Günter D. Alt, Kai Dietrich, Stefan Hanf
WISO: Energiesparberater
Die Benzin-, Öl- und Gaspreise sind unverändert hoch – jetzt heißt es, beim Verbrauch zu sparen, um nicht plötzlich vor enormen Rechnungen zu stehen. Doch welche Sparmaßnahmen sind sinnvoll und wann lohnen sich größere Investitionen in sparsamere Technologien?
Günter D. Alt
Günter D. Alt war viele Jahre stellvertretender Redaktionsleiter bei WISO.
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Kai Dietrich
Kai Dietrich ist seit 1992 WISO-Redakteur und Buchautor.
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Stefan Hanf
Stefan Hanf ist WISO-Redakteur.
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Inhalt
Vorwort 7
Teil I: Energie sparen in Haus und Wohnung
Strom, Heizung, Wasser - ein großes Sparpotenzial 11
Stromsparen leicht gemacht 12
So reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch28
Heizkosten sparen 31
Sofortmaßnahmen 32
Heizkostensparen beginnt bei der Wohnungssuche 35
Der Heizkosten-Check für Wohnung und Haus 37
Sparen durch Abrechnung nach Verbrauch 42
Wieviel Wärme dürfen Sie als Mieter erwarten? 43
Worauf Sie als Mieter Einfluss haben 45
Das Energiesparkonto 53
Heizenergieverbrauch im Vergleich 58
Die Energieeinsparverordnung 84
Der Einbau von Heizungsanlagen nach der EnEV 91
Die passende Heizungsanlage 96
Sonnenenergie für Haus und Wohnung 106
Sofortmaßnahmen 107
Sonnenenergie nutzen: Wärme und Strom 109
Die Förderung von Solarenergie 123
Wo finden Sie neutrale Beratung? 136
Adressen und Links zum Thema
Energie sparen in Haus und Wohnung140
Teil II: Energie sparen rund ums Auto
Sofortmaßnahmen 147
Kurzstrecken meiden 148
Günstiger tanken 148
Fahrgemeinschaften 149
Mitfahrgelegenheiten 152
Car-Sharing 153
Spritsparend Auto fahren 155
Langfristige Maßnahmen 166
Fahrzeuggröße 166
Motorleistung 176
Antriebsarten 177
Energie und Umwelt 194
Auto-Umweltlisten 194
Automobile Zukunft 198
Adressen und Links zum Thema
Energie sparen rund ums Auto 200
Abkürzungsverzeichnis 202
Register 203
Vorwort
Die Benzin-, Öl-, Strom- und Gaspreise erreichen fast täglich neue Rekordstände. Wir Verbraucher sind aber nur scheinbar hilflos und
können als Autofahrer, Mieter und/oder Hausbesitzer einiges tun, um die Energierechnung erträglich zu halten.
Beispiel Strom- und Heizkosten: Sie werden nicht zu Unrecht bereits als "zweite Miete" bezeichnet. Dabei gibt es eine Menge
Möglichkeiten, Heizenergie einzusparen. Man muss nur wissen, wie. Der WISO-Energiesparberater gibt Ratschläge, wie Sie eine Erhöhung Ihrer Nebenkosten verhindern, sie vielleicht sogar senken können. Und das alles ohne Komfortverlust.
Beispiel Sonnenenergie: Seit dem "Erneuerbare-Energien-Gesetz" ist Sonnenenergie plötzlich populär geworden. Doch was kostet die "Energie zum Nulltarif" wirklich? Sie erfahren, wie Sie mit Photovoltaik-Anlagen tatsächlich Geld verdienen können. Und ob sich solarthermische Anlagen für Warmwasser und Heizung überhaupt lohnen.
Beispiel Benzinkosten: Welche Autos sind wirklich sparsam? Wie kann ich am besten Sprit sparen? Für wen lohnen sich eigentlich Diesel- oder Erdgasfahrzeuge? Oder soll ich gar auf ein "Hybridauto" umsteigen? Alles Fragen, die in diesem Buch beantwortet werden.
Bei fast alledem mischen Vater Staat, aber auch manche Energieversorger kräftig mit. Mit Zuschüssen für Wärmedämmung, für sparsame Autos, für erneuerbare Energien. Im WISO-Energiesparberater erfahren Sie, wie Sie an die Geldtöpfe kommen.
Viel Spaß beim Energiesparen wünschen Ihnen
Günter D. Alt
Kai Dietrich
Stefan Hanf
Frankfurt / Mainz, im März 2006
Strom, Heizung, Wasser - ein großes Sparpotenzial
Zusammenfassung
Durch den bewussten Umgang mit Strom und Wasser sowie dem bedachten Heizen können Sie bares Geld sparen. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, wie.
Eine Wohnung, zwei Mieten? Das ist gar nicht so weit hergeholt, wie es im ersten Augenblick klingt. Immer häufiger ist im
Zusammenhang mit den Nebenkosten von einer "zweiten Miete" die Rede. Vor allem die Energiekosten, also die Belastungen für Strom, Heizung und Warmwasser sind in den letzten Jahren derart gestiegen, dass sie die Kaltmiete manchmal beinah verdoppeln - und ein Ende dieses "Kostenhochs" ist nicht abzusehen. Mieter wie Hausbesitzer klagen darüber gleichermaßen.
Dieser starke "Energiepreisdruck" bietet aber auch Chancen: Eine Anpassung des Verbrauchsverhaltens war schon häufig die Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen, und das oft erfolgreich: Immer wieder hat sich gezeigt, dass auch ohne den Einsatz großer finanzieller Mittel Verbesserungen herauszuholen sind. Wissen, Umdenken, Anpassen war und ist das beste Mittel, mit den Preissteigerungen umzugehen.
Seit über 30 Jahren warnen Fachleute davor, dass Öl und Gas knapp werden und damit teurer. Zwei Ölkrisen hat es inzwischen gegeben, sie wurden aber schnell wieder vergessen. Nun herrscht erneut Katastrophenstimmung. Doch diesmal besteht ernsthaft die Gefahr, dass sich die Energiepreise nicht mehr erholen, sondern weiter steigen. Die "großen Vier", die Energiegiganten RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall weisen immer wieder darauf hin, dass der Verbraucher trotz der fortschreitenden Marktliberalisierung nicht mit einem Sinken der Strom-, Öl- und Gaspreise rechnen darf. Das wäre allerdings auch kaum in ihrem Sinn: Sie haben den "Energiekuchen" unter sich aufgeteilt und
können so den Preis diktieren. An einem funktionierenden Wettbewerb zeigten sie bislang wenig Interesse.
Wir Verbraucher müssen also andere Mittel finden, um die Kostenlawine aufzuhalten: Wir sollten Schwachstellen erkennen, Anlagen optimieren und unser Nutzerverhalten ändern. Das gilt für Hausbesitzer, Mieter und Vermieter gleichermaßen.
Dieses Kapitel gibt Ihnen viele praktische Tipps dazu: Manches könnten Sie sofort umsetzen, um Energie und Kosten zu sparen, andere Aspekte sollten Sie mittel- und langfristig bedenken. Dies kommt am Ende nicht nur dem Geldbeutel zugute, sondern auch unserer Umwelt. Schon dafür lohnt es sich.
Strom sparen leicht gemacht
Fast jeder hat schon einmal die folgende Situation erlebt: Plötzlich macht es "Klick" und die Glühbirne in der Stehlampe ist kaputt, durchgebrannt. Schnell wechseln, denken Sie … und schon haben Sie sich die Finger verbrannt.
Dieses Beispiel zeigt zweierlei: erstens, dass in unseren Haushalten ein großer Teil der eingesetzten, teuren Energie nicht allein zum eigentlichen Zweck - etwa zum Leuchten - verwendet wird, sondern zusätzlich umgewandelt wird in Wärme. Und zweitens, dass wir gar nicht bemerken, wie viel des teuren Gutes uns auf diese Weise verloren geht. Jede Steckdose, jeder Elektroanschluss kann auf diese Weise unbemerkt zum "Geldsauger" werden: Ständig fließt in unseren Haushalten Strom, den wir eigentlich gerade nicht brauchen, und das beinah unbemerkt.
Strom lässt sich also schon allein durch den bewussten Umgang mit Elektrogeräten sparen. Die Lebensqualität muss nicht zwangsläufig darunter leiden. Bereits ganz einfache Überlegungen wie der Kauf einer Schaltersteckdose oder die Anschaffung eines energiesparenden Haus-haltsgerätes können bares Geld sparen. Wir müssen nur wissen, wo die Stromfresser in unseren Haushalten sitzen.
Das EnergieLabel
Anfang der neunziger Jahre wurde von der Europäischen Kommission die "Energieverbrauchskennzeichnungsrichtlinie" erlassen.
Sämtliche Elektrohaushaltsgroßgeräte sollten fortan nach ihrer Energieeffizienz in Klassen eingestuft und mit einem farbigen Label gekennzeichnet werden: Das grüne A stand und steht für besonders energiesparend, das rote G für wahre Stromfresser. Das Label sollte Verbrauchern beim Kauf helfen, energiesparende Elektrogeräte auszuwählen. Doch längst ist die Skala überholt, und die Aufkleber auf den Geräten sind nur noch bedingt aussagekräftig.
Denn mittlerweile gibt es kaum noch Neugeräte der Energieklassen C bis G - unter diesem Gesichtspunkt hat die Verordnung offenbar etwas bewirkt. Selbst A- und B-Modelle sind allein aufgrund des Labels nur noch schwer vergleichbar. Der Grund dafür ist der Maßstab, nach dem die Geräte eingestuft werden: Als Basis gelten immer noch die alten Verbrauchswerte von 1992. Das bedeutet: Kühl- und Gefriergeräte landen dann in der A-Klasse, wenn sie weniger als 55 Prozent des Stromverbrauchs des damaligen Mittelwertes aller europäischen Geräte gleicher Bauart aufweisen. Heute werden deshalb mindestens 80 Prozent, bei manchen Gerätegruppen gar 100 Prozent in die "begehrte" A-Klasse eingestuft. Daran hat auch die Einführung der neuen Untergruppen A+ und A++ im Jahr 2004 nicht viel geändert.
Achtung!
Das EULabel sagt nur etwas über den gesunkenen Stromverbrauch seit 1992 aus. Es bietet keine Vergleichsmöglichkeit mit anderen
Geräten. Auch Geräte der AKlasse müssen nicht zwangsläufig besonders sparsam sein.
Um unter den A-Geräten nicht doch eines mit zweitklassiger Energieeffizienz zu kaufen, gibt es nur einen Weg:
WISO rät
Vergleichen Sie die technischen Angaben der infrage kommenden Geräte direkt, beispielsweise den Strom und Wasserverbrauch. So finden Sie selbst Ihr Öko Gerät. Wer Zugang ins Internet hat, kann es sich einfacher machen: Unter www.spargeraete.de bietet das Detmolder NiedrigEnergieInstitut eine Datenbank mit den technischen Angaben aller in Deutschland lieferbaren Haushaltsgeräte an (Kühl und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner und Spülmaschinen). Mithilfe des eigenen Strompreises kann man dort sogar die Stromkosten, die das Gerät während einer Lebensdauer von 15 Jahren verursachen wird, auf Euro und Cent genau berechnen.
Nicht der Kaufpreis, sondern der Stromverbrauch entscheidet letzt-lich über die wahren Kosten des Geräts. Ein vermeintliches
"Schnäppchen" kann letztlich teurer kommen als Markenware mit echter Öko-Qualität. Nachrechnen lohnt sich.
