Demokratie galt uns lange als selbstverständlich. In Zeiten geopolitischer Krisen, von Krieg, Klimakatastrophe, Pandemie und einer erstarkenden Rechten, stellen sich jedoch immer wieder die Fragen: Wie wehrhaft ist die Demokratie? Und was müssen wir tun, um auch in Zukunft in einer Demokratie leben zu können? In unseren Büchern von Ronen Steinke und Nora Markard, Karl-Rudolf Korte, Wolfgang Merkel, Johannes Hillje und weiteren Autor:innen beleuchten wir diese Fragen aus verschiedenen Perspektiven. Werfen Sie einen Blick in unser vielfältiges Spektrum an politisch und gesellschaftlich relevanten Themen und lernen unsere hochkarätigen Autor:innen kennen.
Wir brauchen in Deutschland eine Politik, die visionär nach vorne denkt. Denn die Vorstellungskraft rüstet uns für die Zukunft und macht Demokratie gestaltbar. In diesem Sinne beschreibt Andrea Römmele die Megatrends, die unser Leben erfasst haben:
- Digitalisierung und KI,
- Urbanisierung,
- demografischer Wandel,
- Migration,
- Klimawandel und
- Globalisierung.
Zu jedem Megatrend entwirft sie fiktive Szenarien, die zeigen, wie Demokratie unter großem Druck lebendig bleiben kann – oder wie sie scheitert. Wir müssen umdenken: von der Maximierung des Privaten zum Denken für die Gemeinschaft, von Zukunftsangst zu Zukunftsmut!
Das Buch überrascht mit realistischem Optimismus. Die Autorin ist keine Spielmacherin des Augenblicks. Sie zeigt vielmehr die neuen Krafträume der Zukunft.
Karl-Rudolf Korte, einer der besten Kenner des politischen Betriebs der Bundesrepublik, zeigt in »Wählermärkte«, nach welchen Kriterien die Deutschen wählen, und wie sich die politischen Akteure darauf einstellen.
Wolfgang Merkel, Autor von »Im Zwielicht. Zerbrechlichkeit und Resilienz der Demokratie im 21. Jahrhundert« sieht die Demokratie heute stärker bedroht als um die Jahrtausendwende, dennoch ruft er dazu auf, die Resilienz der liberalen Demokratien nicht zu unterschätzen. Der Politik- und Kommunikationswissenschaftler Johannes Hillje legt mit seiner empirischen Analyse »Das ›Wir‹ der AfD« erstmals dar, wie die AfD ihre Kommunikation in Mobilisierung und Wahlerfolge verwandelt.
Wo sind die Ideen, die uns ein gutes Leben bringen, und wer will uns dagegen Rückschritt als Fortschritt verkaufen? Zukunft oder nicht - Petra Pinzler sortiert die Fäden. Ihr Buch »Hat das Zukunft oder kann das weg?« beantwortet die großen Fragen mit lebensnahen Antworten und misst die kursierenden Fortschrittskonzepte an den gegenwärtigen Herausforderungen. Kurz: Zukunftsweisendes Aufräumen in unsicheren Zeiten.
Campus: Ihr Buch, »Hat das Zukunft oder kann das weg«, soll als Kompass auf dem Weg in eine gute Zukunft dienen. Der ganz privaten und der des Landes. Woraus können wir Kraft für eine positive Veränderung schöpfen?
Petra Pinzler: »Indem wir etwas tun. Klingt banal, ist banal - wirkt aber trotzdem. Denn Kraft entsteht durch Handeln. Oder konkret: Menschen, die etwas tun - für sich, für andere, für die Gesellschaft oder die Umwelt - sind fröhlicher und optimistischer als diejenigen, die wegen der vielen Krisen immer tiefer im Frust oder in der Angst versinken oder die Probleme zu verdrängen versuchen.«
Wer sollte Ihr Buch unbedingt lesen?
Petra Pinzler: Diejenigen, die neue Ideen brauchen – für ihr Engagement, für die Gesellschaft und die Politik. Und alle, die gern ein unterhaltsames Sachbuch lesen möchten. Denn das war mit beim Schreiben wichtig: Das Lesen soll Spaß machen.
Wir müssen die Art und Weise, wie wir künftig zusammenleben, neu erfinden. Das kann viel Spaß machen.
Ronen Steinke über »Jura not alone«
Der Erste Weltkrieg brachte den Zusammenbruch zweier Monarchien und den demokratischen Umbruch in Mitteleuropa. Die deutsche Philosophie wurde nur mit Schwierigkeiten in dieser neuen Realität heimisch. Das intellektuelle Ringen um die Demokratie zum Zeitpunkt ihrer Gründung ist heute angesichts des rasanten Verlusts ihrer Selbstverständlichkeit und der Ausbreitung autoritärer Neigungen von großer, beunruhigender Aktualität.
Albert Dikovich arbeitet die Folgen dieser demokratischen Zeitenwende für die deutschsprachige Philosophie umfassend auf. Dabei wird zum einen untersucht, wie nach dem katastrophalen Gewaltereignis des Krieges und angesichts der akuten Eskalation im Inneren die Grenzen der moralisch legitimen Mittel politischer Konfliktaustragung neu gezogen wurden.
Zum anderen wird der Zusammenhang zwischen rechts- und erkenntnistheoretischen Annahmen und Positionierungen innerhalb eines Spannungsfeldes konkurrierender politischer Neuordnungsentwürfe beleuchtet. Dabei zeigt sich, dass die damals geführten philosophischen Kämpfe um die Demokratie mit unserer Gegenwart mehr zu tun haben, als es der geschichtliche Abstand vermuten lässt.
Das Grundlagenwerk von Ute Gerhard
Jetzt erst recht! Im Recht spiegeln sich die gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Doch mit ihm lässt sich auch die Gesellschaft verändern. Was bedeutet das für die Geschlechtergerechtigkeit und die Frauenrechte?
Die Frauenbewegungen sind schon immer Motoren gesellschaftlichen Wandels gewesen: Sie haben politische Widersprüche und soziale Ungerechtigkeit benannt und Gerechtigkeit eingeklagt.
Das Grundlagenwerk »Für eine andere Gerechtigkeit« von Ute Gerhard setzt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen des Rechts als Mittel politischer Einmischung auseinander, die Geschlechtergerechtigkeit als konkrete Utopie nicht aus den Augen verliert.
Den Rechtsgrundsatz der Gleichheit versteht Ute Gerhard dabei nicht als absolutes Prinzip, sondern als dynamisches Konzept. Rechte müssen im jeweiligen Kontext erkämpft, verteidigt und neu verhandelt werden. Sie schildert die Geschichte der Frauenrechte in Europa seit dem 19. Jahrhundert bis heute und zeigt verschiedene Dimensionen feministischer Rechtskritik auf. Die Lebensrealität von Frauen und Männern behält sie dabei fest im Blick.
Wer Kommunikation beherrscht ist klar im Vorteil. Gerade in Zeiten aufgeladener Debatten und festgefahrener Positionen. Besonders im Gespräch mit Ignoranten oder Menschen, die Recht haben wollen, gibt es einige Regeln und Tricks, die weiterhelfen. Verbal wie nonverbal. Mit den Büchern von Peter Modler und Marie-Theres Braun sind Sie auch mit dem schwierigsten Gegenüber auf der sicheren Seite.