Philipp Löpfe,
Werner Vontobel
Arbeitswut
Warum es sich nicht lohnt, sich abzuhetzen und gegenseitig die Jobs abzujagen.
Wie wütend macht es Sie, dass Sie zu viel arbeiten? Und wie viel Wut ist in einem, der trotz aller Bemühungen keine Arbeit findet? Zwischen beiden Formen von Arbeitswut gibt es einen Zusammenhang: Je mehr die einen arbeiten, umso weniger Arbeit bleibt für die anderen.
Stetig wachsende Produktivität, längere Arbeitszeiten und Vollbeschäftigung sind einfach unvereinbar. Nicht die Faulheit der Arbeitslosen ist das Problem, sondern die weit über die eigenen Konsumbedürfnisse hinausgehende Arbeitswut der großen Mehrheit. Arbeit und Konsum müssen wieder in Einklang gebracht werden. Deshalb kann es nicht darum gehen, die Faulen zur Arbeit zu zwingen, sondern die »Normalen« aus den Sachzwängen zu befreien, zu viel zu arbeiten. »Arbeitswut« kanalisiert dies nicht nur treffend und scharf, es zeigt auch, wie man sich ganz praktisch von der Wut befreien kann.
Autor
Philipp Löpfe
Philipp Löpfe ist Wirtschaftsjournalist und Autor. Zuletzt erschien sein gemeinsames Buch mit Werner Vontobel »Der Irrsinn der Reformen« (2005).
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Werner Vontobel
Werner Vontobel ist Wirtschaftsjournalist und Autor. Zuletzt erschien sein gemeinsames Buch mit Phillip Löpfe »Der Irrsinn der Reformen« (2005).
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Pressestimmen
01.07.2008, Manager Magazin
Das Dilemma der Arbeit
"Die Verve, mit der die Autoren schreiben, verleiht dem Buch einen erfrischenden Streitschrift-Charakter."
12.03.2008, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ihr Angsthasen, hetzt euch nicht ab!
"Die Autoren rechnen vor, dass es bei uns nicht zu wenig Arbeit gibt, weil mitteleuropäische Beschäftigte zu unproduktiv wären, sondern weil es sich genau umgekehrt verhält: Weil wir so produktiv und innovativ sind, sichern immer neue Maschinen einen höheren Wohlstand als zuvor Millionen von Händen. Im Prinzip haben wir längst eine 25-Stunden-Woche."
Inhaltsverzeichnis
Leseprobe
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Kapitel 1
Wie viel Arbeit braucht der Mensch?
Geht es Ihnen auch so? Sie könnten gerade wieder in die Tischkante beißen, weil Sie mit der 40-Stunden-Woche im Büro schon längst nicht mehr auskommen. Also arbeiten Sie auch noch zu Hause, schreien die Kinder an, weil der Stress Ihre Nerven blank legt, und kriegen Krach mit Ihrem Partner. Die Alternative? Ein Underperformer sein, im Vergleich mit den Kollegen zurückfallen, den Job verlieren? Die Angst hält Sie im Laufrad. Aber so arbeiten zu müssen, das macht sie wütend.
Willkommen im Land der Arbeitswut.
Oder sind Sie ein glücklicher Workaholic? Weniger als 60 Stunden Arbeit in der Woche sind für Sie undenkbar, weil sich das Glücksgefühl erst dann einstellt, wenn Sie so richtig durchstarten.
Willkommen im Land der Arbeitswut.
Oder sind Sie vielleicht ganz ohne Arbeit und doch stets auf der Suche danach, jedoch ohne Erfolg? Fühlen Sie sich aussortiert, obwohl Sie doch noch so viel leisten könnten? Werden Sie von der Arbeitsagentur mit sinnlosen Maßnahmen, Vorladungen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen drangsaliert, obwohl Sie wie Ihr Arbeitsberater genau wissen, dass es für Sie nie wieder Arbeit geben wird? Spüren Sie, wie die Wut in Ihnen steigt?
Willkommen im Land der Arbeitswut.
In einem Land, in dem die einen mehr arbeiten als je zuvor, während die anderen ganz schlechte Aussichten haben, überhaupt wieder eine Arbeit zu bekommen. Die einen da oben, die anderen da unten.
Aber gibt es vielleicht einen Zusammenhang zwischen der Arbeitswut der Vielbeschäftigten und der Arbeitswut der Joblosen? Ja, den gibt es, das ist unsere Überzeugung. Und mehr noch: Es könnte eine Lösung für das Problem der Arbeitswut geben, wenn man diesen Zusammenhang einmal genauer unter die Lupe nimmt. Das ist unsere Absicht.
Und wenn Sie nun sagen: Was geht's mich an? Ich habe eine Arbeit, aber ich mache mich nicht kaputt, das ist alles nicht mein Problem - dann sind Sie auf dem Holzweg. Die Konsequenzen der Arbeitswut betreffen die gesamte Gesellschaft. Sie richten Jahr für Jahr einen riesigen Schaden an, weil sie unnötige Kosten im Sozial- und Gesundheitssystem verursachen und in enormem Maße Kreativität und Innovation vernichten. Und das geht wohl doch uns alle an.
Willkommen im Land der Arbeitswut.
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