Das Sandkorn, das die Erde zum Beben bringt

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Mark Buchanan

Das Sandkorn, das die Erde zum Beben bringt

Dem Gesetz der Katastrophen auf der Spur oder warum die Welt einfacher ist, als wir denken

Übersetzt von Carl Freytag

Seit Jahrhunderten suchen Menschen nach den Ursachen von Katastrophen. Ein Physiker kommt den Gesetzen umwälzender Ereignisse auf die Spur.

Der Erste Weltkrieg und die verheerenden Waldbrände im Westen der USA haben mehr gemeinsam als wir denken. Börsencrashs und Erdbeben lassen sich möglicherweise voraussagen. Mark Buchanan stellt einen völlig neuen Ansatz vor, der mit Hilfe der Physik die Logik großer Veränderungen und Katastrophen aufspürt. Das Verblüffende: Natur und Gesellschaft folgen den gleichen Regeln. Die Welt ist einfacher, als wir glauben.

Mark Buchanan
Mark Buchanan ist Wissenschaftsjournalist und Autor der Bücher »Das Sandkorn, das die Erde zum Beben bringt« (Campus 2001) und »Small Worlds« (Campus 2002). Nach der Promotion in theoretischer Physik war er für die Zeitschriften Nature und New Scientist tätig. Heute lebt Buchanan als freier Autor in der Normandie.
mehr zum Autor

01.03.2003, Buchhändler heute
Gesetz der Katastrophen
"Eines der originellsten Bücher der letzten Zeit."

22.01.2002, Frankfurter Rundschau
Bebendes Sandkorn
"Eines der originellsten und aufschlussreichsten Bücher der letzten Zeit."

01.11.2001, Spektrum der Wissenschaft
Komplexitätstheorie
"Dem Autor gebührt Respekt dafür, dass er dieses noch sehr unruhige und dementsprechend spannende Wissenschaftsgebiet so geordnet und in klarer, natürlicher Sprache dargestellt hat."

01.10.2001, Lesart
Ordnung und Chaos
"Das Buch gehört zum Anregendsten und Originellsten, was in letzter Zeit geschrieben worden ist. Man sollte dieses Buch unbedingt lesen."

21.09.2001, Neues Deutschland
Das Sandkorn
"Es ist eine abenteuerliche Suche, zu der der Autor den Leser einlädt und die Lektüre spannend macht."

01.08.2001, Psychologie heute
Zum Kippen zu schade
"Das Buch liest sich über viele Phasen hin sehr spannend, und der Leser ist verblüfft, welche Vielfalt unterschiedlichster Geschehnisse ein abstraktes Erklärungsmodell fassen kann."

10.05.2001, Wiener Zeitung
Es gibt keine typische Lawine
"Ein spannender Streifzug durch die Physik."

15.04.2001, NRZ am Sonntag
Ungewöhnliche Erklärungen
"Buchanan bietet ungewohnte Denkansätze und erfrischende Grenzüberschreitungen zwischen den Wissenschaften. Spannend!"

Vorwort

Ursachenforschung
Schwankender Boden
Ein absurder Gedanke
Geschichte und Zufall
Am Rand der Katastrophe
De magnete
Kritisches Denken
Zeit des Sterbens
Das Netz des Lebens
Wild at Heart
Schicksal und freier Wille
Geistige Erdbeben
Eine Frage der Zahl
Die Geschichte zählt!
Unwissenschaftlicher Anhang

Anmerkungen
Literatur
Register
Danksagung

Das klingt alles so, als ob es nur für Physiker interessant wäre. Aber sehen wir weiter: Die höchst empfindliche Situation, in die der Sandberg ganz von selbst geraten ist, nennt man kritischen Zustand. Die grundlegenden Eigenschaften eines solchen kritischen Zustands kennen die Physiker seit mehr als hundert Jahren, man hat ihn aber bisher nicht ganz ernst genommen und als nebensächlich abgetan, als einen äußerst labilen und seltenen Zustand, der sich nur unter besonders ungewöhnlichen Umständen einstellt. Ein Sandberg scheint dagegen durch die herabrieselnden Körner auf ganz natürliche Weise und zwangsläufig so anzuwachsen, dass er in einen kritischen Zustand übergeht. Das Ergebnis stellte für Bak und seine Kollegen eine Herausforderung dar: Wenn der Sandberg so leicht und ohne weiteres Zutun in den kritischen Zustand gerät, dann könnte doch Ähnliches auch anderswo passieren! Gibt es vielleicht Zonen von Instabilität, die von ihrer Struktur her ähnlich wie die roten Finger aufgebaut sind, auch in der Erdkruste, in Wäldern, Ökosystemen und möglicherweise sogar in unserem etwas abstrakteren Wirtschaftssystem? Denken wir nur an die ersten paar brechenden Felsen bei Kobe, den einen
verhängnisvollen Blitzschlag im Yellowstone-Nationalpark und den ersten völlig unbedeutenden Kursrückgang, der letztlich den Crash von 1987 auslöste: Waren das "Sandkörner" in einem anderen Spiel? Kann möglicherweise die ganz besondere Organisationsform des kritischen Zustands erklären, warum die Welt als Ganzes derart anfällig für unvorhergesehene Katastrophen ist?
Seit mehr als zehn Jahren hat eine Unzahl von Physikern diese Fragen untersucht und die ursprüngliche Idee weiterentwickelt. Die Geschichte hat zwar noch eine Menge Haken, und es sind noch viele Einzelheiten zu klären, auf die wir später noch eingehen werden, die wichtigste Botschaft ist aber - ganz grob gesprochen - sehr einfach: Der eigenartige und äußerst instabil organisierte kritische Zustand scheint auf der Welt universell verbreitet zu sein. Forscher haben seine (mathematischen) Spuren in den letzten Jahren nicht nur in den Umwälzungen gefunden, die wir schon diskutiert haben, sondern auch bei der Ausbreitung von Epidemien, dem Entstehen von Verkehrsstaus, der Art und Weise, wie Anweisungen des Managements in einer Firma die Mitarbeiter im Büro erreichen, und dergleichen mehr. Im Mittelpunkt steht die Entdeckung, dass Systeme aus allen möglichen "Bestandteilen" - aus Atomen, Molekülen, Pflanzen- und Tierarten, Menschen und sogar Ideen - eine sehr ausgeprägte Tendenz haben, sich in gleicher Weise zu organisieren. Mit der Erkenntnis dieser Universalität beginnen nun mehr und mehr Wissenschaftler, den Hintergrund turbulenter Ereignisse aller Art zu untersuchen, und entdecken dabei bestimmte Muster in Zusammenhängen, wo sie sie vorher nie vermutet hatten. Diese Entdeckung hat Folgen, aber bevor wir uns diesen zuwenden können, müssen wir zunächst klären, was man genau unter einem kritischen Zustand versteht - und was nicht.

Autorenfoto, reprofähig

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Erscheinungstermin:
19.02.2001

Hardcover gebunden

280 Seiten, 25 Grafiken

EAN 9783593366630

€ 21,50

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