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Wissenschaft

Armut in einem reichen Land

Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird

von Christoph Butterwegge.

Vermehrte Fluchtmigration, Angst vor gesellschaftlichem Abstieg und soziale Ungleichheit: Obwohl diese Themen viele Menschen umtreiben, wird Armut in Deutschland, so Christoph Butterwegge, nicht konsequent bekämpft, sondern verharmlost und "ideologisch entsorgt". In der aktualisierten Auflage seines Standardwerks diskutiert er auch, was getan werden muss, um die Kluft zwischen Arm und Reich wieder zu schließen.

"Dieses Buch besticht durch analytische Klarheit und präzise politische Urteile. Wer sich über alle Aspekte von Armut informieren möchte, kommt an ihm nicht vorbei." Süddeutsche Zeitung

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Wissenschaft

Ermöglichen und Verhindern

Vom Umgang mit Kontingenz

von Markus Bernhardt (Hg.), Stefan Brakensiek (Hg.), Benjamin Scheller (Hg.).

Kontingenzgeschichten

Herausgegeben von Frank Becker, Stefan Brakensiek und Benjamin Scheller

 

Der Mensch der Vormoderne wähnte die Zukunft bei den Göttern aufgehoben, erst moderne Gesellschaften waren und sind vor die Herausforderung gestellt, im Bewusstsein der Ungewissheit alles Künftigen zu denken und zu handeln – der Umgang mit Kontingenz in der Geschichte ist weit komplizierter, als es dieses einfache Schema unterstellt. Auch in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit – so die Quintessenz des Bandes – entwickelten die Menschen Strategien, um sich gegen Schäden zu wappnen, die eintreten oder nicht eintreten konnten. Umgekehrt bestanden in der Moderne jene Formen der magischen Beschwörung des Künftigen vielfach fort, die üblicherweise mit vormodernen Gesellschaften identifiziert werden.

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Wissenschaft

Competing Norms

State Regulations and Local Praxis in sub-Saharan Africa

von Mamadou Diawara (Hg.), Ute Röschenthaler (Hg.).

Meist wird der Staat in Afrika, wie auch anderswo, als Träger von Ordnung, Fortschritt und Disziplin gesehen, da er über die Autorität verfügt, Gesetze zu erlassen und deren Einhaltung zum Wohl der Gesellschaft zu sanktionieren. Dieser Band untersucht die Bedeutung der staatlichen Gesetzgebung für die Bevölkerungen im subsaharischen Afrika und setzt diese in Beziehung zu bereits existierenden lokalen Normen, mit denen die neuen Gesetze konkurrieren müssen.

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Wissenschaft

Ordnungen religiöser Pluralität

Wirklichkeit - Wahrnehmung - Gestaltung

von Ulrich Willems (Hg.), Astrid Reuter (Hg.), Daniel Gerster (Hg.).

Religion und Moderne

Herausgegeben von Thomas Großbölting, Detlef Pollack, Barbara Stollberg-Rilinger und Ulrich Willems

 

Die Debatten zur »religiösen Pluralität« sind meist von der Annahme getragen, dass die Vielfalt von Religionen ein spezifisch modernes Phänomen ist. Historische Forschungen fördern gleichwohl ein anderes Bild zutage: Religiöse Pluralität erscheint darin nicht als ein Novum der Religionsgeschichte. Wie aber unterscheidet sich die Wirklichkeit religiöser Pluralität in der Antike von der gegenwärtigen Lage? Wie wandeln sich die Vorstellungen von der Gestaltung, der Ordnung religiöser Pluralität? Der Band nimmt Sondierungen in verschiedene Epochen und Religionskulturen vor.

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Wissenschaft

Law Beyond the State

Pasts and Futures

von Rainer Hofmann (Hg.), Stefan Kadelbach (Hg.).

Dieser Band versammelt Aufsätze renommierter Völker-und Europarechtler über Vergangenheit und Zukunft des internationalen Rechts, die aus Anlass des 100-jährigen Gründungsjubiläums der Frankfurter Universität entstanden sind. Es geht um die Geschichte von Völker- und Europarecht, die zentrale Bedeutung der "spiritual dimension" der europäischen Rechtsordnung und um das Internet als Chance, alle von globaler Rechtsetzung betroffenen Personen am Entscheidungsprozess zu beteiligen.
Mit Beiträgen von Michael Bothe, Stefan Kadelbach, Martti Koskenniemi, Joseph H.H. Weiler und Ingolf Pernice.
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Wissenschaft

Menschenrechte an den europäischen Außengrenzen

Das Ringen um Schutzstandards für Flüchtlinge

von Britta Leisering.

Bis heute gelten Menschenrechte nicht immer und überall. Ob eine Person Rechtsansprüche stellen kann, hängt auch davon ab, wo sie sich befindet. Britta Leisering untersucht Grenzkontrollen in der internationalen Zone des Pariser Flughafens und auf Hoher See. Ihr Buch behandelt das Ringen von Menschenrechtsorganisationen um Rechtsschutz für Flüchtlinge. Mithilfe von internationalen Gerichten und Kontrollgremien setzen sie sich für die extraterritoriale Geltung der Menschenrechte ein. So entwickelt sich das internationale Schutzsystem weiter, während Regierungen immer weniger selbst entscheiden können, wo und wem sie Rechte garantieren.

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Wissenschaft

"Labor is not a Commodity!"

The Movement to Shorten the Workday in Late Nineteenth-Century Berlin and New York

von Philipp Reick.

Diesseits wie jenseits des Atlantiks interpretierten Arbeiter die ungezügelte Macht des freien Marktes als eine Bedrohung für ihr Verständnis von Autonomie und Teilhabe. Widerstand gegen die "Kommodifizierung der fiktiven Ware Arbeit" war wesentlich im Kampf für politische, soziale und ökonomische Rechte. Am Beispiel der Bewegung zur Verkürzung des Arbeitstags im mittleren 19. Jh. kann Philipp Reick zeigen, dass weder die US-amerikanische Arbeiterbewegung als Abweichung von einer vermeintlichen Norm gelten noch die deutsche Arbeiterbewegung als Verkörperung dieser Norm verstanden werden kann.

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Wissenschaft

An der Grenze

Die biotechnologische Überwachung von Migration

von Torsten Heinemann (Hg.), Martin G. Weiß (Hg.).

Die Staaten der Europäischen Union haben in den vergangenen Jahren ein »biotechnologisches Grenzregime« errichtet, das über ein nahezu totales Wissen über die Körper von Einwanderern und Staatsbürgern verfügt. Die gesammelten biometrischen Daten reichen von Fingerabdrücken und Iris-Scans zur Identitätsfeststellung über Röntgenbilder des Körpers zum Zweck der Altersbestimmung bis hin zu DNAAnalysen im Rahmen von Familienzusammenführungen. Dieser interdisziplinäre Band bietet einen detaillierten Einblick in gegenwärtige biotechnologische Grenzregime im Kontext neoliberaler Herrschaftsstrukturen und analysiert zentrale politische, soziale und ethische Implikationen dieser Praxis.

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Wissenschaft

Gehorchen und Gestalten

Jesuiten zwischen Demokratie und Diktatur in Chile (1962-1983)

von Antje Schnoor.

Jesuiten gelten als politisch einflussreich. Aber wie eigenständig können Ordenspriester handeln, die ein Gehorsamsgelübde abgelegt haben? Antje Schnoor beleuchtet die Rolle der Jesuiten in Chile während der christdemokratischen Regierung unter Eduardo Frei, der sozialistischen Regierung unter Salvador Allende und der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet. Dabei zeigt sie eindrücklich, wie sich Richtung und Ausmaß des politischen Handelns der Gesellschaft Jesu aus dem Wandel des jesuitischen Gehorsamsverständnisses ergaben. Ihre Studie belegt, wie der Orden die politische Haltung der katholischen Kirche mitbestimmte und zugleich als eigenständige politische Kraft in Erscheinung trat.

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Wissenschaft

Salafismus und Dschihadismus in Deutschland

Ursachen, Dynamiken, Handlungsempfehlungen

von Janusz Biene (Hg.), Christopher Daase (Hg.), Julian Junk (Hg.), Harald Müller (Hg.).

Spätestens seit den Attentaten von Paris und Brüssel ist auch hierzulande die Diskussion um Salafismus und Dschihadismus - als Gefahrenpotenzial sowie als Anlaufstelle für Sympathisanten - allgegenwärtig. Bis heute haben sich 800 Personen aus Deutschland einer dschihadistischen Gruppierung in Syrien oder dem Irak angeschlossen. In diesem Band kommen einschlägige Expertinnen und Experten zu Wort. Er beleuchtet bisher wenig erforschte Bereiche wie die organisatorischen Strukturen der salafistischen Bewegung und ihre transnationale Vernetzung. Wie rekrutieren die Bewegungen ihre Mitglieder? Und wie rechtfertigen sich insbesondere Dschihadisten? Die Autorinnen und Autoren bewerten laufende Präventions- und Deradikalisierungsmaßnahmen und schlagen eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis. Dabei verengen sie den Blick nicht auf sicherheitspolitische Fragen, sondern nehmen in interdisziplinärer Perspektive Salafismus und Dschihadismus auch als gesellschaftliche Herausforderung ernst.
Mit Beiträgen unter anderem von Marwan Abou Taam, Claudia Dantschke, Aladin El-Mafaalani, Wolfgang Frindte, Rüdiger Lohlker, Ahmad Mansour, Götz Nordbruch, Daniela Pisoiu, Nico Prucha, Susanne Schröter, Riem Spielhaus, Nina Wiedl und Andreas Zick.
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