Ausgehend von der öffentlichen Kontroverse um die »religiöse Wende« Max Horkheimers, einer der bekanntesten Bezugsgrößen der Studentenbewegung, zeigt Pascal Eitler, dass Religion und Kirche auch um 1968 für die politische Kommunikation und die Gesellschaft der BRD von großer Bedeutung waren und einen Prozess der Politisierung durchliefen. Von einem vielfach behaupteten Durchbruch der Säkularisierung kann daher keine Rede sein.
Pascal Eitler, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. Er forscht zur Religions-, Politik, Körper- und Tiergeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und ist Gründer und Mitherausgeber von Body Politics – Zeitschrift für Körpergeschichte. Literatur zum Thema des Kapitels: Der „Ursprung“ der Gefühle – reizbare Menschen und reizbare Tiere, in: Ute Frevert et al.: Gefühlswissen. Eine lexikalische Spurensuche in der Moderne (Frankfurt: Campus, 2011); Tiere und Gefühle, in: Gesine Krüger et al. (Hrsg.): Tiere und Geschichte. Konturen einer Animate History (Stuttgart: Franz Steiner, 2014).
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