Leben

»Krise ist auch nur ein Mensch und gehört zum Leben.« Boris Thomas

Erfolg ist ein schlechter Lehrer, findet Boris Thomas. Der Geschäftsführer von Lattoflex hat das meiste in der Krise gelernt und möchte unseren Blick auf die Krise nachhaltig verändern.

Erfolg ist ein schlechter Lehrer.  Sie waren mit Lattoflex, einem traditionellen Familienunternehmen, sehr erfolgreich – dann kam die große Krise. Was war Ihre wichtigste Lektion?

Boris Thomas: Ich glaube vor allen Dingen dass wir Krisen brauchen um wieder Achtung und Demut vor dem Leben zu bekommen. Und ich glaube meine wichtigste Lektion aus allen Krisen ist, dass wir erkennen und lernen dürfen, dass wir nichts zu 100 Prozent in der Hand haben. Wir können uns bemühen und gute Pläne machen. Ob daraus jedoch ein Erfolg wird, hängt von vielen Dingen ab, die wir nicht im Voraus planen können. Scheitern ist eine schmerzhafte Erfahrung. Aber ohne Rückschläge und Krisen würden wir niemals unser wahres Potenzial erreichen, denn freiwillig wären wir nicht bereit, bis an die Grenze und noch ein Stückchen weiter zu gehen.

 

Was können die Leser von »Fang nie an, aufzuhören« aus Ihrer Krise lernen?

Boris Thomas: Mein persönliches Ziel ist es unsere Sichtweise auf das wahre Leben neu auszurichten. Wir sind zu einer Gesellschaft von »Erfolgsjunkies«  geworden. Und wir verfallen in der Welt von Instagram und Facebook einer Illusion von: »Alles ist machbar und  nur eine Frage von guter Planung«. Das ist jedoch weit weg vom wahren Leben. In meinem Buch stelle ich in sieben Abschnitten unterschiedliche Sichtweisen auf eine Krise dar. Es ist kein klassisches Selbsthilfebuch, sondern eines, das den Leser auf einer tiefen Ebene  inspirieren soll, um eine nachhaltige Änderung unserer Sicht auf die Krise zu erreichen. Krise ist auch nur ein Mensch und gehört zum Leben.

 

 

Warum ist es so leicht, in eine Krise hineinzugeraten und so schwer, wieder aus ihr herauszufinden?

Boris Thomas: Im Buch beschreibe ich drei klassische Fallen, in die man während einer Krise oft gerät. Die erste ist die Leugnung. Wir wollen nicht sehen, was sich am Horizont abzeichnet. Danach kommt das Erstarren: Uns stockt der Atem und wir fühlen uns überwältigt und handlungsunfähig. Als drittes geraten wir in Panik. Statt entspannt und konzentriert einen Ausweg zu suchen, reagieren wir kopflos und verschlimmern auf diesem Weg die Krise nur noch. In meinem Buch versuche ich, den Leser für diese Fallen zu sensibilisieren und zeige ihm, wie er sie vermeidet.

 

Die Gestaltung Ihres Buches hat eine japanische Anmutung. Welche persönliche Verbindung haben Sie zu fernöstlichen Lehren?

Boris Thomas: Seit frühester Jugend bewegt mich eine zentrale Frage in meinem Leben: »Was ist Leben überhaupt und was bewegt uns Menschen?« Der Zenbuddhismus mit seiner Klarheit hat mich immer wieder begeistert. Die Reduktion auf das Wesentliche, das Sitzen in der Stille und die Hingebung an das Leben – all diese Komponenten haben mich über viele Jahre tief in meinem Herzen bewegt. Es ist ein Teil meines Weges durch dieses Leben.

 

Zum Autor

Boris Thomas wurde im Jahr des Drachen geboren, das als besonders geistreich gilt. Seit über 25 Jahren führt er das Unternehmen Lattoflex aus Bremervörde. Der Tischler, Wirtschaftsingenieur und Vortragsredner nimmt nicht nur seinen Kunden die Rückenschmerzen, sondern auch Managern die Bauchschmerzen.

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25.02.2019

Leben

Fang nie an aufzuhören
Fang nie an aufzuhören
Hardcover gebunden
22,00 € inkl. Mwst.