Robert J. Shiller
Die neue Finanzordnung
Einkommensgebundene Kredite - Lebensstandard-Versicherung - Weitere Instrumente für eine bessere Risikoverteilung
Übersetzt von Brigitte Kleidt
Endlich ein Buch, das sich gegen den Trend des Zusammenstreichens sozialer Leistungen richtet! Robert J. Shiller wirft einen frischen Blick auf unser soziales Sicherungssystem und macht zahlreiche Vorschläge für seinen Ausbau - der jedem Einzelnen nutzt und sich wirtschaftlich trägt!
Robert J. Shiller
George A. Akerlof ist Professor für Wirtschaftswissenschaften in Berkeley und erhielt 2001 den Wirtschaftsnobelpreis, zusammen mit Joseph E. Stiglitz und Michael Spence. Robert J. Shiller ist Ökonomieprofessor in Yale. Bei Campus erschienen von ihm bislang »Irrationaler Überschwang« (2000) und »Die neue Finanzordnung« (2003).
mehr zum Autor
20.12.2003, Stuttgarter Zeitung
Vollversicherung für alle
"Der Professor aus Yale gilt als neuer Star am Ökonomiehimmel."
26.11.2003, Handelsblatt
Die Börse als Sozialversicherung
"Zauderer aller Länder, lasst das Durchforsten der Paragrafenberge ruhen. Lehnt euch zurück, schiebt die 46 Verbesserungen der seit 20 Jahren diskutierten Reformen an die Seite. Und lest das Buch 'Die neue Finanzordnung' des US-Ökonomen Robert J. Shiller!"
11.11.2003, Handelsblatt
US-Ökonom Robert Shiller
"Shiller entwirft die Vision einer Welt, in der völlig neue Risiken an den Finanzmärkten gehandelt werden."
08.11.2003, Die Tageszeitung
Versicherung gegen Not und Elend
"Der amerikanische Popstar der Ökonomie plädiert für eine weltweite Superversicherung."
07.10.2003, Financial Times Deutschland
Das Jahr des Aufbruchs
"Shiller wagt es, zutiefst kapitalistisches Gewinnstreben zu vereinen mit der Vision einer ausgleichenden Zukunftssicherung. Ein weiter Wurf, dorthin, wo die Tagespolitik nicht einmal hinzudenken wagt. Die Jury von getAbstract und FTD honoriert ihn als Wirtschaftsbuchpreisträger in der Kategorie 'Globalisierung'."
07.10.2003, Berliner Zeitung
Versicherungen gegen Armut und Ungerechtigkeit
"Überraschend und anregend."
05.10.2003, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Der Architekt einer neuen Finanzordnung
"Shiller zeigt, dass große Lebensrisiken beherrschbar sind."
05.10.2003, Der Tagesspiegel
Sicherheit durch Risiko
"Die Thesen Shillers strotzen vor Optimismus. Zugleich entwerfen sie eine Zukunft der Institution Markt und der grenzenlosen Wetwirtschaft - zum Nutzen und größeren Sicherheit aller."
04.10.2003, Neues Deutschland
Eine Superversicherung gegen weltweite Armut
"Robert J. Shiller ist der Popstar der amerikanischen Ökonomenzunft."
02.10.2003, Lebensmittel Zeitung
Risikomanagement nach den Gesetzen des Marktes
"Der in seinem Wesen zurückhaltende Wissenschaftler verlangt mit Leidenschaft, die Exklusivität der Finanzzentren aufzulösen."
01.10.2003, Bilanz
"Die Märkte sind schon wieder überbewertet"
"Ein Plädoyer für eine stärkere Nutzung von Derivaten beim öffentlichen, unternehmerischen und individuellen Risikomanagement."
27.09.2003, Frankfurter Rundschau
Rezepte für die Risikogesellschaft
"Shillers Analyse ist ohne Zweifel zutreffend."
02.09.2003, Financial Times Deutschland
Ein radikales und anregendes Programm für kreativen Kapitalismus
"'Die neue Finanzordnung' ist ein beachtliches Buch. Es ist das Ergebnis langer Beschäftigung mit einer Theorie sozialer Gerechtigkeit, die sich konsequenterweise der Mittel heutiger Finanzwissenschaften bedient. Shiller entwickelt ein Instrumentarium, das die wirtschaftlich freie Entfaltung des Individuums in den Mittelpunkt einer grenzenlosen Weltwirtschaft stellt."
25.08.2003, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Mit Derivaten soziale Notlagen abfedern
"Shiller fordert Risikoinstrumente zur Absicherung von Lebenslagen von jedermann. Man sollte sich hüten, seine Vorschläge als theoretische Gedankenspiele abzutun."
21.08.2003, Wirtschaftswoche
Wie ein Windstoß
"Angesichts der gerade in Deutschland eingefahrenen und oft kleinlichen Debatte um Kürzungen und Reformen wirkt Shillers grundsätzliches Nachdenken über Aufgaben und Formen moderner Risikovorsorge befreiend wie ein Windstoß an einem heißen Sommertag."
21.08.2003, Börse Online
Finanzielle Sicherheit für alle
"In seinem neuen Buch geht Robert Shiller wieder aufs Ganze."
01.07.2003, Markt und Mittelstand
"Das lesenswerte Buch schildert eine Zukunft, in der es Individuen möglich sein soll, fast alle Risiken über globale Investoren abzusichern."
01.06.2003, ManagerMagazin
Märkte mit Moral
"Starökonom Robert J. Shiller verspricht schier Unglaubliches - neuartige Börsensegmente sollen für eine gerechtere Gesellschaft sorgen."
27.05.2003, Financial Times Deutschland
"Revolutionäre Ideen für den Finanzmarkt."
Vorwort zur deutschen Ausgabe 11
Vorwort 16
Einleitung: Das Versprechen sozialer Sicherheit 20
Teil 1
Wirtschaftliche Risiken im Zeichen des Fortschritts
1 Wie die Welt nach 1950 hätte aussehen können 47
2 Die unsichtbare Gefahr 61
3 Die Risiken fortschrittlicher Technologien 80
4 Die 40 Räuber: Viele Wege führen in den Ruin 95
Teil 2
Wie Wissenschaft und Technik das Finanzwesen revolutionieren
5 Die neue Informationstechnologie im Risikomanagement 109
6 Eine psychologische Betrachtung des Risikomanagements 126
7 Wie sich das Finanzwesen weiterentwickelt 147
Teil 3
Sechs Vorschläge für eine neue Finanzordnung
8 Lebensstandard- und Eigenheimkapital-Versicherungen 157
9 Makromärkte: der Handel mit großen Risiken 175
10 Einkommensgebundene Kredite: Kampf dem Offenbarungseid 198
11 Steuer gegen Einkommensungleichheit: die Kluft nicht weiter vertiefen 211
12 Generationengerechte Rentenversicherung: die Lasten auf alten und jungen Schultern verteilen 231
13 Internationale Risikokontrolle 242
Teil 4
Fragen der Umsetzung
14 GRID -- Globale Risiko-Informations-Datenbanken 259
15 Indexierte Rechnungseinheiten und elektronisches Geld 276
16 Wie es gehen könnte: Forschung und Engagement 301
Teil 5
Die neue Finanzordnung als Teil der historischen Entwicklung
17 Lektionen aus Innovationen im Finanzwesen 313
18 Lektionen aus Innovationen im Sozialwesen 331
Nachwort: Das Modell einer grundlegenden Veränderung der Finanzwelt 360
Danksagung 371
Anmerkungen 376
Literatur 440
Register 470
Die Institutionen der Risikovorsorge stehen in Deutschland auf dem Prüfstand. Um sie zu bewerten, ist es sinnvoll, sich auf die Grundlagen und die Ursprünge dieser Institutionen zu besinnen. Das geschieht in diesem Buch, und das Fazit lautet unter anderem, dass es vorteilhaft ist, bestehende Institutionen zu nutzen und zu erweitern, statt sie einfach einzureißen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die Zukunft radikal von der Vergangenheit unterscheiden wird, nicht zuletzt wegen der neuen Technologien, aber auch infolge geänderter Einstellungen. In der Zukunft werden unsere Institutionen wichtige neue Aufgaben übernehmen müssen.
In Deutschland ist die Sicherung eines Mindestlebensstandards für alle ein wichtiges Ziel, niemand soll ins Elend abrutschen. Während in anderen Ländern die Gefahr des Scheiterns als Anreiz gilt, will man sich hierzulande auf eine solche Leistungsmotivation nicht einlassen. Aber ist es denn wirklich notwendig, dass Deutschland diese Werte jetzt aufgibt? Muss das Land wirklich in einen rüden Kapitalismus
zurückfallen, in dem die »kreative Zerstörung« einzelne Menschen in den Abgrund stößt?
Die deutschen Gewerkschaften kämpfen für den Wert der Gerechtigkeit. Seit einiger Zeit sind sie als Hemmschuh einer zukunftsfähigen Entwicklung ins Gerede gekommen. Man wirft ihnen vor, verzweifelt ihre Mitglieder zu schützen -- auf Kosten jener, die aus dem Arbeitsprozess herausgefallen sind. Nur wenn die Macht dieser Gewerkschaften gebrochen würde, so der Tenor, sei die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Eines jedoch darf man nicht übersehen: Gewerkschaften haben viele nützliche Funktionen in einer Gesellschaft. Sie sind nicht nur für das Bewahren von Arbeitsplätzen und die Durchsetzung von Lohnforderungen wichtig. Heute schon schützen sie ihre Mitglieder vor verschiedenen ökonomischen Risiken. In Zeiten der Globalisierung sollten die Gewerkschaften überlegen, ob sie diese Rolle weiter ausbauen könnten, und wie. Denkbar wäre nicht zuletzt, dass sie für ihre Mitglieder bessere Risikomanagement-Instrumente aushandeln.
Deutschland könnte die derzeitige Krise aktiver bewältigen, wenn es sich an die Spitze einer Bewegung stellte, die neue Finanzinstrumente für die eigentlich bedeutsamen Risiken entwickeln will. Denn, so seltsam das auf den ersten Blick scheinen mag, Institutionen wie Versicherungen, Wertpapierhäuser und Banken können einen wegweisenden Beitrag leisten, die Hoffnungen auf ein anständiges Einkommen für alle Menschen zu erfüllen. Sie sind damit vertraut, Risiken einzuschätzen und zu bewältigen. Richtig angewandt kann Risikomanagement auch jene Gefahren abfedern, die Deutschlands Wirtschaft und die wirtschaftliche Existenz eines jeden Einzelnen bedrohen.
Deutschland war weltweit ein Vorreiter des sozialen Risikomanagements. Der schöpferische Umgang mit dem Risikomanagement, der im Deutschen Reich die erste nationale Sozialversicherung der Welt hervorbrachte, findet auch heute noch ein reiches Betätigungsfeld. Wenn die deutsche Regierung die Sozialversicherung den heutigen Herausforderungen anpasst und die im Folgenden vorgeschlagene Demokratisierung des Risikomanagements vorantreibt, dann kann sie die ökonomischen Risiken der Bürger und Bürgerinnen reduzieren und gleichzeitig Leistungsanreize für den Einzelnen schaffen.
Vielleicht wirkt so mancher der folgenden Vorschläge ein wenig futuristisch. Vielleicht scheint deren Umsetzung auf den ersten Blick wenig wahrscheinlich. Aber dieses Buch möchte weit in die Zukunft blicken, in eine Zeit, in der fortschrittliches Finanzmanagement im erbund mit fortschrittlichen Informationstechnologien alltäglich geworden ist. Exakte Prognosen sind schwierig. Trotzdem brauchen wir zukunftsweisende Ideen, um die seit Jahrzehnten andauernden Wirtschaftsprobleme in den Griff zu bekommen.
Die Zukunft, von der im Folgenden die Rede sein wird, erschließt sich unserer Vorstellungskraft nur als Vision. Die Lösungsvorschläge sind flexibel genug, um ernst genommen zu werden. Es geht um die Zukunft der Finanzordnung. Die scharfen Kanten der unpersönlichen
Märkte können durch ein fortschrittliches Risikomanagement geschliffen werden. Nicht die Rückkehr zu den ungezügelten Kräften des freien Marktes steht im Mittelpunkt des Buches. Es geht um eine intelligente und ehrgeizige Ausweitung und Demokratisierung der Finanzinstrumente und -institutionen des freien Marktes, damit diese im 21. Jahrhundert besser für uns arbeiten können.
Robert J. Shiller
