Schätzungsweise acht Millionen Kinder wurden zwischen den 1950er- und 1980er-Jahren auf Anweisung von Ärzten in sogenannte Kindererholungsheime verschickt und kamen verstört oder traumatisiert zurück. Was viele Verschickungskinder dort erleben mussten, prägt sie bis heute: Heimweh, Einsamkeit, Zwang und Gewalt. Ihr Schicksal war lange tabu. Es ist Zeit, die Tür in die Vergangenheit weit aufzumachen: Wie war das möglich und wer war dafür verantwortlich?
Die Historikerin und Journalistin Hilke Lorenz hat mit vielen ehemaligen Verschickungskindern gesprochen. Sie erzählt ihre Geschichten und geht ihren Hinweisen nach. Manche Erinnerungen sind lückenhaft, sind manchmal mehr ein Gefühl oder eine Vermutung als Gewissheit. Viele Erwachsene sprechen zum ersten Mal über ihre Erfahrungen und fangen gerade erst an zu begreifen, welchen Einfluss die Wochen und Monate der Kinderkur auf ihr weiteres Leben hatten. Was Hilke Lorenz darüber hinaus in den Archiven findet, schockiert. Dabei geht es nicht nur um die NS-Erziehungsmethoden, die durch die Kontinuität des Personals fortgeführt wurden. Ihre Recherchen decken auch das profitable Geschäft auf, das mit dem Verschicken von Kindern gemacht wurde, und in das Ärzte, Heimbetreiber, Krankenkassen und Verbände involviert waren.
1. Auflage, 2021
Bindeart: Buch, gebunden Format: 145 x 222 x 29 mm Gewicht: 582 g Umfang: 304 Seiten Verlag: Beltz
Hilke Lorenz wurde für ihre journalistische Arbeit zur Verschickungskinder-Thematik in Form ihres Beitrags »Ausgeliefert« mit dem Diakonie Journalistenpreis 2020, Kategorie Print, ausgezeichnet.
»Dieses Buch müssen Sie lesen!«
- Stefanie Meinecke, SWR1, 17.02.2021
»Was für ein ergreifendes und wichtiges Buch. Jeder, dem an einer humaneren Gesellschaft gelegen ist, sollte es lesen!«
- Bas Kast, Bestsellerautor und Wissenschaftsjournalist
»Hilke Lorenz schreibt mit ›Die Akte Verschickungskinder‹ in ihrer unnachahmlichen Diktion die Landkarte der vereisten Kindheiten weiter aus. Es geht um das Schweigen zwischen den Generationen, um Gewalt, Tabus, um acht Millionen Einsamkeiten.«
- Ines Geipel, Schriftstellerin und Publizistin
»Das ist ein Mensch-Buch, das kann jeder lesen, um auch unsere Gesellschaft besser zu verstehen.«
- Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur - Das gemischte Doppel, 07.03.2021
»Hilke Lorenz ist für viele Betroffene der erste Mensch, der wirklich wissen will, wie war das damals.«
- Stefanie Meinecke, SWR1, 17.02.2021
»Nach dem eindrucksvollen Plädoyer des Arztes Dr. Herbert Renz-Polster für einen vorurteilslosen, nicht ausgrenzenden Erziehungsansatz in seinem Vorwort gibt Lorenz zehn Kindern eine Stimme.«
- Andreas Babel, Cellesche Zeitung, 27.02.2021
»Ein erschütternder Bericht über ein verborgenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte! Hilke Lorenz gibt den Verschickungskindern eine Stimme, die dringend gehört werden muss.«
»›Die Akte Verschickungskinder‹ ist ein Buch, das zeigt, wie perfide Schwarze Pädagogik funktioniert(e), und das aufklärt zum Thema Missbrauchskultur in ›Erholungs‹-Einrichtungen. Es ist nicht nur eine Pflichtlektüre für Pädagogen, sondern auch für Eltern.«
Hilke Lorenz, geboren 1962, hat sich in mehreren populären Sachbüchern u. a. »Kriegskinder – Das Schicksal einer Generation« (2003, Spiegel-Bestseller) und »Heimat aus dem Koffer« (2009) mit dem Einfluss von Kriegserlebnissen und totalitären Ideologien auf Kinder und die nachfolgenden Generationen beschäftigt. Sie ist Redakteurin bei der Stuttgarter Zeitung. Für ihren Artikel »Ausgeliefert« über die Verschickungskinder gewinnt sie den Diakonie Journalistenpreis Kategorie Print 2020.
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Die Historikerin und Journalistin Hilke Lorenz hat mit vielen ehemaligen Verschickungskindern gesprochen. Sie erzählt ihre Geschichten und geht ihren Hinweisen nach. Manche Erinnerungen sind lückenhaft, sind manchmal mehr ein Gefühl oder eine Vermutung als Gewissheit. Viele Erwachsene sprechen zum ersten Mal über ihre Erfahrungen und fangen gerade erst an zu begreifen, welchen Einfluss die Wochen und Monate der Kinderkur auf ihr weiteres Leben hatten. Was Hilke Lorenz darüber hinaus in den Archiven findet, schockiert. Dabei geht es nicht nur um die NS-Erziehungsmethoden, die durch die Kontinuität des Personals fortgeführt wurden. Ihre Recherchen decken auch das profitable Geschäft auf, das mit dem Verschicken von Kindern gemacht wurde, und in das Ärzte, Heimbetreiber, Krankenkassen und Verbände involviert waren.22