Leben

»Niemals aufgeben, das macht den Unterschied!« Marius Kursawe

Marius Kursawe erklärt uns, wie wir nicht nur vom Berge versetzen träumen, sondern auch ins Handeln kommen und dabei bleiben, wenn es schwierig wird. Mit seinen Mindhacks kommt man sicher zum Ziel.

Wir Träumen oft, aber nur selten setzen wir die Träume in die Tat um. Das ist in vielen Fällen okay, aber manchmal wäre es wichtig, die Ziele umzusetzen. Was hindert uns?

Es gibt eine Vielzahl innerer und äußerer Hindernisse. Wenn ich mir etwa vornehme, mehr Sport zu machen, kann mir dabei das schlechte Wetter, mein anstrengender Job oder auch mein Perfektionismus im Wege stehen. Im Grunde läuft es aber immer wieder auf zwei Punkte hinaus.  Ich vergleich das gerne mit einem Bergsteiger, der einen Gipfel erreichen will. Der muss zwei Dinge schaffen: in die Handlung kommen und dann konsequent Meter für Meter weitergehen – auch gegen Widerstände. Das klingt vielleicht nicht schwer, aber tatsächlich gibt es eine Menge Menschen, die ein Leben lang von ihrem »Berg« träumen, aber niemals nur einen Fuß auf den Fels setzen. Sie kommen einfach nie in die Handlung. Oder sie machen ein paar Schritte, brechen aber bei der ersten Schwierigkeit wieder ab.

 

In Ihrem Buch nennen Sie zahlreiche Beispiele erfolgreicher Menschen, die ihre Ziele erreicht haben. Was haben die gemeinsam?

Allein gemeinsam ist, dass sie keine Superhelden oder Ausnahmetalente sind. Wir glauben ja oft, dass erfolgreiche Menschen eine besondere Gabe haben und ihnen die Dinge deshalb immer gelingen. Durch meine Recherchen habe ich gelernt: Talent macht vielleicht 10 Prozent des Erfolgs aus. Viel wichtiger ist Biss und die Fähigkeit, eine Sache zu Ende zu bringen. Viele von meinen Interviewpartnern – darunter Profisportler, ehemalige GSG 9 Beamte oder Everest-Besteiger – waren nicht stärker, besser oder intelligenter als andere. Sie haben einfach angefangen und niemals aufgeben, das macht dann den entscheidenden Unterschied.

 

Großer Erfolg = große Anstrengung? Sie sagen: Manchmal fehlt nur ein kleiner Schubs.

 

Aus der Motivationspsychologie wissen wir, dass eine hohe Motivation alleine nicht ausreicht, um etwas zu verändern. Das kennt jeder, der sich schon mal am Anfang des Jahres hochmotiviert im Fitnessstudio angemeldet hat. Das alleine verändert gar nichts. Entscheidend ist, ob ich regelmäßig zum Training gehe. Veränderung geschieht nur, wenn wir diese Schwelle von der Motivation zur Umsetzung überwinden. Und dafür ist oft nicht viel Kraft erforderlich, sondern ein smarter Impuls oder Schubs zur rechten Zeit. Bleiben wir beim Sportbeispiel: Hier kann es schon ausreichen, die Sporttasche gepackt auf den Beifahrersitz des Autos zu stellen und sich nach der Arbeit das Nicht-zum-Sport-gehen schwerer zu machen.

 

Viele Ihrer Interviewpartner haben Ihnen erzählt, wie sie mit Zweifeln und Ängsten umgehen. Was ist Ihnen dabei besonders in Erinnerung geblieben?

 

Ich habe mit einem Expeditionsbergsteiger gesprochen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen wie Du und Ich auf den Mount Everest zu bringen. Viele von ihnen sind zunächst Feuer und Flamme und können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Wenn sie aber den Berg zum ersten Mal sehen, dann kommt die Angst. Sie beginnen zu zweifeln: Bin ich gut genug? Habe ich mich ausreichend vorbereitet? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt? Sein Trick, um ihnen die Angst zu nehmen, ist ein Gleichnis: »Der Everest ist wie eine Sahnetorte. Wenn ich sie als Ganzes verspeisen will, dann ersticke ich. Wenn ich mir jedoch Scheibchen für Scheibchen davon abschneide, dann kann ich es schaffen.« Ich glaube, dass für die allermeisten Dinge im Leben, die uns herausfordern. Wenn ich auf den ganzen Berg schaue, fühle ich mich klein. Aber die Etappe, die vor mir liegt, die kann ich immer schaffen. Und dann sehen wir weiter.

22.05.2019

Leben

Berge versetzen für Anfänger
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