Ende der 1970er Jahre spitzte sich der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA erneut zu. 1983 ließ die NATO Nuklearraketen in der Bundesrepublik Deutschland und in anderen westeuropäischen Ländern stationieren. Vor allem die schwäbische Gemeinde Mutlangen rückte damals als Standort von Pershing-II-Raketen in den Fokus der Friedensbewegung und der Öffentlichkeit. Bis 1987 fanden dort jahrelang Proteste statt, vor allem Sitzblockaden, bei denen es entgegen behördlicher Befürchtungen jedoch nie zu Gewaltausschreitungen kam. Richard Rohrmoser beschreibt die Entwicklung Mutlangens zu einem Symbolort der Friedensbewegung. Seine Studie geht zudem der Frage nach, welche Folgen die massenweise Praktizierung und der juristische Diskurs über den zivilen Ungehorsam der Friedensaktivist_innen für die bundesdeutsche Gesellschaft hatten.
1. Auflage, 2021
Bindeart: Paperback Format: 140 x 215 x 31 mm Gewicht: 574 g Umfang: 460 Seiten
»Richard Rohrmosers facettenreiches Bild der Mutlanger Sitzblockaden, samt lokalem Hintergrund, Verzeichnis der teilnehmenden Gruppen und Analyse der gerichtlichen Folgen, verankert die Mutlanger Proteste insgesamt tief im Alltag der 1980er-Jahre. Insofern kann der Autor (...) seine These gut belegen, dass die dortigen Proteste die ›Normalisierung und sukzessive (gesetzliche) Inkorporierung von Protest in das demokratische System der Bundesrepublik‹ förderten.«
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