, das meist unbefriedigt bleibt. Aber es sind auch besondere psychische Bedingungen, die Promovierende anfällig machen für Probleme mit der Promotion: so zum Beispiel ihr meist sehr hohes Ego-Involvement und ihre fast immer spannungsreiche Beziehung zur Dissertation. Mit anderen Worten: Die Anforderungen des Promotionsprojekts treffen auf ein sensibles Selbst, das sich schwer tut, die äußeren wie auch die inneren Maßstäbe zu erfüllen. Aus diesem Zusammenspiel entwickelt sich die Brisanz der Probleme. Wenn Sie gerade eine Promotion planen, wird die Betrachtung der Probleme Ihnen helfen, im Voraus einzuschätzen, was da auf Sie zukommt: Dann können Sie sich entsprechend wappnen! Wenn Sie bei der Lektüre zu dem Schluss kommen, dass Sie sich lieber nicht auf eine solche Arbeit einlassen wollen, dann ist es womöglich auch besser so. Falls Sie gerade "mittendrin" stecken, hilft das Buch Ihnen vielleicht zu verstehen, warum Sie mit Ihrer Diss solche Schwierigkeiten erleben. Es kann sicher auch tröstlich sein zu erfahren, dass ein Großteil Ihrer Probleme ganz normal ist und andere Doktoranden Ähnliches durchmachen! Aber Sie erfahren auch, wie Sie es besser machen können!

In einem neu aufgenommenen Kapitel werden die Modelle des sogenannten strukturierten Promovierens vorgestellt, die sich inzwischen an vielen Universitäten - allerdings bisher in noch bescheidenem Umfang - etabliert haben. Um den kritisierten Mängeln des traditionellen Systems zu begegnen, bieten sie Doktoranden eine organisierte Form der Betreuung wie auch der Weiterbildung an und erfüllen die häufig diskutierte Forderung, das einzelne Promotionsprojekt im Zusammenhang eines kooperativen Forschungsprojekts zu bearbeiten. Allerdings profitiert bisher nur ein geringer Anteil von Doktoranden von den neuen Angeboten. Ob Graduiertenkollegs und Graduiertenzentren tatsächlich besser als das traditionelle Modell in der Lage sind, die typischen Probleme von Promovierenden abzuwenden oder auch aufzufangen, lässt sich noch nicht hinreichend beantworten. Es hat den Anschein, dass dabei auch neue Belastungsfaktoren auftreten können.

Ein weiteres neues Kapitel befasst sich mit besonderen Bedingungen des Promovierens und führt die Belastungen und Herausforderungen vor Augen, die zum einen das "Promovieren mit Kind" und zum anderen das "Promovieren neben dem Beruf" mit sich bringen.

Zum Inhalt der einzelnen Kapitel des Buches:

Im Fokus von Kapitel eins stehen die Arbeits- wie auch die Lebenssituation von Doktoranden und deren Belastungsfaktoren und Defizite. Der Blick richtet sich auf den "einsamen Einzelkämpfer am Schreibtisch" wie auch auf den Prozess ihrer psychosozialen Entwicklung. Viele Fallbeispiele beleuchten die spannungsreiche Beziehung des Doktoranden zu seiner Diss und das häufig problemgeladene Verhältnis zu Doktorvater oder Doktormutter. Gefragt wird auch, ob die neuen Formen strukturierten Promovierens zu besseren Gestaltungsmöglichkeiten des Arbeitsprozesses führen. Betrachtet werden außerdem Doktoranden, die berufsbegleitend promovieren oder aber Dissertation und Familie miteinander vereinbaren müssen.

Die weiteren Kapitel werden Ihnen in sehr konkreter Weise Strategien
an die Hand geben, mit denen Sie die gefährlichsten Klippen umschiffen
und Ihre eigenen Kräfte optimal nutzen können:

Die Strategie des Zeit- und Projektmanagements im zweiten Kapitel soll Sie dazu motivieren, bewusst und ökonomisch mit Ihrer Zeit umzugehen und aus Ihrem Promotionsvorhaben ein realisierbares Projekt zu machen. Eine Reihe von Tipps soll Sie dazu anregen, Ihren Arbeitsalltag so zu gestalten, dass Ihre Arbeitsfreude erhalten bleibt.

Das dritte Kapitel behandelt die Arbeitsschritte, mit denen Sie das Dissertationsthema und die Literatur in den Griff bekommen: Themensuche, Eingrenzung des Themas und Anfertigung eines Exposés sowie Strategien effizienter Literaturbearbeitung und Literaturverwaltung stehen dabei im Mittelpunkt.

Kapitel vier soll Ihnen die Anforderungen wissenschaftlichen Schreibens deutlich machen und Ihnen vielfältige kreative Übungen an die Hand geben, die die Arbeit an der Diss spannender machen können und Schreibprobleme verhindern und überwinden helfen.

Das letzte Kapitel soll Sie auf die mündliche Präsentation vorbereiten und Sie ermutigen, Ihre Arbeitsergebnisse frühzeitig vorzutragen. Die vorgeschlagenen Übungen fordern Sie dazu heraus, Ihre eigene Position zu beziehen und sie argumentativ zu verteidigen. Weitere Empfehlungen zeigen Ihnen, wie Sie sich für die Disputation rüsten und Ihren Vortrag gestalten können. Abschließend wird auf die Phase "danach" und die verschiedenen Möglichkeiten der Veröffentlichung eingegangen. Abschließend möchte ich zur Sprachregelung Folgendes anmerken: Ich verwende aus sprachökonomischen Gründen die Bezeichnung Doktoranden auch dann, wenn ich Doktorandinnen und Doktoranden meine. Es widerstrebt mir, das verkürzende Wortungetüm "DoktorandInnen" zu benutzen, das ich als formalistisch und hinderlich beim Lesen empfinde. Aus stilistischen Gründen - zum Beispiel um eine Charakterisierung prägnanter zu machen - spreche ich auch manchmal von dem Doktoranden und verwende die männliche Form sozusagen als Repräsentant für die Spezies der Promovierenden. Ich hoffe, dass meine Geschlechtsgenossinnen mir dies nicht übel nehmen, denn das Buch habe ich ganz besonders auch für sie geschrieben. Bei den Bezeichnungen Professor und Betreuer der Doktorarbeit gebe ich ebenfalls der Sprachökonomie den Vorrang und setze voraus, dass beide Geschlechter einbezogen sind. Den Begriff Doktorvater habe ich bei der Schilderung der besonderen Beziehung zwischen Gutachter und Doktorand bewusst bevorzugt und im allgemeineren Sinn verwendet, da er das patriarchalisch-autoritär geprägte Verhältnis, das auch die Beziehung zur Doktormutter entsprechend färbt, trefflich wiedergibt.

Und last, not least ein herzliches Dankeschön an meinen Mann Rainer Knigge, der meinen Schreibprozess mit vielen Anregungen und Verbesserungsvorschlägen begleitet hat.

Pressetext (PDF)

Cover, reprofähig

Autorenfoto, reprofähig

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Erscheinungstermin:
14.04.2009

kartoniert

242 Seiten, 7 Abbildungen

Reihe: campus concret

EAN 9783593388823

€ 17,90

inkl. MwSt.

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