Wissenschaft

Aus dem Volkskörper entfernt?

Homosexuelle Männer im Nationalsozialismus

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Aus dem Volkskörper entfernt?

Homosexuelle Männer im Nationalsozialismus

Stimmen zum Buch
Sabine Lueken, konkret, 10.10.2018
Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel. Das ist die Quintessenz von Alexander Zinns Dissertation über homosexuelle Männer im Nationalsozialismus. Man sollte den Gegenstand nicht mehr nur aus der Opferperspektive betrachten. [...] Zinns differenzierte Darstellung ist ein Grundlagenwerk, mit den von ihm benannten Forschungslücken ermuntert er zur Weiterarbeit.
Benno Gammerl, Jahrbuch Sexualitäten, 11.07.2019
Zinn [gelingt es] in beeindruckender Weise, Netzwerke zu rekonstruieren, Räume der Konraktanbahnung aufzufinden – vom Kunstverein über Lokale bis hin zu öffentlichen Toiletten – und das wissende Beschweigen der Homosexualität im familiären und sozialen Umfeld zu analysieren. Dabei zeigt sich immer wieder ein aus heutiger Sicht überraschendes Selbstbewusstsein.
Elmar Kraushaar, Berliner Zeitung, 11.06.2018
Die vielen Fakten und Zahlen [bekommen] noch einmal einen Namen und eine individuelle Geschichte, sowohl für jene, die nicht überlebten, aber auch die anderen, für die die strafrechtliche Verfolgung unter unverändertem Nazi-Paragraphen nach 1945 weiterging.
Über das Buch
Über Jahrzehnte tabuisiert, rückt die Verfolgung homosexueller Männer in der NS-Diktatur erst in jüngster Zeit ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit. Woran es bislang mangelte, waren überregionale Untersuchungen, die einen Überblick über Alltag und Verfolgung Homosexueller im "Dritten Reich" geben. Alexander Zinn legt nun eine Studie vor, die eine neue und umfassende Sicht auf dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte ermöglicht. Im Fokus stehen nicht nur das Verfolgungsprogramm der Machthaber, das sich immer weiter radikalisierte, sondern auch die Rolle von Polizei, Justiz und Bevölkerung sowie - nicht zuletzt - die der Betroffenen selbst. Mit überraschenden Ergebnissen: So klafften Anspruch und Wirklichkeit der Verfolgungspolitik oft eklatant auseinander. Denn nicht immer erwiesen sich die Behörden als die "willigen Vollstrecker", als die man sie heute meist sieht. Und auch die Bevölkerung arbeitete dem Verfolgungsapparat in weit geringerem Maße zu, als bislang oft unterstellt.

Mehr Informationen über die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus finden Sie unter www.rosa-winkel.de.
Stimmen zum Buch
Sabine Lueken, konkret, 10.10.2018

Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel. Das ist die Quintessenz von Alexander Zinns Dissertation über homosexuelle Männer im Nationalsozialismus. Man sollte den Gegenstand nicht mehr nur aus der Opferperspektive betrachten. [...] Zinns differenzierte Darstellung ist ein Grundlagenwerk, mit den von ihm benannten Forschungslücken ermuntert er zur Weiterarbeit.

Benno Gammerl, Jahrbuch Sexualitäten, 11.07.2019

Zinn [gelingt es] in beeindruckender Weise, Netzwerke zu rekonstruieren, Räume der Konraktanbahnung aufzufinden – vom Kunstverein über Lokale bis hin zu öffentlichen Toiletten – und das wissende Beschweigen der Homosexualität im familiären und sozialen Umfeld zu analysieren. Dabei zeigt sich immer wieder ein aus heutiger Sicht überraschendes Selbstbewusstsein.

Elmar Kraushaar, Berliner Zeitung, 11.06.2018

Die vielen Fakten und Zahlen [bekommen] noch einmal einen Namen und eine individuelle Geschichte, sowohl für jene, die nicht überlebten, aber auch die anderen, für die die strafrechtliche Verfolgung unter unverändertem Nazi-Paragraphen nach 1945 weiterging.

Florentine Kutscher, Die WELT, 22.04.2018

[Zinns] bemerkenswerte Studie ›Aus dem Volkskörper entfernt‹? beleuchtet nicht nur Einzelaspekte der Homosexuellenverfolgung, und das – man glaubt es kaum – zum ersten Mal ausführlich seit der Arbeit von Burkhard Jellonnek 1990. Zudem handelt es sich erstmals um einen überregionalen Ansatz, der sich von der Opferperspektive löst.

Johann Karl Kirchknopf, L'Homme, 1/2020

Facettenreich zeichnet [Alexander Zinn] ein umfassendes Bild der Lebenssituation homosexueller Manner verschiedener sozialer Milieus im ›Dritten Reich‹. Sie werden nicht nur als Opfer, sondern auch als Akteure mit Handlungsspielraum gezeigt.

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