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Wissenschaft

Hungern für Bischofferode

Protest und Politik in der ostdeutschen Transformation

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Hungern für Bischofferode

Protest und Politik in der ostdeutschen Transformation

Stimmen zum Buch
Mathias Berek, Sehepunkte, 15.11.2024
Zweifellos ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Arbeitskampfes in Bischofferode, einem ›erinnerungspolitischen Nicht-Ort in der demokratischen Gesellschaft‹ [...], aber auch zur Protestkultur der Nachwendezeit
H-Soz-Kult, Frank Kell, 21.06.2023
Rau kann anhand des Hungerstreiks von Bischofferode überzeugend darlegen, dass sich die Geschichte der Demokratie in Ostdeutschland nach 1989/90 nicht im Transfer der westdeutschen Institutionenordnung erschöpft. Stattdessen war und ist die Zukunft der Demokratie Gegenstand von Aushandlungsprozessen über legitim angesehene politische Prozeduren und Beteiligungsformen, denen unterschiedliche Vorstellungen und Aneignungen zugrunde liegen. [...] Raus Studie leistet eine notwendige Differenzierung unseres Blicks auf Protest und Politik in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft. Seine demokratiegeschichtliche Perspektive ist inspirierend und fordert weitergehende Fragestellungen heraus.
Martin Baumert, Der Anschnitt. Zeitschrift für Montangeschichte 75, 2023
Die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis, die Rau präsentiert, ist die Entsolidarisierung der übrigen ostdeutschen Kali-Kumpel von den Bischofferödern, die eine neue Sicht auf die hochgelobte vermeintliche Solidarität in der DDR eröffnet [...]. Die Studie von Christian Rau schließt eine wichtige Forschungslücke [...]. Seine differenzierte Darstellung zeigt den Aushandlungsprozess in der Praxis der Transformation Ostdeutschlands.
Über das Buch

Am 1. Juli 1993 traten Kalibergleute des Thomas-Müntzer-Werks im thüringischen Bischofferode in einen unbefristeten Hungerstreik, der nicht nur im Osten, sondern auch im Westen Deutschlands breite Aufmerksamkeit erhielt und Solidarität hervorrief. Als »Treuhand-Trauma« der Ostdeutschen gewinnt dieses Ereignis – nach vielen Jahren des Vergessens – im Lichte der aktuellen Erfolge der AfD in den neuen Bundesländern wieder an trauriger Aktualität. Vor dem Hintergrund des noch immer virulenten Deutungskonflikts um die damaligen Proteste untersucht dieses Buch als erste zeithistorische Studie auf breiter Quellengrundlage die »lange« Geschichte des Streiks und zeigt, dass einseitige Narrative vom Siegeszug des Westens oder von der »Übernahme« des Ostens durch den Westen der historischen Wirklichkeit nicht gerecht werden.

Stimmen zum Buch
Mathias Berek, Sehepunkte, 15.11.2024

Zweifellos ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des Arbeitskampfes in Bischofferode, einem ›erinnerungspolitischen Nicht-Ort in der demokratischen Gesellschaft‹ [...], aber auch zur Protestkultur der Nachwendezeit

H-Soz-Kult, Frank Kell, 21.06.2023

Rau kann anhand des Hungerstreiks von Bischofferode überzeugend darlegen, dass sich die Geschichte der Demokratie in Ostdeutschland nach 1989/90 nicht im Transfer der westdeutschen Institutionenordnung erschöpft. Stattdessen war und ist die Zukunft der Demokratie Gegenstand von Aushandlungsprozessen über legitim angesehene politische Prozeduren und Beteiligungsformen, denen unterschiedliche Vorstellungen und Aneignungen zugrunde liegen. [...] Raus Studie leistet eine notwendige Differenzierung unseres Blicks auf Protest und Politik in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft. Seine demokratiegeschichtliche Perspektive ist inspirierend und fordert weitergehende Fragestellungen heraus.

Martin Baumert, Der Anschnitt. Zeitschrift für Montangeschichte 75, 2023

Die wahrscheinlich wichtigste Erkenntnis, die Rau präsentiert, ist die Entsolidarisierung der übrigen ostdeutschen Kali-Kumpel von den Bischofferödern, die eine neue Sicht auf die hochgelobte vermeintliche Solidarität in der DDR eröffnet [...]. Die Studie von Christian Rau schließt eine wichtige Forschungslücke [...]. Seine differenzierte Darstellung zeigt den Aushandlungsprozess in der Praxis der Transformation Ostdeutschlands.

Andrew Demshuk, Contemporary European History (2025)

When looked at critically, the outcome of the hunger strike was neither a triumph for democracy nor a prehistory for right-wing groups like Pegida, Rau concludes, but rather a contradictory set of meanings that require honest, dialogue-based memory work.

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