Jörn Lamla
Grüne Politik zwischen Macht und Moral
Der Schritt von der Protest- zur Regierungspartei konfrontiert die Grünen mit widersprüchlichen Anforderungen zwischen Macht und Moral. Jörn Lamla analysiert anhand der grünen Sozialpolitik, welches Potenzial zur Ausbalancierung dieses Spannungsfeldes innerhalb der Partei vorhanden ist. Gleichzeitig liefert er grundlegende Einsichten in eine moralisch handlungsfähige Reformpolitik, die nach Gesichtspunkten der sozialen Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Zivilität ausgerichtet ist.
Autor
Jörn Lamla
Jörn Lamla ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Soziologie und vertritt die Professur für Allgemeine Soziologie.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Dimensionen politischer Gestaltung in der spätmodernen Gesellschaft
2.1 Vorüberlegungen zum Anforderungsprofil einer zeitgemäßen Theorie der Reformpolitik
2.2 Die ‚Dualität von Struktur' als allgemeiner theoretischer Orientierungsrahmen
2.3 Akteure und Institutionen: Politische Handlungsinstanzen in der spätmodernen Gestaltungskrise
2.4 Regeln und Ressourcen: Grenzen, Möglichkeiten und Potentiale reformpolitischer Institutionengestaltung
3. Politische Gestaltung zwischen Macht und Moral - das strukturelle Handlungsproblem der Grünen
3.1 Bestimmungsmomente grüner Willens- und Strategiebildung zwischen Macht und Moral
3.1.1 Kulturelle Bestimmungsmomente: Die Grünen und die Moral
3.1.2 Institutionelle Bestimmungsmomente: Die Grünen und die Macht
3.1.3 Zusammenführung: Die Grünen und die Moderne
3.2 Die Grünen am Ende der 90er Jahre - Strukturproblem und Handlungspotential
4. Zur Rekonstruktion grüner Reformpotentiale für eine sozial gerechte, nachhaltige und zivile Gesellschaft
4.1 Fallrekonstruktion und Strukturgeneralisierung - zur Forschungslogik der Objektiven Hermeneutik
4.2 Methodische Umsetzung: Felderhebung und Auswertung geeigneten Datenmaterials
4.3 Normativer Analyserahmen: Soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Zivilität im Kontext reformpolitischer Institutionengestaltung
4.3.1 Kritische Analyse und empirische Rekonstruktion - zum methodologischen Status normativer Leitgesichtspunkte
4.3.2 Implizite Moraltheorien, Rechtsparadigmen und Gesellschaftsbeschreibungen
4.3.3 Normative Gesichtspunkte der Institutionalisierung einer sozial gerechten Ordnung
4.3.4 Normative Gesichtspunkte einer nachaltigen Entwicklung
4.3.5 Normative Gesichtspunkte einer zivilen Bürgerkultur
4.4 Einführende Bemerkungen zum Reformprojekt einer sozialen Grundsicherung und zur grünen Grundsicherungsdebatte 1996/97
5. Erfolgskontrollierte Initiative (Akteursprofil A)
5.1 Zur Wiederaufnahme der Grundsicherungsdebatte
5.1.1 Zum pragmatischen Rahmen der politischen Rede von A1
5.1.2 Fallpräsentation und Hypothesengenerierung
5.2 Fallstrukturhypothese: Grünes Kernprojekt im politischen Akzeptanzmanagement
5.3 Kritische Analyse: Moralische Rationalität und politische Bewährung des Reformpotentials
5.3.1 Soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Zivilität - Konsistenzprobleme moralischer Politikbegründung
5.3.2 Politische Bewährungsdynamik - Professioneller Anspruch und die Grenzen rationaler Kalkulierbarkeit in der Politik
6. Quertreiber von Links (Akteursprofil B)
6.1 "Status quo ante" grüner Grundsicherungspolitik
6.1.1 Zum pragmatischen Rahmen des Podiumsbeitrags von B1
6.1.2 Fallpräsentation und Hypothesengenerierung
6.2 Fallstrukturhypothese: Klientelpolitik für die ‚Betroffenen'
6.3 Kritische Analyse: Moralische Rationalität und politische Bewährung des Reformpotentials
6.3.1 Soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Zivilität - Entdifferenzierung des Moralstandpunktes im Rahmen der Verteilungsgerechtigkeit
6.3.2 Politische Bewährungsdynamik - Gestaltungsabstinenz im sozialpolitischen Verteilungskampf
7. Politischer Autismus (Akteursprofil C)
7.1 Fallpräsentation und Strukturhypothese: Reform der Arbeitsgesellschaft und Politik der Lebensführung
7.1.1 Grundsicherung durch Subventionierung von Halbtagsstellen - zum Antrag von C1 u.a.
7.1.2 Fallstrukturhypothese: Von der ethisch motivierten Reformidee zum Konzept-Fundamentalismus
7.2 Kritische Analyse: Moralische Rationalität und politische Bewährung des Reformpotentials
7.2.1 Soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Zivilität -Instrumentalisierung und Restriktion der Moral im ethisch-substantiellen Deutungsrahmen
7.2.2 Politische Bewährungsdynamik - Anschlußdefizite der auf Lebensführungsmodelle reduzierten Reformpolitik
8. Intellektuellendämmerung in Grün (Akteursprofil D)
8.1 Fallpräsentation und Strukturhypothese: Grüne Moral unter ‚Re?Kommodifizierungsdruck'
8.1.1 Garantiertes Grundeinkommen als sozialpolitische Prinzipienmoral? - zum Artikel von D1
8.1.2 Fallstrukturhypothese: Grüne Sozialpolitik in den Paradoxien reflexiver ‚Versozialwissenschaftlichung'
8.2 Kritische Analyse: Moralische Rationalität und politische Bewährung des Reformpotentials
8.2.1 Soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Zivilität - zum Verschleiß der moralischen Reflexionspotentiale
8.2.2 Politische Bewährungsdynamik - Strukturelle Grenzen einer moralischen Politikberatung
9. Zustand und Perspektiven des grünen Reformprojekts an der Schwelle zum 21. Jahrhundert
9.1 Vergleich der vier reformpolitischen Akteursprofile
9.2 Strukturkrisen und Professionalisierungsansätze der neuen Regierungspartei
9.3 Zur Zukunft reformpolitischer Moralität
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