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Wissenschaft

Frauenförderung an Hochschulen

Neue Steuerungsinstrumente zur Gleichstellung

von Christine Färber.

Frauen werden an den Hochschulen nach wie vor benachteiligt. Christine Färber sucht nach Wegen, wie eine Hochschule gestaltet werden kann, die Frauen und Männern gleiche Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven bietet. Nach einer Auseinandersetzung mit den bisherigen Konzepten zur Frauenförderung stellt sie neue Steuerungsinstrumente zur Gleichstellung vor. In deren Bewertung kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass eine Hochschulreform unter frauenpolitischer Perspektive Möglichkeiten bietet, die alte institutionelle Ordnung der Universität zu überwinden.

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Wissenschaft

Blue Jeans

Vom Leben in Stoffen und Bildern

von Anna Schober.

Kein anderes Kleidungsstück wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts so mystifiziert wie die Blue Jeans. In den unterschiedlichsten Konsumentenmilieus wurde der blaue Stoff getragen und mit wechselnden Bedeutungen, gleichsam religiösen Qualitäten aufgeladen. Anna Schober beleuchtet die Verarbeitung medial vermittelter Bilder und Waren zu individuellen Selbstbildern und stellt dabei die Deutungen der Blue Jeans als konfliktreiche Auseinandersetzung um Sehen und Gesehenwerden dar.

 

Anna Schober, Dr. phil., studierte Geschichte und Kunstgeschichte. Sie veröffentlichte mehrere Bücher zu den Themen öffentlicher Raum, inszenierte Kulturereignisse und Popkultur.

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Wissenschaft

»Gegen alle Vergeblichkeit«

Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

von Hans Erler (Hg.), Arnold Paucker (Hg.), Ernst Ludwig Ehrlich (Hg.).

Darüber, ob es einen jüdischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus gegeben hat, streiten Historiker seit langem. Dieser Band geht darüber hinaus und untersucht die Kontinuität jüdischen Engagements für die Demokratie während der Weimarer Republik, während des Nationalsozialismus in Europa und bei Gründung der Bundesrepublik. Beiträge u. a. von Götz Aly, Uta Gerhardt, Marita Krauss, Ingo

Müller, Arno Lustiger, Alfons Söllner, Ingrid Strobl.

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Wissenschaft

Modernisierung durch Beschleunigung

Raum und Mobilität im Zarenreich

von Roland Cvetkovski.

Russland zeichnet sich durch sein riesiges Territorium aus. Diesen Raum überwinden und kontrollieren zu können, war Ziel einer Modernisierung des Verkehrswesens, die keineswegs nur im Westen Europas stattfand. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts führten die russische Post und später die Eisenbahn zu einer Beschleunigung, durch die das Reich leichter zu beherrschen war. Die Menschen im Lande allerdings maßen der Geschwindigkeit keine große Bedeutung bei. Roland Cvetkovski zeigt, dass sie dennoch und trotz starker Widerstände einen der wichtigsten Faktoren für die Modernisierung Russlands und seines Raumes darstellte.

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Wissenschaft

Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung

Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts

von Robert Castel (Hg.), Klaus Dörre (Hg.).

Die soziale Frage ist in die politische Öffentlichkeit zurückgekehrt. Begriffe wie Prekarität, Ausgrenzung und Exklusion sind in aller Munde. Was aber wird genau mit diesen Begriffen bezeichnet? Lassen sich die sozialen Spaltungen, die meist von der Arbeitswelt ausgehen, damit angemessen analysieren? International bekannte Autoren wie unter anderen Robert Castel, Serge Paugam und Loïc Wacquant betrachten mit den »Aussteigern«, »Prekariern« und »Ausgegrenzten« unterschiedliche Gruppen und deren soziale Lage. Der Band stellt Anschlüsse an die internationale Debatte um die neue soziale Frage her und verdeutlicht, dass Prekarisierung in den einzelnen europäischen Ländern höchst Unterschiedliches bedeuten kann.

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Wissenschaft

Wissenskulturen

Über die Erzeugung und Weitergabe von Wissen

von Johannes Fried (Hg.), Michael Stolleis (Hg.).

Wissen wird erzeugt, weitergereicht, vermehrt, aber auch wieder vergessen, unterdrückt oder vernichtet. Es ist ein heftig umworbenes Gut, das moderne Gesellschaften konstituiert und heute als wichtigster Rohstoff gilt. Als gesellschaftliches Produkt hat das Wissen aber auch eine Geschichte. Jede Kultur schafft sich ihren Kosmos nützlichen Wissens, vermischt mit religiösen Überzeugungen, Alltagshypothesen und Vorurteilen. Dieser Geschichte des Wissens gehen die Autoren des Bandes in acht mit leichter Feder geschriebenen Essays aus Sicht verschiedener Disziplinen nach: Philosophie, Mittelalterliche Geschichte, Ethnologie sowie Rechts-, Wirtschafts- und Wissenschaftsgeschichte. Sie ziehen damit die Bilanz aus zehn Jahren Forschung am Frankfurter Kolleg »Wissenskultur und Gesellschaft «. Mit Beiträgen von Wolfgang Detel, Moritz Epple, Johannes Fried, Karl-Heinz Kohl, Matthias Lutz- Bachmann, Werner Plumpe, Bertram Schefold und Michael Stolleis.

 

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Wissenschaft

Die 1970er Jahre als schwarzes Jahrzehnt

Politisierung und Mobilisierung zwischen christlicher Demokratie und extremer Rechter

von Massimiliano Livi (Hg.), Daniel Schmidt (Hg.), Michael Sturm (Hg.).

Die 1970er-Jahre gelten gemeinhin als "rotes Jahrzehnt" - eine Zuschreibung, die der Mehrdeutigkeit der Dekade nach "1968" nicht gerecht wird. In diesem Band werden politische Akteure in den Blick genommen, die sich als Alternative zur politisch-kulturellen Hegemonie der Linken verstanden. Die Politisierung der Menschen in Westeuropa, so zeigen die Beiträge, vollzog sich auch im Spektrum zwischen Christlicher Demokratie, Neokonservatismus und Rechtsextremismus - mit durchaus differenzierten Ausprägungen und mit Auswirkungen bis in die Gegenwart.

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Wissenschaft

Die Ordnung des Sozialen

Väter und Familien in der amerikanischen Geschichte seit 1770

von Jürgen Martschukat.

Aus einem völlig neuen Blickwinkel präsentiert Jürgen Martschukat die Geschichte der USA. Er schildert zentrale Themen wie die Sklaverei, die Besiedelung des Westens, die Einwanderung aus Europa oder die Große Depression anhand einzelner Familien. Dabei stehen vor allem die Väter im Mittelpunkt. Jedes Kapitel zoomt nah an die Personen heran: an den Sklavenvater, der nur einen Teil seiner Familie freikaufen kann, an das Mädchen, das mit seinem Vater gen Westen aufbricht, oder an den Arbeitslosen, der die Aufgabe des Ernährers an seine Frau abgeben muss.

Diese Geschichten fügen sich zu einem historischen Gesamtbild, das Menschen in vielfältigen Lebensentwürfen darstellt. Und doch, so zeigt sich, war das familiäre Ideal vom männlichen Ernährer und der Hausfrau und Mutter stets präsent. So wurde und wird mittels der Familie eine Ordnung des Sozialen hergestellt, an der die Menschen auf unterschiedliche Weise teilhaben - eine Erkenntnis, die den Kern amerikanischer Geschichte und Gegenwart offenlegt.

 

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Wissenschaft

Geschichte als Performance

Politische Bewegungen in Galizien um 1900

von Dietlind Hüchtker.

Am Beispiel dreier Frauen – einer Aktivistin der polnischen Bauernbewegung, einer ruthenischen Feministin und einer Zionistin – analysiert die Studie politische Bewegungen in Galizien um 1900 als Performance, als Zusammenspiel von Mitwirkenden, Stücken, Bühnen und Auftritten. Die Aktivistinnen konstruierten die Geschichte ihrer Benachteiligung, sie organisierten Räume, in denen eine bessere Zukunft vorgeführt wurde, sie inszenierten ihre Deutungen als historisch begründete Unumgänglichkeit des Wandels. So gelang es ihnen, diese »identity politics« bis in die Narrative der heutigen Geschichtswissenschaft hinein zu etablieren.

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