Birgit Müller
Die Entzauberung der Marktwirtschaft
Ethnologische Erkundungen in ostdeutschen Betrieben
Als "Ethnologin in der Fabrik" erkundet die Autorin, wie die Menschen in ehemals "volkseigenen Betrieben" die Wende erlebten und wie sie rückblickend die Zeit der Planwirtschaft mit sozialistischem Wettbewerb und Parteikontrolle interpretieren. Dabei geht es um Strategien der Aneignung und Re-Interpretation, um Skepsis und Arrangement, vor allem jedoch um Mikromechanismen der Macht in den Alltagswelten, die es erlauben, die scheinbare Rationalität der gegensätzlichen Wirtschaftssysteme zu entschleiern.
Birgit Müller, Dr. phil., ist Sozialanthropologin am Laboratoire de l'anthropologie des institutions et organisations sociales, AIOS-CNRS in Paris.
Autor
Birgit Müller
Birgit Müller, Dr. phil., ist Sozialanthropologin am Laboratoire de l´anthropologie des institutions et organisations sociales, LAIOS-CNRS in Paris
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Pressestimmen
31.10.2003, Stuttgarter Zeitung
Ganz nah und ganz weit weg
"Das nachhaltige Bemühen um Verständnis hindert die Autorin nicht an der für eine Wissenschaftlerin notwedndigen kritischen Distanz."
23.09.2003, Die Tageszeitung
Die neoliberale Ödnis
"Ein beachtenswertes Buch über die Bewusstseinsgeschichte der abhängig Beschäftigten, eine kleine Detailstudie über die Erfahrungen und die Wünsche der ostdeutschen Arbeiter in der Phase der großen Transformation."
15.10.2002, Stuttgarter Zeitung
Wechsel zur Marktwirtschaft
"Ein Mosaik aus persönlichen Erfahrungen û ein differenziertes Bild von der Wende aus der Sicht der DDR- Bürger. Das macht das Buch lesenswert."
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Methoden der Feldforschung
Vorstellung der Betriebe und der Akteure
Teil I: Erinnerungen an die Planwirtschaft
1. Ideologie und Praxis des Plans
1.1. Die Planung des Mangels
1.2. Politik vor Ökonomie
2. Der Planerfüllungspakt
2.1. Demokratischer Zentralismus im Betrieb
2.2. Autonomie und Schufterei
2.3. Disziplin und Motivation
3. Sozialismus als Performance
3.1. Sozialistisch leben, lernen und arbeiten
3.2. Hinter vorgehaltener Hand…
4. Parteiherrschaft im Betrieb
4.1. Partei und Karriere
4.2. Parteiräson
4.3. Die Freiheit der Andersdenkenden
4.4. Perestroika im Betrieb
Teil II: Die Wende
5. Privatisierung - Herrschaft und Besitz
5.1. Versteckte Kritik wird laut
5.2. Vom "volkseigenen" zum privaten Besitz
5.2.1. Der Traum vom schnellen Geld
5.2.2. Die Enklave in der marktwirtschaftlichen Welt
6. Der Marktwahn
6.1. Vermarktung
6.2. Arbeiten für den Markt
6.3. Stimmungsbild nach zwei Jahren Kurzarbeit
6.4. Konsum
7. Weltsichten in der Wende
7.1. Konstruktion von zwei deutschen Kulturen
7.1.1. Westverwandtschaft
7.1.2. Das Stereotyp vom "faulen Ossi"
7.2. Die Idee des Sozialismus
Teil III: Eintritt in die Weltwirtschaft
8. Die HOCHINAUF-Mission gen Osten
8.1. Strategien der Expansion
8.2. Die Missionare der Marktwirtschaft
8.3. Die HOCHINAUF-"Familie"
9. Zwei Karrieren in der Marktwirtschaft
9.1. Ein Erfolgsmodell
9.2. Anpassung und Verweigerung
9.3. Disziplin und Eigensinn
10. Vereinigung und Vereinzelung
10.1. Leistungsdruck versus wissenschaftlich bestimmbare Produktivität
10.2. Das Paradies oder die gelungene Integration
10.3. Kollektivität und Konkurrenz
Konklusion
Pressematerialien
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