Die Flicks

nicht mehr lieferbar E-Book kaufen

Thomas Ramge

Die Flicks

Eine deutsche Familiengeschichte über Geld, Macht und Politik

Keine deutsche Unternehmerfamilie stand den Mächtigen so nahe wie die Flicks - ob nun ein Kaiser, ein Diktator oder Demokraten regierten. Thomas Ramge erzählt die dramatische Geschichte um Aktienpoker und Spendenskandal, Unternehmergeist und Familienzwist.

Thomas Ramge
Holm Friebe ist Volkswirt, Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur in Berlin und Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. Er hat als freier Journalist und Trendforscher gearbeitet und das Weblog riesenmaschine.de mitbegründet. 2006 verfasste er zusammen mit Sascha Lobo das einflussreiche Manifest Wir nennen es Arbeit.

Thomas Ramge ist Journalist und Moderator. Er arbeitet als fester Autor für das Wirtschaftsmagazin brand eins und schreibt zudem für ZEIT und GEO. 2007 erhielt Ramge den Herbert Quandt Medien-Preis. Bei Campus erschienen von ihm Die großen Politskandale (2003) sowie die preisgekrönte Familienbiografie Die Flicks (2004).

mehr zum Autor

17.01.2005, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Geld, Macht, Abgründe
"Lesenswert ... gut dokumentiert."

13.01.2005, e-politik.de
Eine deutsche Familiengeschichte
"Das erste umfassende Werk über das Leben der Familie Flick und ihrer Mitglieder."

19.12.2004, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Die Flicks und die Milliarden
"Ein Opus, das zu den besseren und tiefgründigeren des Genres zu zählen ist."

13.11.2004, Salzburger Nachrichten
Friedrich Flick der Große
"Die Geschichte der Flicks, prägnant zusammengefasst."

04.11.2004, Cash
Hinter den Kulissen der Konzerne
"Eine spannende Schilderung deutscher Wirtschaftsgeschichte."

19.10.2004, Die Welt
Flicks Werk
"Ramge hat mit seinem Buch eine erstaunlich gelungene Analyse vorgelegt. Historisch fundiert und packend erzählt, schildert der Autor ohne Scheuklappen oder ideologische Verblendung die verzwickte Geschichte der Familiendynastie."

01.10.2004, Spiegel Special
Buddenbrooks in Bielefeld
"Der Journalist Thomas Ramge beleuchtet eine Familie, die wohl wie keine andere das Klischeebild deutschen Unternehmertums geprägt hat."

01.10.2004, Bücher
Buchmesse-Special: Die 100 besten Neuerscheinungen
"Ein informatives Stück deutscher Geschichte."

22.09.2004, Stuttgarter Zeitung
Aufstieg und Fall eines Familienunternehmens
"Ramge kann kompakt und spannend erzählen."

20.09.2004, Deutschlandfunk
Familiengeschichte Flick
"Eine flüssig geschriebene Familienbiographie und ein guter Überblick."

14.09.2004, Die Welt
Familie
"Spannend und dramatisch."

09.09.2004, Hessischer Rundfunk
Die Flicks
"Excellent ... Dem Autor ist die Herausforderung, eine Fülle von Material, Fakten und Zusammenhängen verständnisvoll ordnen und zuordnen zu müssen, hervorragend gelungen. Solide recherchiert, packend geschrieben und ausgekleidet mit viel historischem Hintergrund."

01.09.2004, Das Österreichische Industriemagazin
Die Flicks
"Der Autor beschäftigt sich ausführlich mit dem historischen Druck, der auf den heutigen Erben lastet. Das macht den Reiz des Buches aus."

19.08.2004, DIE ZEIT
Friedrich Flicks langer Schatten
"Ein Buch zur richtigen Zeit ... gut recherchiert."

19.08.2004, Wirtschaftswoche
Die Flicks
"Ein spannendes Familienportrait mit vielen exzentrischen Charakteren und ein gut lesbarer Rückblick auf ein wichtiges Kapitel deutscher (Wirtschafts-)Geschichte."

15.08.2004, WELT am Sonntag
Schrecklich nette Familie
"Thomas Ramges gut aufbereitete Familiengeschichte ist ein Lehrstück über die Durchsetzungspotenz bedeutender Unternehmer, die politische Realität nur insofern wahrnehmen, als sie dem wirtschaftlichen Erfolg dienstbar zu machen ist."

13.08.2004, Münchner Merkur
Die dunkle Verbindung von Geld und Macht
"Ramge versteht es, kurzweilig zu erzählen ... eine hochinteressante, lohnenswerte Lektüre."

13.08.2004, Handelsblatt
Die Flicks
"Thomas Ramge geht zu den Wurzeln des 'Flick-Mythos' zurück."

11.08.2004, Financial Times Deutschland
Flick-Werk
"Die Biografie liefert nicht nur farbige Wirtschaftsgeschichte, sondern berührt Grundfragen von Moral und Anstand."

Inhalt

I.Die absolute Freiheit9

II.Friedrich Flick der Große19

III.Die Flicks und die Nazis79

IV.Die Flicks und das Wirtschaftswunder146

V.FKF auf der Brücke193

VI.Die gekaufte Republik218

VII.Vom Erbe befreit248

VIII.Das Schöne, Wahre, Gute264

Zur Quellenlage275

Literatur277

Bildnachweise279

Danksagung280

Register281

Nach der Flick-Affäre versilberte Friedrich Karl Flick das Industrieimperium, das sein Vater in sechs Jahrzehnten mit kaufmännischer Genialität Zug um Zug erobert hatte. Die Deutsche Bank kaufte das Firmenpaket als Zwischenhändler für mindestens fünf Milliarden Mark. Friedrich Karl zog sich als Privatier ins steuergünstige Österreich zurück. Dieser Schritt war die einzig konsequente Entscheidung eines Unternehmers, der sich als Unternehmer nie zu konsequenten Entscheidungen durchringen konnte.
Friedrich Flick ging es um Macht, nicht Luxus, um Einfluss, nicht öffentlichen Ruhm. Die Devise seines Sohnes hingegen lautete: "Kasse machen", eingeflüstert von seinen engsten Beratern und Freunden Eberhard von Brauchitsch und Günter Max Paefgen. Eine echte Strategie, in welche Richtung sich der einstige Stahlkonzern entwickeln sollte, hat Friedrich Karl nie entworfen. Kritiker aus seinem Umfeld sagen, er wäre dazu auch nicht fähig gewesen. Als er 1975 zwanzig Prozent des Daimler-Konzerns losschlug, wusste er nicht einmal, wo er die 2,2 Milliarden Mark Erlös anlegen sollte. In der Münchener Schickeria ließ er sich dennoch als brillanter Geschäftsmann feiern, Lokalrunde inklusive. Die Wirklichkeit sah anders aus:
Mitte der siebziger Jahre fiel auch das Unternehmen Maximilianshütte in Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz - eines der Stammwerke des Hauses - dem Prinzip "Kasse machen" zum Opfer. Der persönlich haftende Gesellschafter Hanns-Arnt Vogels, Spitzname "Piep", hatte ein Jahr lang mit den Klöckner-Werken Verkaufsgespräche geführt und einen aus seiner Sicht akzeptablen Preis verhandelt. Friedrich Karl rief zum "Partnergespräch" nach München, um den Deal abschließend zu besprechen. Konrad Kaletsch, Vetter und treuer Vasall von Friedrich Flick, dem Unternehmensgründer, wollte sich kein Urteil erlauben. Auch Eberhard von Brauchitsch hielt sich mit einer Empfehlung zurück. Stahl sei Vogels Sache. Friedrich Karl beschied, wie er es oft tat: "Die Entscheidung wird vertagt." Vogels reiste genervt zurück nach Düsseldorf. Nachts um zwölf ereilte ihn ein Anruf aus dem Auto. Friedrich Karl war gerade mit seinem alten Freund Rudolf Neumeister auf Tour durch das Münchener Nachtleben und bereits unter deutlichen Zeichen des Alkoholeinflusses. Vogels sollte Flicks Zechkumpanen die Verkaufsbedingungen für die Maxhütte erläutern. Neumeister war seinerzeit ein bekannter Münchener Auktionator. Seine Kenntnisse über die Kunst des 19. Jahrhunderts waren unbestritten. Mit Stahlbetrieben im Wert von dreistelligen Millionenbeträgen handelte er nicht. Leicht irritiert erklärte Vogels dem Kunstauktionator seine Verkaufsempfehlung, und Neumeister kam zu dem Ergebnis: "Hört sich plausibel an." Flick verlangte wieder nach dem Hörer: "Piep, ich autorisiere Dich, das Maxhütten-Geschäft abzuschließen!" Vogels versuchte sich in Diplomatie: Man wolle doch jetzt nichts übers Knie brechen, Kaletsch und Brauchitsch sollten doch noch einmal konsultiert werden und so weiter. Doch Friedrich Karl Flick respektive Rudolf Neumeister hatte die Entscheidung getroffen: "Jetzt wird mit niemandem mehr Rücksprache gehalten. Du hast hiermit den offiziellen Auftrag, morgen das Objekt zu verkaufen!"
Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte Friedrich wohl seinen Sohn Friedrich Karl enterbt. In 70 Jahren Unternehmerleben hatte Friedrich Flick keine einzige geschäftliche Entscheidung aus dem Bauch heraus getroffen. In pausenloser Aktenarbeit - zwölf Stunden am Schreibtisch waren sein Minimalpensum - arbeitete er sich bis ins hohe Alter in sämtliche Unternehmensdaten seiner Betriebe ein. Er hatte die Kostenquote aller Hochöfen bis auf die letzte Dezimalstelle im Kopf, wusste, mit wie viel Koks sie idealer Weise gefahren wurden, zitierte die Fördermenge jeder Schachtanlage aus dem Stand. Kein deutscher Industrieller seiner Epoche konnte "Friedrich Flick dem Großen" (Günther Ogger) beim Lesen von Bilanzen das Wasser reichen. Kein anderer beherrschte wie er die Kunst, Einzelbetriebe zu einer synergetischen Einheit zu verbinden. Verkäufe ordnete Friedrich Flick immer einem klaren Ziel unter: Gewinne mussten reinvestiert werden, um weitere Gewinne zu bringen, um den Konzern zu vergrößern. Die Flick KG war das Lebenswerk von Friedrich Flick.
Persönliches musste da immer zurückstehen. "Was wollen Sie Privates über meinen Großvater hören? Mein Großvater hatte kein Privatleben", sagt Gert-Rudolf Flick. Entsprechend hoch waren die Ansprüche, die der große, hagere Mann mit der Habichtsnase und den weißen, zurückgekämmten Haaren und den immer heruntergezogenen Mundwinkeln an seine Nachfahren stellte. Ihre Aufgabe war es, den Bestand des Konzerns als Ganzes zu sichern. Zu Lebzeiten des Gründers durfte in der Familie niemand auch nur darüber nachdenken, den Konzern auf die beiden Familienstämme zu verteilen. Gert-Rudolf bedauert das heute: "Das Beste für ein Familienunternehmen ist es, wenn sich alle gut verstehen.[...]

Cover, reprofähig

Autorenfoto, reprofähig

zurück

Erscheinungstermin:
09.08.2004

288 Seiten, 20 s/w Abb.

EAN 9783593374048

€ 24,90

inkl. MwSt.

zzgl. Versandkosten Mengenpreis
nicht mehr lieferbar E-Book kaufen