Politik-Lexikon für Kinder

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Gerd Schneider, Christiane Toyka-Seid

Politik-Lexikon für Kinder

Von Aufschwung bis Zivilcourage

Die Welt der Politik steckt voller Fragen und rätselhafter Begriffe: Wer macht die Gesetze? Welche Aufgaben hat der Wirtschaftsminister? Warum darf man nicht schon mit 14 wählen? Wieso gibt es Armut? Und woher kommt der Name Europa?


Die Beschäftigung mit Politik beginnt schon im Alter von 10 Jahren. Basierend auf Fragen von Kindern dieser Altersgruppe, versammelt das Lexikon 500 Stichwörter aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Von erfahrenen Politologen und Pädagogen entwickelt, gibt das Buch zuverlässig und verständlich Antworten auf Fragen aus Politik und Alltag. Mit vielen Karten, Illustrationen und Querverweisen, Infokästen und Abbildungen - ein idealer Begleiter für Schule und Alltag.

Gerd Schneider
Gerd Schneider hat schon viele Kinder- und Jugendbücher, Hörspiele und TVKinderserien verfasst. Er betreut das Online-Politiklexikon der Bundeszentrale für Politische Bildung.
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Christiane Toyka-Seid
Christiane Toyka-Seid ist in der politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Kindern aktiv und schrieb unter anderem mit am Schülerkalender für politische Bildung. Sie betreut das Online-Politiklexikon der Bundeszentrale für Politische Bildung. Das Projekt wird begleitet von den Politologen Professor Klaus Schubert und Dr. Martina Klein der Universität Münster. Sie forschen seit Jahren zu den Themen Jugend und Politik.
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01.03.2007, Geolino
Wovon "die da oben" reden
"Ein nützlicher Begleiter - bis ins Erwachsenenalter!"

12.12.2006, Süddeutsche Zeitung
Spielplatz des Wissens
"In kurzen Artikeln schaffen es die Autoren, ihren jungen Lesern auch abstrakte Fragen klar und möglichst nah an ihrer eigenen Erlebniswelt zu erklären."

Kapitalismus
Kapitalismus ist eine Wirtschafts - und Gesellschaftsordnung . Das Kapital sind Maschinen, Anlagen, Fabrikhallen, Geld, Fahrzeuge etc. Das Kapital ist im Kapitalismus im Besitz von Unternehmern. Der Staat schützt das Privateigentum, die Unternehmer können ohne staatliche Eingriffe weitgehend frei arbeiten und arbeiten lassen. In der Vergangenheit, als es noch keine Gesetze zum Schutz der Arbeiter gab, führte dies oft dazu, dass die Arbeiter ausgebeutet wurden und für wenig Lohn arbeiten mussten. Die Unternehmer häuften immer mehr Kapital an, die Arbeiter verarmten. Dies führte besonders in der Zeit der so genannten Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, als das Leben der Menschen immer mehr durch die Arbeit in den Fabriken bestimmt wurde, zu Auseinandersetzungen und politischen Gegenbewegungen. Karl Marx ( c Kommunismus) (1818-1883) war der schärfste Gegner des kapitalistischen Systems. Er kritisierte, dass die Arbeiter ohne Besitz und wirtschaftlich abhängig von den Kapitalbesitzern waren, die sich um die Situation der Arbeiter nicht scherten. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die kapitalistischen Wirtschaftsordnungen der westlichen Industriestaaten reformiert worden. Der Staat beeinfl usste durch Gesetze und politische Maßnahmen das Wirtschaftsgeschehen und die stärker gewordenen Gewerkschaften vertraten die Interessen der Arbeiter. Auch heute arbeiten die Wirtschaftssysteme in vielen Industrieländern nach den kapitalistischen Prinzipien. Angebot und Nachfrage ( c Freie Marktwirtschaft) bestimmen Markt und Produktion, viele Fabriken sind in privater Hand oder gehören Aktiengesellschaften und großen Konzernen. Der Staat schützt das Privateigentum. Er versucht aber, durch Gesetze dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht mehr ausgebeutet werden können. Es wird statt Kapitalismus heute meist von Marktwirtschaft gesprochen. In Deutschland gibt es die soziale Marktwirtschaft . Lies auch mal nach unter den Stichwörtern Arbeitsrecht , Freie Marktwirtschaft , Gewerkschaft und Sozialismus .

Kartell Bundeskartellamt
Katastrophenschutz
Eine Katastrophe ist ein großes Unglück. Das kann eine Epidemie sein (also die schnelle Ausbreitung einer hoch ansteckenden,
gefährlichen Krankheit) oder ein Chemieunfall. Das kann eine große Zerstörung nach einem Sturm, einem Erdbeben oder einer
Überschwemmung ( c Naturkatastrophe) sein oder nach einem Terrorangriff. Plötzlich herrscht ein gefährlicher Notstand und dann muss schnell geholfen werden. Dabei wollen die Helfer immer Leben retten, aber auch vor Gesundheitsschäden oder vor Angriffen schützen. Alle Maßnahmen, die getroffen werden, damit bei einem solchen Notfall die Hilfe rechtzeitig kommt und erfolgreich sein kann, nennt man Katastrophenschutz. Die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk , das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebensrettungs- Gesellschaft und weitere Einrichtungen der Städte und Gemeinden sind für den Katastrophenschutz ausgerüstet. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter üben regelmäßig für den Notfall. Sie üben im Voraus, was bei welcher Katastrophe getan werden muss, wer für welche Aufgaben zuständig ist und wie man alles schnellstens organisiert. Lies auch mal nach unter den Stichwörtern Krise/Krisenstab , Naturkatastrophe und Technisches Hilfswerk .

Kinderarbeit
In Deutschland ist es verboten, dass Kinder im Alter unter 15 Jahren arbeiten. Es gibt einige Ausnahmen, die im Jugendschutzgesetz festgelegt sind. Auch in allen anderen EU- Staaten ( c Europäische Union) ist die Erwerbstätigkeit von Kindern und Jugendlichen
grundsätzlich verboten. Schaut man in der Geschichte einige Jahrhunderte zurück, stellt man fest, dass das nicht immer so war. Im Mittelalter mussten Kinder zusammen mit ihren Eltern im Dienste der Feudalherren ( c Feudalismus) oft schwere Arbeit auf den Feldern leisten. Im 19. Jahrhundert, als immer mehr Industriebetriebe entstanden, nahm auch die Kinderarbeit stark zu. Kinder wurden als billige Arbeitskräfte vor allem in England und Deutschland im Bergbau und in Textilfabriken ausgenutzt. Teilweise mussten sie jeden Tag bis zu 16 Stunden arbeiten. Kinderarbeit ist heute noch ein sehr ernstes Problem. Nach Schätzungen der UNO verrichten über 250 Millionen Kinder in vielen armen Ländern in Asien, Südamerika, Afrika, aber auch in Ländern Osteuropas täglich schwere Arbeit. Sie werden in Plantagen, im Bergbau und in Textilfabriken oft wie Sklaven ausgebeutet. Aus vielen Großstädten Südostasiens weiß man, dass dort Tausende von Kindern in Bordellen an Kunden verkauft werden. Oft werden die Kinder und Jugendlichen von Unternehmern und verbrecherischen Banden gezwungen, ohne Lohn zu arbeiten, um so die Schulden ihrer Eltern abzuarbeiten. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Organisation der UNO , hat die Bekämpfung der Kinderarbeit in der Welt zu einem ihrer wichtigsten Ziele gemacht.

Kindergeld
Kindergeld zahlt in Deutschland der Staat an Eltern sowie allein erziehende Elternteile bis zum 18. Lebensjahr ihrer Kinder. Diese Unterstützung erhalten die Eltern unabhängig davon, ob die Kinder noch zur Schule gehen, eine Lehre machen oder selbst Geld verdienen. Wenn die Kinder nach dem 18. Lebensjahr noch in der Ausbildung sind, wird das Kindergeld höchstens bis zum 27. Lebensjahr weitergezahlt. Es wird nicht mehr gezahlt, wenn Kinder mehr als eine bestimmte Summe im Jahr verdienen. Wenn Kinder wegen einer Behinderung nicht in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selber zu verdienen, wird das Kindergeld ohne zeitliche Begrenzung gezahlt.

Kinderhandel
Bereits im Jahre 1921 wurde ein internationales Abkommen ( c Konvention) geschlossen, das Kinderhandel unter Strafe stellt. In Deutschland wird der Handel mit Kindern heute mit Gefängnisstrafen bis zu fünf Jahren bestraft. Wenn also zum Beispiel jemand sein Kind für andere arbeiten lässt, um damit Geld zu verdienen, macht er sich strafbar. In manchen besonders armen Ländern ist Kinderhandel ein großes Problem. Kriminelle Menschenhändler bieten Eltern in afrikanischen oder südamerikanischen Ländern, die in bitterer Armut leben, Geld für ihre Kinder. Aus großer Geldnot und weil die Menschenhändler den Eltern erzählen, dass sie für eine bessere Zukunft der Kinder sorgen, verkaufen sie die Kinder. Die Menschenhändler schaffen sie in ein anderes Land, wo sie weit weg von ihrer Heimat auf Plantagen oder in Fabriken arbeiten müssen. Viele Kinder sehen ihre Familien niemals wieder. Andere Kinder werden an Paare, die selber keine Kinder bekommen können, zur Adoption verkauft. Insgesamt, so sagt eine Statistik, werden pro Jahr über eine Million Kinder in aller Welt verkauft. Daher hat das Kinderhilfswerk UNICEF im Jahre 2002 eine Aktion gestartet: "Kinder sind unverkäufl ich". Auch andere Hilfsorganisationen setzen sich dafür ein, dass der Kinderhandel in der Welt noch schärfer verfolgt und bestraft wird. Außerdem soll den Menschen in den armen Ländern geholfen werden, damit sie ihre Kinder besser versorgen können und nicht gezwungen sind, sie wegzugeben.

Kinderrechtskonvention
Am 20. November 1998 haben die Staaten der UNO eine wichtige Konvention (Übereinkommen) unterschrieben. Hierin sind die Rechte der Kinder zusammengefasst. Denn die Achtung der Kinderrechte ist eine wichtige Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen. Da Kinder nicht so stark sind wie Erwachsene und sich oft nicht wehren können, wenn ihnen Unrecht geschieht, brauchen sie besonderen Schutz. Schon vor etwa 100 Jahren haben das viele Staaten erkannt und die so genannte "Genfer Erklärung über die Rechte der Kinder" niedergeschrieben. Jetzt hat die UNO diese "Genfer Erklärung" von 1924 erweitert und verbessert. Die Kinderrechtskonvention hat über 50 Artikel. Darin heißt es unter anderem, dass die Kinder vor Ausbeutung und Gewalt geschützt werden müssen und dass sich die Staaten darum kümmern sollen. Sie sollen dafür sorgen, dass Kinder nicht mehr verhungern, dass sie keine Kinderarbeit leisten müssen, dass sie nicht misshandelt werden. Dass es trotz der Konvention immer noch viel Gewalt gegen Kinder, Ungerechtigkeit und Ausbeutung gibt, ist leider eine traurige Tatsache.

Kinderschutzbund
Deutscher Kinderschutzbund (DKSB)

Kindersoldaten
Mit dieser Bezeichnung sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gemeint, die in Kriegen und Aufständen kämpfen. Nach Schätzungen der UNO gibt es weltweit über 300 000 Kindersoldaten, darunter alleine in Afrika 200 000. Es ist zwar seit 2002 international verboten, dass Kinder und Jugendliche in Kriegen kämpfen, doch nicht alle Länder halten sich an das Verbot. Wie kommt es aber, dass Kinder als Kämpfer, als Kuriere, als Spione oder sogar zur Minenräumung eingesetzt werden? Oft werden sie gar nicht gefragt, sondern brutal aus ihren Dörfern entführt und unter Gewaltandrohung zum Kampf gezwungen. Oft werden die Kinder auch unter Drogen gesetzt und auf diese Weise willenlos gemacht. Viele Kindersoldaten werden mit falschen Versprechungen angeworben. Ihnen wird gesagt, sie könnten viel Geld verdienen und so ihre armen Familien unterstützen. Die erwachsenen Soldaten ( c Streitkräfte / Armee) zeigen ihnen, wie sie mit Waffen umgehen und andere Menschen töten. Was die Kindersoldaten im Krieg erleben, ist oft so grausam, dass sie ihr ganzes späteres Leben unter den Erinnerungen leiden. Internationale Organisationen wie zum Beispiel das UNOKinderhilfswerk UNICEF versuchen, diesen Kindern zu helfen. Wenn sie aus den Armeen oder Truppen, für die sie gekämpft haben, befreit sind, werden die ehemaligen Kindersoldaten in besondere Kinderheime gebracht. Dort hilft man ihnen dabei, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Man versucht, ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen, damit sie ein neues Leben beginnen können.

Kinder- und Jugendhilfe
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben in unserem Land ein Recht auf Hilfe, auf Schutz und auf Förderung. Das ist unter anderem im Kinder- und Jugendhilfegesetz geregelt. Dort steht auch, wie diese Hilfe genauer aussehen kann. Dafür einige Beispiele: Wenn Eltern und Kinder Probleme miteinander haben, können sie zusammen mit den Beratern und Beraterinnen der Jugendämter in den Städten und Gemeinden überlegen, wie man die Probleme lösen könnte. Auch allein erziehende Elternteile können Beratung und Hilfe bei den Jugendämtern fi nden. Bei Trennung der Eltern, Entscheidungen über das Sorgerecht, Erziehung von Kindern im Heim oder bei Unterbringung in Pfl egefamilien muss das Jugendamt mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dies ist natürlich erst recht der Fall, wenn Kinder und Jugendliche vernachlässigt und misshandelt werden, Hunger leiden oder auf andere Weise in Not geraten. Zu den vielen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe, wie sie in dem Gesetz stehen, gehört auch die Hilfe für den Fall, dass Jugendliche Straftaten begangen haben und vor Gericht müssen.

Cover, reprofähig

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Erscheinungstermin:
13.03.2006

Hardcover Halbleinen

324 Seiten, zahlreiche Farbfotos und Illustrationen

EAN 9783593379272

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