Länderbericht USA

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Willi Paul Adams (Hg.), Peter Lösche (Hg.)

Länderbericht USA

Geschichte·Politik·Geographie·Wirtschaft·Gesellschaft·Kultur

Die aktualisierte und völlig neu bearbeitete Ausgabe bietet Hintergrundinformationen und kompakte Darstellungen zu gesellschaftlichen und politischen Prozessen in den Vereinigten Staaten. Im Mittelpunkt stehen die Behandlung der amerikanischen Geschichte von der Kolonialzeit bis 1975, die systematische Aufarbeitung der Prozesse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seit den siebziger Jahren bis in die Gegenwart sowie Darstellungen zu geographischen Strukturen und kulturellen Entwicklungen. Mehrere Bibliographien und ein Register erleichtern den Zugriff auf einzelne thematische Aspekte.

Willi Paul Adams ist Professor für Amerikanistik am John F.- Kennedy-Institut der FU Berlin. Peter Lösche ist Professor für Politikwissenschaften an der Universität Göttingen.

Willi Paul Adams

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Peter Lösche
Peter Lösche ist Professor am Seminar für Politikwissenschaften und Zentrum für Europa- und Nordamerikastudien der Universität Göttingen.
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05.03.2000, Berliner Illustrierte
Alles über Amerika
"Ein Standardwerk, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist."

10.02.2000, Neue Zürcher Zeitung
Die USA in einem Band
"Ein in seiner Vielfalt beeindruckender Band, der die USA auf dem neuesten Stand der Forschung vorstellt."

Die Diskriminierung der Afroamerikaner
Für die meisten Afroamerikaner war die Phase der Wiedereingliederung der Südstaaten nach dem Bürgerkrieg eine niederschmetternde Erfahrung. Zwar blieb die Sklaverei abgeschafft, eine gleichberechtigte Beteiligung am politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben der Südstaaten aber wurde den Afroamerikanern verwehrt. Oberflächlich betrachtet schien die Diskriminierung zunächst nicht so schlimm zu sein. So waren bis zur Jahrhundertwende afroamerikanische Abgeordnete im Repräsentantenhaus von South Carolina vertreten, bis 1890 auch in den Häusern von Georgia und Virginia. Mit einer einzigen Ausnahme waren bis 1900 auch stets afroamerikanische Abgeordnete aus den Südstaaten im Repräsentantenhaus des amerikanischen Kongresses vertreten, allerdings kamen sie ausschließlich aus Wahlbezirken mit überwiegend schwarzer Bevölkerung. Ferner gab es auch noch Afroamerikaner mit eigenem Grundbesitz in den Südstaaten und nicht nur die große Masse armer Landpächter.
Nach 1890 verschlechterte sich die Lage der Afroamerikaner jedoch dramatisch, da die weißen Landbesitzer nun dazu übergingen, ihre politische und wirtschaftliche Vormachtstellung gezielt auszubauen. Durch die Einführung von Kopfsteuern, Analphabetentests oder Wahlgesetzen, wie den "Großvaternachweis", der nur den Afroamerikanern die Wahl erlaubte, deren Vorfahren vor dem Sezessionskrieg freie Männer und nicht Sklaven waren, wurde die afroamerikanische Bevölkerung politisch entmündigt. Die Verschärfung der Rassentrennung dagegen sollte den großen Landbesitzern die politische Unterstützung der weißen Farmer und Arbeiter sichern, deren Rassismus mobilisiert wurde. Mit Hilfe sogenannter "Jim Cow"-Gesetze wurden die Afroamerikaner systematisch von der weißen Gesellschaft ausgeschlossen. Getrennte Eisenbahnwagen, Hotels, Restaurants, Krankenhäuser usw. wurden ebenso zur Regel wie die berufliche und wirtschaftliche Diskriminierung. Gleichzeitig warf sich die weiße Elite zum Verteidiger der besonderen Kultur der Südstaaten auf und vertrat die Ansicht, lediglich die "natürliche" Ordnung wieder herzustellen. Brutalität und Gewalttätigkeit wurden zu Kennzeichen dieser Ordnung. Zwischen 1890 und 1899 kam es durchschnittlich zu 187 Lynchmorden jährlich, und 82 % der Opfer waren Afroamerikaner, die in den Südstaaten lebten.
Angesehene Afroamerikaner protestierten gegen die vielfältige Unterdrückung, einige Weiße taten das gleiche, doch der Protest verhallte ungehört. Angesichts der Gleichgültigkeit in den Nordstaaten und der offenen Feindseligkeit in den Südstaaten blieb den Afroamerikanern letztlich keine andere Wahl, als sich anzupassen oder den Süden zu verlassen. Seit den 1890er Jahren nahm die afroamerikanische Bevölkerung in den großen Städten des Nordens deutlich zu, so vor allem in New York und Chicago. Allerdings kam es erst mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu einer starken Wanderungsbewegung der Afroamerikaner vom landwirtschaftlichen Süden in den industriellen Norden. Hier ging es ihnen nicht unbedingt besser, denn überwiegend standen sie im Wettbewerb mit den jüngsten europäischen Einwanderern, die selbst, wenn sie der englischen Sprache nicht mächtig waren, durchweg bevorzugt wurden. Auch die Gewerkschaften sahen in den Afroamerikanern häufig nur unliebsame Konkurrenten und schlossen sie von der Mitgliedschaft aus. Trotz dieser allumfassenden Diskriminierung versuchten afroamerikanische Persönlichkeiten, wie Booker T. Washington und W.E.B. DuBois, die Selbstbehauptung und Gegenwehr ihrer Rasse zu organisieren. Ihre Hoffnung war es, die Gleichberechtigung zu erkämpfen und die Afroamerikaner vom Unterklassenstatus zu befreien.
aus Kap. IV: Industrialisierung und ihre sozialen und politischen Folgen, 1877-1914

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Erscheinungstermin:
05.05.1999

Hardcover gebunden

824 Seiten

EAN 9783593362137

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