Das Logistikunternehmen Dachser

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Paul Erker

Das Logistikunternehmen Dachser

Die treibende Kraft der Familie als Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt, ist die Logistikbranche zu einem der führenden Wirtschaftszweige in Deutschland geworden. Einer der ganz Großen unter den Logistikdienstleistern weltweit ist Dachser. Paul Erker untersucht die spannende Geschichte dieses erfolgreichen Familienunternehmens.

Paul Erker

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01.05.2008, Enable
Dachser
"Wissenschaft statt Hymnen, aber gerade darum von echter Aussagekraft".

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Einleitung



Von der breiten Öffentlichkeit nahezu unbemerkt ist die Logistikbranche zu einer der wichtigsten Branchen der deutschen Wirtschaft geworden. Der einst als nachrangig eingeschätzte Güterverkehr hat sich unter dem Schlagwort Logistik zu einer hoch technisierten und für die Gesamtwirtschaft unverzichtbaren Dienstleistungsbranche mit einer eigenen Innovationsdynamik entwickelt. Die Leistungs-, Reaktions- und Anpassungsfähigkeit logistischer Systeme, das heißt die unternehmensübergreifende Vernetzung von Gütertransport und Güterumschlag sowie Produktions-, Distributions- und Entsorgungssystemen, erweist sich als immer wichtiger für die Wertschöpfung einer Volkswirtschaft und als mitentscheidend für den Erfolg von Unternehmen auf den zunehmend dynamischen Märkten. Mit rund 2,5 Millionen Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von fast 200 Milliarden Euro rangiert die Logistik im volkswirtschaftlichen Ranking der deutschen Wirtschaftszweige inzwischen hinter der Automobilwirtschaft und der Gesundheitswirtschaft auf dem dritten Platz. Mit ihren von Globalisierung und Outsourcing getriebenen dynamischen Wachstumsraten, forciert durch den wachsenden Einsatz neuester Informations- und Kommunikationstechnologien, steht die Logistik-Dienst-leis-tungswirtschaft jedoch deutlich an der Spitze. Dass dies nicht immer so war, sondern erst eine Folge der in den 1990er Jahren erfolgten Umbrüche, die mit dem Begriff logistische Revolution umschrieben werden können, zeigt diese Untersuchung am Beispiel des Logistikunternehmens Dachser.
Die Geschichte von Dachser ist eine Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen wächst seit Jahrzehnten um durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr und gehört als eines der letzten Familienunternehmen zu den führenden europäischen Logistikkonzernen. Aus einem kleinen, regional tätigen Fuhr- und Speditionsunternehmen mit drei Niederlassungen, einigen Hundert Mitarbeitern und einem Umsatz von einigen 100?000 DM wurde eine global operierende Unternehmensgruppe mit 15?000 Beschäftigten, über 256 eigenen Standorten weltweit und einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro (2006). Wo noch Anfang der 1970er Jahre Dachser-Lastkraftwagen wie schon 40 Jahre zuvor mit höchst variierenden Laufzeiten in einfachen Relationsverkehren Allgäuer Käse ins Rheinland transportierten und in den Lagern noch die Güter vielfach per Hand umgeladen und gestapelt wurden, da ging es Ende der 1990er Jahre um die Organisation komplexer, netzwerkbasierter System- und Produktverkehre sowie um das Management von hochkomplexen Waren- und Informationsflüssen im weltweiten Maßstab, mit modernsten Warehousing-Konzepten, hochrationalisierten Umschlaglagern und zusätzlichen logistischen Dienstleistungen (added value). Stand einst die bloße Organisation und Abwicklung des Transports von Gütern im Mittelpunkt, so trat mit der Logistik die integrierte Planung, Organisation, Steuerung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und Warenflusses sowie der damit verbundenen Informationsflüsse an deren Stelle, vereinfacht ausgedrückt in der Formel: Die richtige Menge der richtigen Güter zur richtigen Zeit in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten mit den richtigen Informationen am richtigen Ort. Die vorliegende Untersuchung zeichnet diesen fundamentalen Transformationsprozess des Unternehmens vor dem Hintergrund des sich radikal wandelnden Marktumfeldes von der staatlich reglementierten nationalen Güterverkehrsmarktordnung zur europaweit liberalisierten Transport- und Logistikmarktordnung nach.


Fragestellungen und Erkenntnisinteresse

Drei "einfache" Fragestellungen leiten den Gang der Untersuchung: 1. Wie veränderten sich die Märkte? Die Frage bezieht sich dabei sowohl auf den Umbruch der staatlich reglementierten Verkehrsmarktordnung zur Liberalisierung als auch auf den Wandel der Kundenbedürfnisse, die damit einhergehende Marktsegmentierung und die sich daraus auch ergebende Änderung der Wettbewerbsprozesse. 2. Wie veränderte sich das Unternehmen? Wie entwickelten sich Unternehmenspolitik und Unternehmensstrategie, Unternehmensorganisation und Unternehmensführung, geprägt durch eine spezifische Unternehmenskultur. 3. Welche Interdependenzen zwischen Marktwandel und Unternehmenswandel gab es? Inwieweit wurde Dachser von den externen Entwicklungen getrieben, inwieweit war es treibende Kraft; wie war das Verhältnis von Reaktion und Antizipation? Es geht in der folgenden Darstellung um eine verknüpfte Analyse einer Reihe von Entwicklungssträngen: von Unternehmensstrategie (Netzpolitik, Transnationalisierungspolitik, Diversifikations- und Innovationsstrategie), Unternehmensorganisation und Corporate Governance, und dabei werden die spezifischen Phasen ("Meilensteine") und spezifischen Erfolgsfaktoren von Dachser gerade auch und vor allem als Familienunternehmen im Kontext der allgemeinen Branchenentwicklung sichtbar. Stichwortartig lassen sich vier rote Fäden im Gang der Untersuchung verfolgen: Netzaufbau und Netztransformation im Gefolge zunächst ausdifferenzierter, dann integrierter logistischer Dienstleistungen; IT-Kompetenz als Teil der Netzstrategie, Netzpolitik und Netztechnologie; Corporate Governance und "Family Business"; Internationalisierung und Transnationalisierung im Kontext von Branchenwettbewerb und liberalisierter Verkehrsmarktordnung.

Pressetext (PDF)

Cover, reprofähig

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Erscheinungstermin:
14.01.2008

Hardcover gebunden

336 Seiten, zahlreiche Abbildungen

EAN 9783593379289

€ 24,90

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