Kunst, Geschlecht, Politik

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Martina Kessel (Hg.)

Kunst, Geschlecht, Politik

Männlichkeitskonstruktionen und Kunst im Kaiserreich und in der Weimarer Republik

Martina Kessel

mehr zum Autor

Einleitung
Martina Kessel

Uniform: On Constructions of Soldierly Masculinity in
Early Twentieth-Century Visual Culture
Elizabeth Otto

Männerbilder: Zur Konstruktion von Männlichkeit im deutschen
Stummfilm
Wolfgang Struck

Beethoven: Männlichkeitskonstruktionen im Bereich der Musik
Beatrix Borchard

Wahre Kunst und künstlerisches Frauenschaffen: Zur Konzeption
des Künstlers bei Gertrud Bäumer
Angelika Schaser

Männlichkeitskonstruktionen am Bauhaus - Der Künstler als
(Mit-)Konstrukteur einer neuen Gesellschaft: László Moholy-Nagy
Barbara Paul

Entschlossene Revolutionäre: Surrealismus und die Krise hegemonialer
Männlichkeit in den 1920er Jahren
Barbara Lange

Künstler und Genie, Schöpferkraft und Männlichkeit, diese Kategorien bilden ein aufeinander bezogenes Verweissystem, das vielfach
verästelt und zugleich gebrochen ist. Kunst und Geschlecht wurden seit der Renaissance meist zusammengedacht in der männlich konnotierten Figur des Künstlers als dem singulären, kreativen Individuum. Dieser Mythos vom Großen Künstler bzw. das Konzept
männlicher Autorschaft verband die Ansprüche auf Innovation, Authentizität und Autorität. Spätestens seit dem 18. Jahrhundert diente diese Denkfigur ausdrücklich auch dazu, im zweigeschlechtlichen Deutungsmuster der Moderne Konstruktionen von Weiblichkeit und
Männlichkeit in einer hierarchischen Beziehung aufeinander zuzuordnen. Der Schriftsteller Carl Friedrich Pockels, der 1806 ein
mehrbändiges »Charaktergemälde« über Den Mann verfaßte, stellte die Verknüpfung von genialer Schöpferkraft und Männlichkeit dabei in durchaus typischer Weise dadurch her, daß er kreative Produktivität im Konstrukt von Weiblichkeit ausschloß. Künstlerbiographien ebenso wie die Biographien von Künstlerpaaren erwiesen sich im 19. und 20. Jahrhundert als ein weiteres wichtiges Narrativ, um echte Kunst und Männlichkeit noch retrospektiv zu identifizieren. Das konnte entweder der Entwurf einer entwicklungs teleologischen Linearität sein oder aber die Thematisierung von künstlerischer Krise und kreativem Bruch auf Seiten des Mannes. Auch eine der wichtigsten visuellen Tropen in der Bildkunst, der entkörperlichte männliche Blick und das nackte weibliche Modell, machte die Differenzen in der Positionierung von Männlichkeit und Weiblichkeit in der Neuzeit manifest.

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Erscheinungstermin:
14.02.2005

kartoniert

146 Seiten

EAN 9783593375403

€ 24,90

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