Wissenschaft
Über das Buch
Geschichtsschreibung und Literatur haben viele Gemeinsamkeiten: Beide versuchen mit sprachlichen Mitteln etwas festzuhalten, was im Strom der Zeit unterzugehen droht. Als Text fixiert, kann es sich auf Dauer behaupten und die Einbildungskraft künftig lebender Menschen herausfordern, es im Denken, Empfinden und Vorstellen neu erstehen zu lassen; das Zu-Erinnernde leistet dabei gleichzeitig einen Beitrag zur Erklärung und Deutung der Welt. Beide nutzen einen kulturellen Vorrat von Erzählverfahren, Wissensbeständen, Begriffen und Symbolen. Doch wo liegen die Unterschiede? Was ist mit den diskursiven Elementen in den Texten der Historiker:innen, den Argumenten, Urteilen und Thesen, was mit dem Gegensatz von Faktizität und Fiktion, was mit der Referenz auf Realität im gegenständlichen Sinne, ohne die Geschichtsschreibung, anders als Literatur, nicht auskommt?
Frank Becker bietet in diesem Buch erstmals eine grundsätzliche Erörterung des Wechselspiels von Geschichtsschreibung und schöner Literatur in der europäisch-nordamerikanischen Kultur der Neuzeit. Sein Buch spricht Leser:innen, die von der Geschichte und Geschichtswissenschaft aus auf die Literatur schauen, genauso an wie solche, die von der Literatur, konkret: von unterschiedlichen Nationalliteraturen bzw. Philologien aus auf die Geschichte blicken.












