Historische Politikforschung

Herausgegeben von Wolfgang Braungart, Neithard Bulst, Christian Büschges, Heinz-Gerhard Haupt und Willibald Steinmetz.

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Wissenschaft

Neue Politikgeschichte

Perspektiven einer historischen Politikforschung

von Ute Frevert (Hg.), Heinz-Gerhard Haupt (Hg.).

In diesem ersten, programmatischen Band der Reihe werden die Konturen einer neuen Politikgeschichte entworfen. Ihr Gegenstand sind die historisch variablen Grenzziehungen zwischen dem Politischen und dem Nichtpolitischen. Diese sich wandelnden Konstruktionen des

Politischen untersuchen die Autorinnen und Autoren des Bandes in verschiedenen empirischen Studien. Thematisch reicht deren Spektrum

von Huldigungen an die preußischen Könige über Debatten um Altersgrenzen im Wahlrecht der Weimarer Republik bis zur Politisierung

des Mediums Film im Stalinismus und dem Verhältnis von Politik und Religion in der Bundesrepublik Deutschland.

 

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Wissenschaft

Inklusion und Partizipation

Politische Kommunikation im historischen Wandel

von Christoph Gusy (Hg.), Heinz-Gerhard Haupt (Hg.).

Das Politische ist ein kommunikativ konstituierter Raum. Wer auf welche Weise an der politischen Kommunikation teilhat und damit in den Raum des Politischen inkludiert wird, ist das Ergebnis von Aushandlungen auf struktureller und semantischer Ebene. Mit diesen Prozessen beschäftigen sich die Autorinnen und Autoren des Bandes aus historischer, soziologischer und juristischer Sicht. Einführende Beiträge vermitteln die im Band verwendeten zentralen Begriffe Inklusion und Partizipation. Im Anschluss zeigen die Autorinnen und Autoren, wie Diskussionen unter anderem über Altersgrenzen in Antike und Moderne, über politische Repräsentation in der Weimarer Republik und über die Staatsbürgerschaft im Westeuropa der Gegenwart definierten, wer Zugang zur politischen Kommunikation hatte und an ihr teilhaben konnte.

 

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Wissenschaft

Die Sinnlichkeit der Macht

Herrschaft und Repräsentation seit der Frühen Neuzeit

von Jan Andres (Hg.), Alexa Geisthövel (Hg.), Matthias Schwengelbeck (Hg.).

Ob die frühneuzeitlichen Reichstage, Hölderlins Gedicht »An eine Fürstin von Dessau« oder die Inszenierung des Körpers in der SS – es handelt sich jeweils um Repräsentationen von Herrschaft und damit um Formen symbolischer Politik. Die Autorinnen und Autoren zeigen an Beispielen aus der deutschen Geschichte, wie zentral öffentliche Inszenierungen, Literatur, Presse und Architektur für die politische Kommunikation und Aushandlung sowie für die Herrschaftssicherung waren – von der Frühen Neuzeit bis in die 1970er Jahre. Mit

Beiträgen von T. Biskup, P. Diehl, G. Diewald- Kerkmann, M. Kohlrausch, M. Schalenberg, B. Stollberg-Rilinger, D. Tänzler und den Herausgebern.

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Wissenschaft

»Auf Poesie ist die Sicherheit der Throne gegründet«

Huldigungsrituale und Gelegenheitslyrik im 19. Jahrhundert

von Jan Andres.

Huldigungen und Krönungen sind politische Rituale. Erst durch sie wird ein Herrschaftsantritt als politische Handlung sichtbar. Begleitet werden sie durch eigens verfasste Literatur, vor allem die Gelegenheitslyrik. Jan Andres geht den ästhetischen Ausdrucksformen dieser Rituale nach und schildert anschaulich, wie eine solche Zeremonie inszeniert wurde und welche Rolle den Dichtungen zukam. Weder das Zeremoniell selbst noch die dazugehörigen Gedichte waren rein dekorativ oder bloßes Beiwerk des Politischen – sie waren zentral für die Politik der deutschen Staaten im 19. Jahrhundert. Die hier von Jan Andres entwickelte These von der Ästhetizität des Politischen öffnet den Blick auch auf moderne Formen symbolischer Politik.

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Wissenschaft

Herausforderungen des staatlichen Gewaltmonopols

Recht und politisch motivierte Gewalt am Ende des 20. Jahrhunderts

von Freia Anders (Hg.), Ingrid Gilcher-Holtey (Hg.).

Neue Formen des Terrorismus, der »Kampf der Kulturen«, Debatten um die Berechtigung »rechtsstaatlicher« Folter oder »zivilen Ungehorsams « werfen die Frage nach der Legitimität und Illegitimität, Legalität und Illegalität politisch motivierter Gewalt auf. Autorinnen und Autoren aus Soziologie und Rechts-, Geschichts- und Theaterwissenschaft gehen dieser Frage anhand aktueller Gewaltphänomene nach, die der Vorstellung einer gewaltfreien Moderne, in der Spannungen im Gewaltmonopol des Staates aufgehoben sind, entgegenstehen. Mit Beiträgen von Dieter Grimm, Dierk Helmken, Ulrich K. Preuß, Ulrich Falk, Annette Keilmann, Hans-Peter Müller, Lorenz Schulz, Franziska Schößler und den Herausgeberinnen.

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Wissenschaft

Politisches Theater nach 1968

Regie, Dramatik und Organisation

von Ingrid Gilcher-Holtey (Hg.), Dorothea Kraus (Hg.), Franziska Schößler (Hg.).

Peter Handkes »Publikumsbeschimpfung « ist heute ein Symbol für das politische Theater der 1970er Jahre, das wesentliche Impulse aus der 68er-Bewegung erhielt und umgekehrt in sie hineinwirkte. In diesem Band wird die ästhetische und institutionelle Politisierung des Theaters aus theater-, literatur- und zeithistorischer Sicht dargestellt. Als Zeitzeugen äußern sich Regisseure, Autoren und Theaterkritiker wie Tankred Dorst, Hagen Mueller-Stahl und Barbara Sichtermann.

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Wissenschaft

Vermessen, Zählen, Berechnen

Die politische Ordnung des Raums im 18. Jahrhundert

von Lars Behrisch (Hg.).

Maße und Zahlen wurden im 18. Jahrhundert zu zentralen Kategorien der Wirklichkeit: Fürsten, Beamte und Gelehrte erfassten Flächen und Territorien in Zahlen, begriffen aber auch wirtschaftliche Ressourcen und die Bevölkerung immer mehr als berechenbare Einheiten. Dies führte zu einer neuen Wahrnehmung des politischen Raums. Die Autoren des Bandes untersuchen diese Entwicklung im europäischen Vergleich und liefern damit einen Beitrag zur Kulturgeschichte von Herrschaft und Verwaltung.

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Wissenschaft

Theater-Proteste

Zur Politisierung von Straße und Bühne in den 1960er Jahren

von Dorothea Kraus.

Die Frage, was politisches Theater ist, wurde in der Bundesrepublik seit den frühen 1960er Jahren kontrovers diskutiert. Auch für die 68er- Bewegung spielte sie eine wichtige Rolle. Dorothea Kraus rekonstruiert diese Auseinandersetzungen um das Politische, die im Theater, um das Theater und mit den Mitteln des Theaters geführt wurden. Im Zentrum stehen neben den theatralen Protesten der Außerparlamentarischen Opposition (APO) die Politisierung des Dramas, das Aufkommen des Regietheaters und die Forderung nach innerbetrieblicher Mitbestimmung. Ein Theater, dem die Gesellschaft politischen Charakter zugesprochen hätte, konnte sich auf Dauer freilich weder institutionell noch künstlerisch durchsetzen.

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Wissenschaft

Die Ethnisierung des Politischen

Identitätspolitiken in Lateinamerika, Asien und den USA

von Christian Büschges (Hg.), Joanna Pfaff-Czarnecka (Hg.).

Ob die Delawaren in den USA, Indios in Mexiko oder die Kiranti-Bewegung in Nepal – seit knapp 20 Jahren fordern ethnische Bewegungen die Nationalstaaten in der außereuropäischen Welt heraus. Sie verlangen die Anerkennung und politische Repräsentation ethnischer Minderheiten und fordern, sie in die Definition der Nation einzuschließen. Die Autorinnen und Autoren des Bandes zeigen, dass diese »Ethnisierung des Politischen« bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreicht und die Identität einiger Nationalstaaten Amerikas und Asiens nachhaltig infrage stellt.

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Wissenschaft

Die Politik des Zeremoniells

Huldigungsfeiern im langen 19. Jahrhundert

von Matthias Schwengelbeck.

1840 versammelten sich vor dem Berliner Schloss zahlreiche Bürger und Funktionsträger, um Friedrich Wilhelm IV. zu huldigen. Selbst im 19. Jahrhundert waren solche vormodernen Zeremonien nicht nur Schaugepränge oder bloße Ornamente der Politik. Sie waren zentrale Ausdrucksformen politischen Handelns – für den Monarchen wie für die Untertanen. Matthias Schwengelbeck zeigt an Beispielen aus den deutschen Staaten Württemberg, Baden, Lippe und Preußen die Ausgestaltung und öffentliche Wahrnehmung dieser Feiern. Dabei erläutert er die politische Kultur der damaligen Monarchien, zu deren wesentlichen Elementen das Zeremoniell gehört.

 

 

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